Simmerath - Simmerath: Kritik an Parkplatzregelung

Simmerath: Kritik an Parkplatzregelung

Von: hes
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Auf rund 1400 Quadratmetern soll an der Robert-Koch-Straße in Simmerath das Kraremann-Karree entstehen. Die jetzt dort vorhandenen und häufig genutzten Parkplätze bleiben nach der Planung des Investors nur zur Hälfte bestehen und könnten für erhebliche Verkehrsprobleme sorgen, fürchtet die Interessengemeinschaft Kammerbruchstraße. Form und Lage der beiden Baukörper fügen sich nach Meinung der IG nicht in die Umgebung ein.

Simmerath. „Wir sind nicht gegen eine Bebauung”, betont Helmut Braun. „Aber mit der Anordnung der Baukörper und auch mit der Vorgehensweise in der Planung für das Kraremann-Karree sind wir nicht einverstanden”, sagt der pensionierte Architekt aus Steckenborn.

Braun steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Schon vor einigen Wochen formierte sich eine Interessengemeinschaft der Anlieger des geplanten Kraremann-Karrees, offizieller Name der Gemeinschaft: „IG Kammerbruchstraße i.S. Bebauung Robert-Koch-Straße/Kraremann-Karree”.

Ziel der Interessengemeinschaft ist es, im laufenden Verfahren mitsprechen und eigene Ideen einbringen zu können, „weil wir von diesem Projekt unmittelbar betroffen sind”, sagt auch Zahnarzt Michael Schalloer, dessen Patienten derzeit noch auf Flächen parken, die durch das Neubauprojekt teilweise wegfallen würden.

Ortsunübliche Bebauung

Die geringere Zahl an Parkplätzen, die an anderer, etwas entfernt liegender Stelle ausgeglichen werden sollen, sind aber nicht der Hauptgrund, warum die Interessengemeinschaft mitreden möchte. Die Anordnung der an der Robert-Koch-Straße verbleibenden 74 Stellplätze sowie Größe und Lage der beiden geplanten Baukörper sind der Hauptkritikpunkt der Anwohnergemeinschaft.

„Es kann und darf nicht sein, dass durch die Baumaßnahme ÈKraremann-KarreeÇ neue Gewerbefläche entsteht und seit Jahren bestehende Gewerbefläche existenziell gefährdet und zum ÈHinterhofgewerbeÇ degradiert wird”, heißt es in einem Schreiben der IG Kammerbruchstraße, das schon vor Weihnachten der Gemeinde Simmerath zuging. Diesen „Hinterhofcharakter” fürchtet nicht nur Michael Schalloer: „Meinen Patienten wie auch den Besitzern und Mietern der Eigentumswohnungen würde durch die Stellung der beiden geplanten Bauteile der Weg zu den grundbuchlich eingetragenen Parkplätzen erheblich verbaut”, fürchtet der Zahnarzt.

Helmut Braun weiß als Architekt im Ruhestand wovon er spricht, wenn er die Anordnung der Baukörper im vorliegenden Plan des Investors als „völlig ortsuntypisch” bezeichnet. „Die Lage der Gebäude orientiert sich überhaupt nicht an den umliegenden Gebäuden, und man geht bis an die äußersten Baugrenzen, um möglichst viel Gebäudefläche auf 1400 Quadratmeter Grundfläche zu bekommen”, hält Braun die Planung für verbesserungswürdig.

Der Steckenborner aber möchte sich, wie seine IG-Mitstreiter, konstruktiv an der Diskussion um das Kraremann-Karree beteiligen und hat deshalb einen Alternativvorschlag erarbeitet. Sein Plan weist eine gewerbliche Grundfläche von 1250 Quadratmetern aus „und entspricht dem ortsüblichen Bebauungsbild an dieser Stelle und in der Umgebung”, wie Braun betont. Noch wichtiger für ihn: Das gesamte Areal sei danach für Fußgänger klarer und vor allem sicherer zu begehen. „Im Entwurf des Investors müssen die Fußgänger drch unkoordinierte Parkflächen laufen und sind durch den Parksuchverkehr gefährdet”, fürchtet Helmut Braun. Sein Sohn Ren Braun, direkter Anwohner des künftigen Kraremann-Karrees, weist auf ein weiteres Gefahrenmoment hin: „Laut der vorliegenden Planung müssen 21 Parkplätze direkt von der Robert-Koch-Staße angefahren und später auch wieder rückwärts verlassen werden. Das wird zu erheblichen Verkehrsbehinderungen auf dieser Haupterschließung Robert-Koch-Straße führen.”

Die alternative Parkplatzplanung, so die IG in ihrem Schreiben, sieht eine Einbahnregelung durch das Karree vor sowie „eine einheitliche Parkplatzlandschaft, die auch das Gewerbe in der Kammerbruchstraße 21-23 gebührend miteinbezieht und aufwertet.”

Frist endet am Freitag

Eine Antwort auf ihr Schreiben hat die IG bislang trotz Nachfrage nicht bekommen, auch ein angestrebter Termin mit dem Planer des Vorhabenträgers kam bisher nicht zustande.

„Wir würden gerne die Planung gemeinsam mit dem Investor, der Gemeinde, dem Ortsvorsteher und den betroffenen Anliegern an einem Tisch erörtern”, so Michael Schalloer, „denn wir möchten bei einer Planung dieser Dimension und an einer solch sensiblen Stelle des Ortes mitgenommen werden”, ergänzt Helmut Braun.

Am Freitag endet die Frist für Eingaben der Bürger zu der Planung, die am 18. Dezember öffentlich vorgestellt worden ist. Deshalb hofft die IG Kammerbruchstraße, dass sich nun etwas bewegt in Sachen „Kraremann-Karree”, das man, so betonen ihre Sprecher nochmals, nicht verhindern möchte.

Helmut Braun: „Aber ein solches Projekt darf nicht im Eilverfahren und am Bürger sowie an den betroffenen Gewerbetreibenden vorbei durchgepeitscht werden.”
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