Simmerath bietet ab Herbst den Laubsack an

Von: dm
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Wohin nur mit dem Laub? Auf diese Frage soll es in Simmerath bald eine Antwort geben. Vielleicht wird der durchsichtige Sack eingeführt. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Ein neues Angebot der Gemeinde an ihre Bürger, die künftig das Laub aus den Hecken und von den Bäumen entsorgen können: Erstmals im Herbst bietet Simmerath den Bürgern Laubsäcke an - für 1,89 Euro das Stück.

Jeder Sack kann etwa 80 Liter Laub fassen, was ungefähr einem Gewicht von 17 Kilo entspricht. Die Bürger stellen die gefüllten (verrottbaren) Laubsäcke an die Straße, dort werden sie dann von der Regioentsorgung abgeholt und in ein Kompostierwerk gebracht.

Geplant sind zunächst drei Abhol-Termine im Herbst. Das Angebot der Gemeinde ist freiwillig, niemand wird gezwungen, Laubsäcke zu kaufen und das Laub darin zu entsorgen. Die Bürger können das Laub weiter selbst kompostieren oder verbrennen.

Mit dem Thema „Sammlung und Verwertung von Grünschnitt” hat sich nun abermals der Simmerather Umweltausschuss befasst und einstimmig entschieden, „als ersten Schritt” die Sammlung von Laub über Laubsäcke anzubieten.

Weitere Themen, mit denen der Ausschuss und die Gemeinde sich demnächst erneut befassen werden: die Entsorgung von Rasen- und von Heckenschnitt sowie von Astreisig. „Eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen wäre hier denkbar”, betonte Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns.

Im Vorfeld der Sitzung hatte die Verwaltung erörtert, wie die örtliche Bio-Anlage und das Heizkraftwerk in Simmerath bei der Entsorgung eingebunden werden können. Der Betreiber der Biogas-Anlage ist bereit, Rasenschnitt kostenlos anzunehmen und zu nutzen.

Der Rasenschnitt muss aber sortenrein und frisch (höchstens eine Woche alt) sein, denn nur frischer Rasenschnitt ist energiereich. Zudem darf der Schnitt nicht mit Laub und anderen Gartenabfällen vermischt sein.

Um die Anforderung „frisch und sortenrein” zu gewährleisten, sei eine „personalintensive Kontrolle bei der Annahme” notwendig, so die Verwaltung, die betont: Notwendig würde dann eine wöchentliche Sammlung, die aber „zusätzliche Kosten” verursacht.

Somit ist das Thema Rasenschnitt zunächst erledigt. Dies gilt vorerst auch für den Heckenschnitt und das Astreisig.

Die Biogas-Anlage und auch das Heizkraftwerk können Laub nicht verwerten, hier ist nur eine Kompostierung möglich. Die Verwaltung hatte für die Laubentsorgung zwei Modelle ausgearbeitet.

Zum einen eine flächendeckende Laubsammlung, dabei soll jeder Grundstückseigentümer fünf Laubsäcke erhalten, die Kosten würden den Bürgern über die Müllgebühr in Rechnung gestellt.

Der Ausschuss entschied sich für das andere Modell: Die Bürger erhalten die Möglichkeit, auf „freiwilliger Basis” Laubsäcke zu kaufen, zu füllen und für die Abfuhr an die Straße zu stellen.

Die Anzahl der Säcke, die ein Bürger für 1,89 Euro kaufen kann, wird dabei nicht festgelegt, sagte Alex Stiel für die CDU-Fraktion, die in der Laub-Entsorgung einen „ersten Schritt” sieht und zum Jahresende dann Bilanz ziehen will.

Die Entsorgung von Rasen- und Heckenschnitt müsse „noch überdacht” werden, sagte Alex Stiel- auch wegen der Kosten.

Beigeordneter Hermanns erklärte, die Gemeinde sei gegen „einen Schnellschuss” und wolle eine „bürgerfreundliche und bezahlbare Lösung”.

Auch Robert Velz (SPD) sieht in der Laub-Entsorgung einen ersten Schritt. Er meldete aber Bedenken an: Die Verwaltung kalkuliere mit einem Bedarf von 20.000 Laubsäcken, das sei zu hoch, zumal es an „jedem dritten Haus noch eine Feuerstelle” gebe.

Die Verwaltung versicherte, dass die Anzahl der Säcke kaum Auswirkungen auf die Kalkulation habe (37.800 Euro für Säcke, Abfuhr, Entsorgung).

Martin Schiefer von den Grünen stimmte der Entsorgung auf freiwilliger Basis zwar zu, die Grünen hätten aber lieber eine flächendeckende Entsorgung. Schiefer bezweifelt die Akzeptanz des freiwilligen Angebotes, weil die Bürger „aktiv” werden müssen, um sich die Laubsäcke zu besorgen. Es wäre besser, so Schiefer, die Säcke kostenlos an die Bürger zu verteilen und dann über die Müllgebühr abzurechnen.

Auch Hannelore Schwalke (FDP) hat Zweifel am Erfolg des Angebotes, vor allem, „weil die Bürger daran gewöhnt sind, das Laub in den Wald zu kippen”. Gleichwohl stimmte sie dafür, die „Laubentsorgung ein Jahr lang auf freiwilliger Basis zu probieren”.

Martin Schiefer wies auf das System in der Stadt Monschau hin, die einmal in der Woche in den einzelnen Orten an zentraler Stelle Container aufstellen lasse, dort können die Bürger dann ihr Grünabfälle wie Laub, Rasen- und Heckenschnitt entsorgen. Die Kosten dafür werden über die allgemeine Müllgebühr abgerechnet. Das Container-System findet bei den Bürgern der Stadt großen Zuspruch. Durch die Grün-Container werden auch noch Arbeitsplätze geschaffen, denn betreut werden die Standorte vom Sozialwerk der Eifeler Christen. Beigeordneter Hermanns versicherte, gegenüber den Nachbar-Kommunen Monschau und Roetgen beim Thema Grünabfall-Entsorgung gesprächsbereit zu sein.
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