Simmerath - Sieben-Millionen-Projekt im Kranzbruch

Sieben-Millionen-Projekt im Kranzbruch

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
hauptschule-kaputtbild
1971 wurde die Gemeinschaftshauptschule Simmerath in Betrieb genommen, zurzeit besuchen 240 Mädchen und Jungen die Schule, an der 18 Lehrer unterrichten. 5000 Quadratmeter Nutzfläche sind auf dem weitläufigen Areal am Rande des Kranzbruchvenns bebaut und teilen sich in Turnhalle (links), Aula (Mitte) und Schulräumlichkeiten. Auch aus der Luft ist zu erkennen, dass das Gebäude „in die Jahre gekommen” ist. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Die Volksvertreter mussten erst einmal schlucken: Runde sieben Millionen Euro dürfte es kosten, die Gemeinschaftshauptschule Simmerath energetisch und gebäudetechnisch zu sanieren und in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen.

Diese Zahl nannte Hermann Dulle vom Fach-Ingenieurbüro Vika im Simmerather Bau- und Denkmalausschuss. Dass an dem fast 40 Jahre alten Gebäudekomplex etwas getan werden muss, dessen war man sich im Bauausschuss noch bewusst; die Dimension überraschte die Politiker dann aber doch.

Fassaden, Dach, Haustechnik

Fassaden, Dach, Haustechnik - das 4450 Quadratmeter große Schulgebäude wie auch die 1900 Quadratmeter große Turnhalle sind gnadenlos überaltert, verschlingen mit 100 Kilowattstunden je Quadratmeter (kWh/m2) große Energiemengen. „Und dieser Energiebedarf wird sich beim angedachten Ausbau zum Ganztagbetrieb noch erhöhen”, so der Ingenieur.

Normal wären für eine Schuler dieser Bauzeit (1970/71) 78 kWh/m2, energetischer Standard für 2009 sind 50 kWh/m2. Schon dieser Standard für das laufende Jahr würde im Falle der GHS Simmerath eine Verbrauchsreduzierung um 50 Prozent bedeuten, doch der Anspruch ist noch weit höher, Hermann Dulle: „Ab 2012 gilt für öffentliche Gebäude der Passivhaus-Standard und dieser verlangt einen Verbrauch von 15 kWh/m2.”

Wie eine solche Einsparung im Falle Simmerath zu erreichen ist, listete der Mann vom Fachbüro auf:
1. Energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle durch Dämmung von Außenfassade, Dach und Boden sowie Erneuerung der Fenster;
2. Einbau einer Lüftungsanlage zur hygienischen Lufterneuerung und hocheffizienter Wärmerückgewinnung;
3. Austausch der Beleuchtung durch hocheffiziente Leuchtmittel mit intelligenter Steuerung (Präsenzmelder). Alleine diese Maßnahmen sind mit 3,8 Millionen Euro veranschlagt, wenn man den Standard 2009 ansetzt; die Mehrkosten für den Passivhaus-Standard liegen mit 4,2 Millionen Euro lediglich um 400000 Euro höher. In der Summe mit der sonstigen Bestandssicherung (rund 2,8 Millionen Euro) addieren sich die Gesamtkosten für ein sinnvolles Sanierungskonzept auf exakt sieben Millionen Euro.

„Haben Sie mal durchgerechnet, was es kosten würde, die Schule neu zu bauen?” wollte Ausschuss-Vorsitzender Josef Heinen durchaus ernst gemeint wissen. Doch bei kalkulierten Kosten von 1800 Euro je Quadratmeter bei einem Neubau würde eine neue Hauptschule in den jetzigen Ausmaßen rund elf Millionen Euro kosten, „und da sind die Abrisskosten noch nicht dabei”, so der Ingenieur.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert