Sicherheitstraining im Schulbus

Von: P. St.
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Die neuen Fünftklässler der Mädchenrealschule St. Ursula lassen Udo II, die stabile Puppe durch die Luft fliegen: Das kann passieren, wenn man sich während der Fahrt nicht gut genug im Bus festhält. \ Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Manchmal bedarf es deutlicher Worte, um ein Problem auf den Punkt zu bringen: „Was nützt Euch ein Sitzplatz im Bus wenn Ihr die Knochen kaputt habt?“, sagt Klaus Hamacher und die Kinder hören aufmerksam zu. Hamacher ist ein erfahrener Busfahrer und weiß, wo die Gefahren lauern. Er fährt für die RVE und einmal im Jahr legt er sich ins Zeug für das Schulbustraining.

Das bietet das Busunternehmen seit vielen Jahren jeweils zum Schulbeginn an, um die Fünftklässler, die von der behüteten Grundschule auf eine weiterführende Schule wechseln, praxisnah mit dem neuen Schulweg und dem richtigem Verhalten im Bus vertraut zu machen.

Klaus Hamacher aus Düren, der seit acht Jahren das Schulbustraining betreut, hat diesmal sogar extra für zwei Tage seinen Urlaub unterbrochen, um in Monschau sein Wissen an die Schüler weiterzugeben. Nur an der Realschule St. Ursula und am Städt. St. Michael Gymnasium ist das RVE-Team diesmal im Einsatz. Die Elwin Christoffel-Realschule nimmt keine Fünftklässler mehr auf, und die neue Sekundarschule Simmerath wurde noch nicht eingebunden. Insgesamt wurden in den zurückliegenden Tagen 160 Schüler betreut.

Und noch etwas ist anders beim Schulbustraining 2013. Diesmal ist Polizei, sonst ein ständiger und informativer Begleiter, nicht dabei: Die Eifeler Beamten sind derzeit in andere Aufgaben eingebunden.

Dennoch verfehlt das Schulbustraining nicht seine Wirkung, wenn Klaus Hamacher ohne Netz und doppelten Boden vorführt, was so alles passieren kann, wenn man als Schüler dem 18 Tonnen schweren Bus nicht genügend Respekt erweist. „Immer einen Meter zurücktreten, wenn der Bus kommt“, sagt Klaus Hamacher und führt eindrucksvoll vor, was passieren kann, wenn man zu nahe an die Straße tritt. Ein „Lübecker Hütchen“, besser bekannt als Pylone, übt die Funktion des vorwitzigen Schülers aus. Eingequetscht unter dem Bus bleibt der Warnkegel schließlich liegen.

Mit gemäßigtem Tempo rammt der Bus dann eine Plastiktonne, die meterweit über den Asphalt torkelt. Das hinterlässt Eindruck.

Und noch einer fliegt meterweit: Das ist Udo II, eine Puppe, die Klaus Hamacher auf dem „Fünfer“ im Bus platziert, um dann bei lediglich 18 bis 20 Stundenkilometern eine Vollbremsung vorzunehmen. Die Puppe fliegt quer durch den Bus und landet im Mittelgang. Früher durften die Kinder immer noch im Bus mitfahren und das Bremsmanöver aus nächster Nähe erleben. Doch seitdem sich einmal ein Kind ein wenig verletzt hat, darf das kleine Spektakel jetzt nur noch von außen betrachtet werden.

Die Wirkung der Vorführung bleibt dennoch nicht aus: „Bitte immer gut festhalten!“, unterstricht Klaus Hamacher eine der wichtigsten Verhaltensregeln im Schulbus.

Am Ende des praktischen Teils sind die Schüler ganz schön erstaunt, was so alles im Bus passieren kann. „Die Kinder sind schon darauf bedacht, etwas mitzunehmen“, weiß Klaus Hamacher um den Lerneffekt, wenn auch das Gelernte nicht die gesamte Schulzeit über vorhalte.

Da es keine Praxis ohne Theorie gibt, erhalten die Kinder aus erster Hand Informationen über die einzelnen Buslinien. Holger David, der RVE-Betriebsleiter, hat auf der Tafel alle Orte, von Rohren bis Bickerath, aufgeschrieben, dazu ein Schema vom Bushof Simmerath, der für viele Schüler der Ort zum Umsteigen ist. Nach dem Training weiß nun jeder, wo er in welchen Bus einsteigen muss, eine Übung, die nach wenigen Tagen zum Alltag der Schüler gehören wird.

Das RVE-Bustraining in der Eifel ist aber noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Wochen besucht das Team noch die Grundschulen, denn auch für die meisten Grundschüler ist es längst üblich, dass sie mit dem Bus zur Schule fahren. Eine Schule in jedem Dorf gibt es ja schön längst nicht mehr.

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