Sicherheitsaktion: Zu Fuß zur Schule statt im „Taxi Mama“

Von: Heiner Schepp
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Auch Dirk Recker vom Ordnungsamt und Verkehrserzieherin Nicole Ramjoue begleiteten die Aktion. Foto: Schepp
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Am Vortag hatten Roetgens Erstklässler bunte Papierfüße im Ort verteilt und die Erwachsenen gebeten: „Achtet auf uns!“ Foto: Schepp
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Mit ihren freundlich gemeinten Denkzetteln bitten die Roetgener Grundschulkinder (hier die Klasse 3c) in diesen Tagen die Eltern, ihre Sprösslinge nicht direkt vor der Schule abzuholen und herauszulassen. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Der 22. September ist jedes Jahr der „Zu-Fuß-zur-Schule“-Tag in Deutschland und in vielen Ländern weltweit. Der Tag ist eingebettet in die bundesweite Aktionswochen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, die das Ziel haben, mehr Kinder und auch Eltern dazu zu bewegen, das „Taxi Mama oder Papa“ morgens und mittags oder nachmittags öfter mal stehen zu lassen.

Bei den Aktionstagen, die der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam ausrichten, ist auch die Gemeinschaftsgrundschule Roetgen mit dabei, die deshalb diese Woche gleich mehrere Aktionen startete.

So machten sich am Montagmorgen die über 70 Kinder der drei ersten Klassen mit Verkehrssicherheitslehrerin Susanne Derksen-Onasch und ihren anderen Lehrerinnen zu Fuß auf den Weg ins Ortszentrum von Roetgen, um bunte Papierfüße an Passanten und Verkehrsteilnehmer zu verteilen. „Vorsicht Kinder!“, „Achte auf uns!“ oder „Achtung Kinder!“ hatten die Erstklässler mit ihren Lehrerinnen neben ihrem Namen darauf geschrieben und verteilten die bunte Post fleißig an die Großen.

Noch etwas energischer gingen die älteren Grundschüler am Dienstag zur Sache, als sie sogenannte Denkzettel an Autofahrer verteilten, die trotz der Aktionstage ihre Sprösslinge mit dem Auto abholten oder die zur hochsensiblen Schulschluss-Zeit in den Ausgangsbereich der Schule und des Schulhofs am Wervicqplatz hineinfuhren. Dort zwingt zwar eine dicke Bodenschwelle die Autofahrer zum Schrittfahren und warnen gelbe Männchen vor querenden Verkehrsanfängern, doch soll dieser Bereich zu bestimmten Zeiten wenn eben möglich von Kraftfahrzeugen gemieden werden. „Das haben wir so auch den Eltern mitgeteilt“, sagt GGS-Lehrerin Andrea Koppert. „Bitte lasst Eure Kinder zu Fuß zur Schule gehen oder lasst sie da aussteigen, wo es auf der Karte rot gemalt ist“, stand auf einem der freundlich gemeinten Denkzettel, die die Kinder selbst beschrieben und bunt angemalt hatten.

Dienstagmittag hatten offenbar viele Papas und Mamas die Elterninfo beherzigt, denn die Kinder wurden nur ein halbes Dutzend Denkzettel los. „Das ist ungewöhnlich. Ich sehe ja jeden Tag um diese Zeit aus meinem Büro das blanke Chaos, das hier herrscht“, wunderte sich Dirk Recker vom Ordnungsamt der Gemeinde Roetgen gleich nebenan.

Am Mittwochmorgen soll die Aktion deshalb zur besten „Bringzeit“ wiederholt werden.

Natürlich ist man sich an der Schule der Tatsache bewusst, dass nicht alle Roetgener Grundschulkinder zu Fuß zur Schule gehen können. Die Rotter Kinder beispielsweise kommen mit dem Bus, und in der weitläufigen Flächengemeinde gibt es selbst im Ort Roetgen Kinder, die morgens drei und mehr Kilometer bis zur Hauptstraße zurücklegen müssen. Aus diesem Grund zielt die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ auch darauf ab, die Kinder an bestimmten, sicheren Punkten herauszulassen bzw. dort auch wieder abzuholen. Der Marktplatz, die TV-Halle und die Sportplatzzufahrt (s. Karte) sind solche Punkte, die gut erreichbar sind und von wo aus die Kinder dann in Gruppen den kurzen Weg zu Fuß zurücklegen sollen.

Für die Kinder, die zu Fuß einen weiteren Weg zur Schule und von dort nach Hause gehen müssen, ist die GGS Roetgen schon länger aktiv. Jeder kennt mittlerweile die gelben Männchen, die überall in Roetgen an Stellen warten, wo häufig Kinder die Straße queren. Für mehr Sicherheit sollen an diesen Punkten auch die blauen Bordsteinkanten sorgen, an denen sich die Kinder auf dem Weg zur Schule sammeln und dann gemeinsam über die Straße gehen.

Die gelben Männchen stehen übrigens seit neuestem auch zwischen Rathaus und Schule. Und zusätzlich unterstützen zwei bewegliche Versionen der gelben Knirpse die Schülerlotsen.

In Roetgen wird also einiges getan, um die Verkehrssicherheit für Schulkinder zu erhöhen und das tägliche Chaos zu den Bring- und Abholzeiten vor der Schule zu entkrampfen. Nicht zuletzt deshalb taucht die Schule nun auch im bundesweit verteilten VCD-Flyer der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ mit ihrer Aktion „Blaue Bordsteinkanten“ als besonders beispielhaft auf.

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