Sicherheit für den Einzelhandel schaffen

Von: P. St.
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Simmerath
Das Einzelhandelskonzept bescheinigt Simmerath eine gute Struktur. Foto: Peter Stollenwerk

Simmerath. Der Einzelhandels-Standort Simmerath ist von überregionaler Bedeutung, und die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Um für die künftigen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten, Steuerungsmöglichkeiten zu schaffen, aber auch eine rechtlich belastbare Basis zu schaffen, erarbeitete die Gemeinde Simmerath im Jahr 2009 ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept.

Dieses Konzept wurde jetzt perspektivisch bis ins Jahr 2025 fortgeschrieben, Erarbeitet hat die 100 Seiten umfassende Fortschreibung des Konzeptes das Dortmunder Planungsbüro Junker + Kruse.

In der jüngsten Sitzung des Simmerather Planungsausschusses stellte Stefan Kruse für das Büro die umfangreiche Ausarbeitung vor. Ein Beschluss über das Konzept soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Die wesentliche Änderung des Konzeptes betrifft das Gewerbegebiet vor dem Hintergrund, dass der Netto-Markt seinen Standort verbunden mit einer Erweiterung in den jetzigen Extra Bau- und Hobbymarkt verlegt.

Das Einzelhandelskonzept hat nicht nur den Sinn, Abwägungen für ansiedlungswillige Betriebe treffen zu können und die Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche abzugrenzen. „Ein solches Konzept stärkt auch die Position im Kontext mit den Nachbarkommunen für den Fall, dass sich dortige Planungen negativ auf die Gemeinde Simmerath auswirken könnten.“

Der zentrale Versorgungsbereich in Simmerath umfasst die Hauptstraße vom Bushof bis zur Quadfliegstraße, die Kammerbruchstraße bis einschließlich Krankenhaus, die Fuggerstraße und den Bereich rund um den Rathausplatz. Ebenso zählt dazu die Robert-Koch-Straße, die Humboldtstraße zwischen Matthias-Zimmermann-Straße und der B 266 dazu. Den Abschluss bildet die Witzerather Straße (Rewe-Komplex). Der Bereich des Gewerbegebietes ist damit gewachsen, während gegenüber der bisherigen Abgrenzung der Versorgungsbereich Hauptstraße knapper gefasst wird.

Im Ausschuss wies Manfred Sawallich darauf hin, dass man „genau hinschauen“ solle, damit die neue Abgrenzung des zentralen Versorgungsbereiches nicht dazu führe, dass die weiteren Geschäfte in der oberen Hauptstraße in möglichen Entwicklungsabsichten behindert würden. Außerhalb des abgegrenzten Bereiches ist prinzipiell keine Geschäftserweiterung möglich, allenfalls zur Bestandssicherung.

Das Einzelhandelskonzept bescheinigt dem Standort Simmerath eine gesunde Struktur, wie Stefan Kruse erläuterte. Die Gemeinde Simmerath verfüge über eine Kaufkraft von rund 80 Millionen Euro, davon entfielen 30 Millionen auf Nahrungs- und Genussmittel (37 Betriebe) und etwa 17 Millionen auf Bekleidung. Insgesamt weist der Simmerather Einzelhandel mit 137 Betrieben eine Verkaufsfläche von 37.400 Quadratmetern im gesamten Gemeindegebiet auf. Das sind 2,5 Quadratmeter pro Einwohner (Bundesdurchschnitt 1,4 Quadratmeter). Im zentralen Versorgungsbereich sind insgesamt 76 Betriebe mit einer Verkaufsfläche von 20.500 Quadratmeter angesiedelt. Simmerath bietet vom Angebot her eine Vollversorgung für 22.500 Einwohner. Bei 15.000 Einwohnern im Gemeindegebiet fließt der Rest an Kaufkraft von außerhalb ein. Den jährlichen Umsatz im Gemeindegebiet beziffert Kruse auf rund 110 Millionen Euro.

„Keine Angbotslücken“

Kruse erkannte „keine signifikanten Angebotslücken“, wenngleich er etwas Nachholbedarf bei den Sortimenten Spielwaren und Möbel sah. Seine wesentliche Handlungsempfehlung für die Zukunft lautete, das vorhandene Angebot zu erhalten. Er warnte auch vor Entwicklungen, dass Randsortimente in Großmärkten (z. B. Haushaltwaren als Zusatzangebot in Möbelmärkten) zu einer Verdrängung der Sortimentsvielfalt im zentralen Versorgungsbereich führe.

Konkrete Entwicklungsmöglichkeiten sieht das Konzept noch auf der Fläche des Kraremann-Karees. Dieser Bereich war bereits im Einzelhandelskonzept 2009 genannt worden; bislang aber konnte noch keine geeignete Nutzung erfolgen.

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