Shoppen ohne Passwort: 25.000 Besucher beim Herbstmarkt

Von: Heiner Schepp
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Schon früh waren die vielen Parkplätze rund um Simmerath belegt, wohl dem, der ohne größeren Fußmarsch noch einen Parkplatz in der Nähe des Markttreibens ergatterte. Foto: Heiner Schepp
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Die sommerlichen Temperaturen und der große Andrang ließen auch die Männer vom Geloog ganz schön ins Schwitzen kommen.... Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Irgendwann um die Mittagszeit ging plötzlich gar nichts mehr an der engsten Stelle der „Klamottengasse“ in der unteren Fuggerstraße. Hatte man sich vorher zumindest im Schneckentempo in Richtung Marktzentrum vorwärts bewegen können, so herrschte nun Stillstand.

Einen Andrang wie am Sonntag hat der traditionelle Simmerath Herbst Markt wohl schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Schon am späten Vormittag quälte sich eine unglaubliche Blechlawine von Aachen in Richtung Eifel. Von der Autobahnauffahrt Lichtenbusch über Roetgen bis Fringshaus schien Auto an Auto nur ein Ziel zu haben: das herbstliche Markttreiben in Simmerath, dem strahlender Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad fast einen sommerlichen Anstrich verpassten.

Und so kamen schon früh auch die Hüter der vielen kleinen Parkplätze ins Schwitzen. „Hier ist alles dicht“, gab Carsten höflich, aber bestimmt zu verstehen, der mit seinen Kumpels Robin und Simon für den Simmerather Spielmannszug Dienst als Parkwächter versah.

Doch Anfahrt und Parkplatzsuche hin, Gedränge her – das Shoppen auf der Simmerather Einkaufsmeile hat auch Vorteile gegenüber dem Einkauf bei Amazon oder eBay daheim auf dem gemütlichen Sofa: Wo sonst weht einem beim Shoppen schon der Rauch der Thüringer Bratwurst um die Nase, begleitet einen Helene Fischer in der Endlosschleife beim Gänsemarsch und bekommt man so schön erklärt, warum es denn genau dieses Zwiebelbrett sein muss? Das alles macht bei schönem Wetter natürlich noch einmal soviel Spaß, wenn man einfach sieht, was man da kauft, und zugreift – ganz ohne Passwort und Klicks.

Und so erlebten auch viele Händler die Kunden an diesem Tag einkaufsfreudig. „Es läuft ganz gut, jedenfalls besser als in den letzten Jahren“, meinte ein Textilwarenhändler, der bereits seit 28 Jahren seinen Stand auf dem Simmerather Markt aufbaut, und schickte gleich selbst hinterher: „Wir müssen ja immer ein bisschen jammern...“

Auch die Fahrgeschäfte kamen auf ihre Kosten. Während der früher beim Jungvolk sehr beliebte Samstag nur noch schwache Resonanz erlebt, drehten Kettenkarussell und andere Spaßbringer am Sonntag oft vollbesetzt ihre Runden.

Wer von dem Sonntags Bummel hungrig war, der konnte sich an den zahllosen Fressbuden oder auch an „Werkers Erbsensuppe“ oder Woffelsbacher Wolfswurst gütlich tun. Und dass gut gewürzte Speisen auch durstig machen, bekamen nicht nur die Männer von Simmerather Geloog in ihrem Getränkepavillon zu spüren, die zu Spitzenzeiten dem Andrang kaum Herr werden konnten.

Da es bis zum Abend trocken blieb, setzte der große Heimreiseverkehr erst am späten Nachmittag ein und verstopfte zum zweiten Mal an diesem Tag sämtliche Straßen in und aus Richtung Eifel.

Der Simmerather Markt ist auch in diesen – für den Einzelhandel so schweren – Zeiten noch ein Magnet. Und irgendwie gehört es auch für die Menschen unserer Region einfach dazu, mal „über den Markt gegangen zu sein“. Und wenigstens einmal den klassischen Marktdialog geführt zu haben: „Guck mal, die Breuers!“ „Ach hallo!“ „Alles klar?“ „Ja, Danke. Und selbst?“ „Gut“. Und dann weiter durch das Gedränge.

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