Nordeifel - Sensationelle Erkenntnisse zur Erfindung der Eifel

Sensationelle Erkenntnisse zur Erfindung der Eifel

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Die Geschichte der Eifel neu betrachtet haben Hubert vom Venn (re.) und Achim Konejung. Die Autoren stellten ihre satirische Zeitreise unter dem Buchtitel „2000 Jahre Eifel“ jetzt in der Roetgener Buchhandlung Lesezeichen mit Inhaberin Rose Blatz-Ommer vor. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Nobelpreis für Literatur ist vergeben, und die Frankfurter Buchmesse steht vor Tür: Da kommt auch für die regionalen Autoren die Zeit, um ihre Neuerscheinungen der Öffentlichkeit vorzustellen. Regelmäßig in Erscheinung tritt im Buchherbst Eifel-Kaberettist Hubert vom Venn mit neuen literarischen Erzeugnissen - so auch 2017.

„2000 Jahre Eifel“ heißt das neue Werk, das er gemeinsam mit seinem Bühnenpartner Achim Konejung verfasste. Die „satirische Zeitreise“, so lautet der Untertitel des Lesebuchs mit Geschichten, Gedichten und Aphorismen, betrachtet die Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte der Eifel aus einem völlig neuen Blickwinkel.

Wenn man nicht wüsste, dass die beiden Autoren in ihrem kabarettistischen Bühnenprogramm seit 2013 ihre eigene Sicht auf die Region entwerfen, dann müsste nach dieser Veröffentlichung die Geschichte der Eifel neu geschrieben werden – und am besten die des Rheinlandes und der Römer dazu. Aber das dürfte schwierig werden, selbst wenn Achim Konejung sich inzwischen als ernsthafter und neutraler Beobachter der jüngeren Zeitgeschichte, insbesondere des Kriegs am Westwall, einen Namen gemacht hat.

In der Roetgener Buchhandlung „Lesezeichen“ stellten vom Venn und Konejung jetzt ihr im Rhein-Mosel-Verlag erschienenes Taschenbuch vor, das in seiner Konzeption stark an den legendären „Heimatkalender“ des Monschauer Landes erinnert.

Den Bezug des Buches zur seriösen Geschichtsschreibung findet Konejung rasch: „Was nach Satire klingt, ist nicht immer Satire“, bringt er den Leser gleich in die Zwickmühle, der auch seine eigene Fantasie spielen lassen soll. Die Geschichtsschreiber hätten von jeher Geschichte inszeniert, „und beim Schreiben schon das für die Nachwelt erzeugte Bild im Auge“, spricht Konejung die grundsätzliche Frage an, wie sogenannte historische Fakten zu bewerten sind.

In die Tiefe solcher Grundsatzbetrachtungen aber begibt sich „2000 Jahre Eifel“ nicht. Es gilt vielmehr, sich mit der sensationellen Behauptung Hubert vom Venns auseinanderzusetzen, dass die Eifel an genau einem Tag, nämlich am 5. März 17 n. Chr., erfunden wurde. Nachgewiesen habe dies der im Eifelort Wilzenich lebende „weltberühmte Heimatforscher“ Heinz Hupperath, dem das Buch auch gewidmet ist.

Der Autor selbst erbringt zudem den Nachweis, „dass die Schlacht im Teutoburger Wald in Simmerath stattgefunden hat und Jack the Ripper aus Monschau kommt“. In einem echtem Eifelbuch muss selbstverständlich auch die Geschichte der Preußen aufgearbeitet werden, „die nicht nur die Fichte in die Eifel gebracht haben“. Die Autoren lassen wissen, dass sie ihr Werk in keine Schublade einordnen möchten. „Es handelt sich nicht um ein Sachbuch, sondern um Literatur mit einem Augenzwinkern“, sind sie sich einig.

Zahlreiche Legenden und Mythen über die Eifel werden aufgegriffen, und die beiden Autoren haben ihre Freude daran, dass es dem Leser einfach nicht gelingt, zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Legende und Satire, zwischen Fakten und Fantasie, zu unterscheiden. Dies verwundert auch nicht, wenn sie erzählen, dass ihnen die besten Ideen beim Genuss von Wildschwein-Frikadellen in der Venn-Herberge Baraque Michel kommen.

An Genuss mangelt es auch dem Leser bei der satirischen Zeitreise nicht, selbst wenn am Ende die Geschichte der Eifel wohl nicht komplett neu geschrieben werden muss.

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