Senioren-Residenz: Neue Leiterin will Kontinuität

Von: P. St.
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Im konstruktiven Dialog mit dem Heimbeirat: Die neue Leiterin der Senioren-Residenz Simmerath, Beate Steinke, möchte die Einrichtung noch stärker in das Ortsgeschehen integrieren. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Das Thema Seniorenbetreuung ist längst kein Randthema mehr, sondern zu einem Teil unserer Gesellschaft geworden“, sagt Beate Steinke. Die 60-Jährige muss es wissen, denn sie ist seit rund 20 Jahren professionell in der Seniorenarbeit engagiert.

Nun ist sie auf ihrer wahrscheinlich letzten beruflichen Station in der Nordeifel angekommen. Vor gut drei Monaten, am 14. Mai, übernahm sie die Heimleitung der Seniorenresidenz Simmerath. „Ich möchte in den kommenden fünfeinhalb Jahren bis zur Rente meine ganze berufliche Erfahrung einbringen“, sagte die waschechte Berlinerin voller Zuversicht. Die ersten 100 Tage in der neuen Umgebung haben sie in ihrer Entscheidung bestärkt, zum Ausklang des Berufsweges noch eine reizvolle Etappe gewählt zu haben.

Der Anspruch von Beate Steinke lautet auch, Kontinuität in das 80 Betten-Haus gegenüber dem Rathaus zu bringen. Die im Jahr 2008 eröffnete Einrichtung kann bereits auf eine wechselvolle Zeit in Bezug auf die Heimleitung zurückblicken. Im sechsten Jahr ihres Bestehens tritt mit Beate Steinke nun auch bereits die sechste Heimleitung im Hause an, das sich nach einem Trägerwechsel jetzt „Alloheim Senioren-Residenz Simmerath“ nennt. Ihr Vorgänger, Einrichtungsleiter Stefan Könnicke, blieb immerhin zwei Jahre im Amt, ehe er eine neue berufliche Herausforderung in der Zentralverwaltung des Unternehmens in Düsseldorf antrat. Die Alloheim Senioren-Residenzen bieten deutschlandweit in 52 Einrichtungen 6000 Pflegeplätze mit insgesamt 4200 Beschäftigten an.

Am Prinzip „Bewährtes fortsetzen und neue Akzente setzen“, möchte Beate Steinke ihre Arbeit orientieren. Sie sei freundlich und offen im Team aufgenommen worden und möchte junge Menschen motivieren, „den wunderschönen, schweren Beruf des Altenpflegers zu ergreifen“. In der Senioren-Residenz Simmerath selbst hat sie bereits ein Zeichen gesetzt und die Zahl der Ausbildungsplätze von vier auf acht erhöht. 78 Mitarbeiter plus acht Auszubildende sind in der Einrichtung tätig, die auch noch über 22 Plätze beim betreuten Wohnen verfügt.

Beate Steinke ist von Hause aus Pädagogin und studierte Neuropsychiatrie. Mitte der 80er Jahre wechselte sie von Berlin nach Köln. Zunächst arbeitete sie als Lehrerin, dann in der Frauenresozialisierung, ehe sie vor 20 Jahren in die Seniorenarbeit einstieg und in mehreren Häusern Erfahrungen in der Heimleitung sammelte.

Den Wechsel von der Großstadt in die ländlich geprägte Eifel empfindet sie durchaus als„krass“, aber die freundliche Aufnahme im Team und die Wahrnehmung des Hauses als lebendiger Bestandteil des Ortes sehe sie als Motivation und Ansporn für ihre weitere Arbeit. „Wir wollen die Bewohner dort abholen, wo ihre Bedürfnisse sind“, sagt Beate Steinke, und Teil der künftigen Konzeption sei es auch, dass den Heimbewohnern feste Bezugspersonen bei den Mitarbeitern zugeordnet würden.

Die Einbindung des Hauses in das örtliche Geschehen möchte sie noch ausbauen. Das Café „Augenblick“ im Erdgeschoss sei für alle Menschen offen, und das Netzwerk in Kooperation mit örtlichen Vereinen und Gruppen sieht sie noch als ausbaufähig an. Erste Kontakte mit dem Ortskartell Simmerath oder auch der neuen Simmerather Selbsthilfsgruppe Aktion Demenz seien bereits geknüpft worden. Auch die Thematik des nicht barrierefreien Rathausplatzes habe sie bereits bei Ortsvorsteher Stefan Haas angesprochen. Während hier eine Lösung von der noch offenen Zuschussfrage abhängt, soll ein anderer Wunsch der Senioren-Residenz umgesetzt werden. Aus Gründen des Feuerschutzes sollen die Parkplätze entlang des Fußgängerbereiches Richtung Krankenhaus wegfallen.

Vorstellen könnte sie sich noch eine stärkere Vernetzung der Senioren-Residenz mit der Bevölkerung. „Es wäre schön, wenn sich Arbeitsgruppen bilden oder ehrenamtliche Mitarbeiter den Bewohner „Zeit spenden“ würden. Viele Bewohner wollten noch ein eigenbestimmtes Leben führen, was auch Ausdruck finde in der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Heimbeirat, der durchaus „offensiv“ seine Wünsche artikuliere.

Die bereits in vielen Punkten praktizierte Integration der Senioren in das gesellschaftliche Leben solle fortgesetzt werden. Den Auswirkungen des demografischen Wandels infolge der deutlich gestiegenen Lebenserwartung müssten sich Gesellschaft und Senioreneinrichtungen stellen. Demenz und Parkinson seien heute neben psychischen Erkrankungen die häufigsten Krankheitsbilder, und auf diese Situation, so Beate Steinke, müsse sich auch das Personal differenzierter einstellen. Die Heimleiterin: „Der Senior kommt heute mit dem Laptop und nicht mehr mit dem Köfferchen ins Heim.“

In einen stärkeren Austausch möchte Steinke auch mit den Angehörigen treten. Die Pflege alter Menschen in den Familien werde heute wieder bewusster gelebt, aber man müsse wissen, dass es in vielen Fällen professioneller Hilfe bedürfe, um diesen Anspruch erfüllen zu können. „Es ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, einen stark an Demenz erkrankten Menschen in der Familie zu pflegen.“

Den Aufbau von Netzwerken sieht die neue Heimleiterin daher auch als ihre große Herausforderung für die Zukunft und ihre Einrichtung: „Wir wollen Senioren ein neues Zuhause in der Gemeinschaft geben.“

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