Sekundarschule steuert auf Sechszügigkeit zu

Von: hes
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Als beratende Mitglieder der Verbandsversammlung des Schulverbands Nordeifel verpflichtet: Die Schulleiter (von links) Franz Anton Dénes (Hauptschule Monschau), Albert Rieger und Ursula Mertens (Konrektor und Rektorin Sekundarschule), Jürgen Momma (Realschule Kleinhau), Peter Groten (Realschule Monschau) und Dr. Lothar Stresius (St. Foto: H. Schepp

Nordeifel/Dueren . Die Verbandsversammlung des Schulverbandes Nordeifel hat in ihrer konstituierenden Sitzung Karl-Heinz Hermanns zum Vorsitzenden gewählt. Die Wahl des Simmerather Bürgermeisters an die Spitze des Verbandes erfolgte ebenso einstimmig wie die Wahl seines Roetgener Amtskollegen Manfred Eis zum stellvertretenden Vorsitzenden der Verbandsversammlung.

Zur Verbandsvorsteherin und damit zur Leiterin des operativen Geschäfts hatte der Schulverband bereits bei seiner Gründung am 26. August 2013 die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter und zu ihrem Stellvertreter Axel Buch (Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald) bestimmt.

Nach der Verbandsgründung vor knapp 14 Monaten nahm am Montagabend im Monschauer Rathaus damit auch die Verbandsversammlung, also das politische Gremium des interkommunalen Verbandes, ihre Arbeit auf. Der konstituierenden Sitzung oblagen zuvorderst wichtige Personalentscheidungen. Neben der Wahl der Verbandsspitze wurden sechs ordentliche und sechs stellvertretende Mitglieder für den Rechnungsprüfungsausschuss gewählt, die die vertreten Fraktionen zuvor benannt hatten.

In nichtöffentlicher Sitzung gab es zwei weitere Personalentscheidungen, betreffend jene beiden Schulen, die ab dem Schuljahr 2018/19 als einzige im Schulverband Nordeifel übrig bleiben: Per Dringlichkeitsentscheidung genehmigte der Verband die Besetzung der Schulleiterstelle an der Sekundarschule Nordeifel durch Ursula Mertens, die dieses Amt bisklang kommissarisch versah.

Ebenso einstimmig sprach sich der Verband für Dr. Bernd Gotzen für die Stelle des Schulleiters am St. Michael-Gymnasium Monschau aus. Hier besitzt der Schulverband allerdings im Auftrag der Schulkonferenz nur ein Vorschlagsrecht, die Entscheidung trifft die Bezirksregierung in Kürze. Ob dort weitere Bewerbungen vorliegen, sei „dem Schulverband nicht bekannt“, wie Verbandsvorsteherin Margareta Ritter mitteilte. Der neue Schulleiter tritt sein Amt am 1. Februar 2015 als Nachfolger von Dr. Lothar Stresius an, der dann in Ruhestand geht.

Hauptschule zieht 2015 um

Neben Personalfragen ging es aber auch bereits um Sachthemen. So bestätigte das Gremium den vom Monschauer Schulausschuss empfohlenen Umzug der Gemeinschaftshauptschule auf der Haag in das Gebäude der Städtischen Realschule bereits zum kommenden Schuljahr (weiterer Bericht folgt).

Eine intensive Debatte entbrannte schließlich bei der Bewertung der aktuellen Schülerzahlen (s. Box), als Sekundarschulleiterin Ursula Mertens mitteilte, dass die Zahlen aus der vergangenen Woche bereits überholt seien, da nächste Woche voraussichtlich je 29 Kinder die beiden sechsten Klassen in Kleinhau besuchen würden; in der Auflistung waren beide Klassen mit 26 Kindern vermerkt. „Interessant, was da noch an Anmeldungen mitten im Schuljahr nachkommt“, so Mertens.

Eine Erhöhung der Klassenzahl sei aber nur der Gestalt möglich, dass Simmerath vierzügig werde, erläuterte Verbandsvorsteherin Ritter, die darauf verwies, dass bei höherer Klassenzahl nicht zwingend auch mehr Lehrer zugewiesen würden.

„Kleinere Klassen würden aber auch die pädagogische Qualität steigern“, brachte die Schulleiterin ein weiteres Argument ins Gespräch. Die Diskussion um eine Vierzügigkeit befeuerte Mertens mit der Information, dass man „am heutigen Tage ein an unserer Schule angemeldetes Kind aus Konzen an den Standort Kleinhau“ habe verweisen müssen, da in Simmerath alle sechsten Klassen mit 30 Schülern die Obergrenze erreicht hätten.

„Ein Aufnahmestopp für eine gerade angelaufene Schule wäre nicht gut“, votierte Günter Scheidt für Vier- bzw. Sechszügigkeit, und auch Waltraud Haake, selbst Lehrerin, gab zu bedenken, „dass die Erprobungsstufenkonferenzen ja jetzt erst anstehen“ und da sicher noch das ein oder andere Kind von der Realschule oder vom Gymnasium zur Sekundarschule wechsle.

Margareta Ritter räumte ein, dass der Wunsch nach Vierzügigkeit für Simmerath „politisch verständlich“ sei, man dürfe aber nicht mit einer vierten Klasse in Simmerath den Teilstandort Kleinhau schwächen, mahnte die Verbandsvorsteherin. Ritter regte schließlich an, das Thema zeitnah mit den Schulleitungen wie auch mit der zuständigen Schulbehörde zu erörtern, die Verbandsversammlung pflichtete dem bei.

In einem weiteren Beschluss wurde die Leitung der Sekundarschule legitimiert, „unter Berücksichtigung der üblichen Entscheidungskriterien und nach Möglichkeit im Einvernehmen mit den Eltern Schüler dem jeweils anderen Standort mit freien Kapazitäten zuzuweisen“. Man erkenne zudem die Notwendigkeit an, so der einstimmige Beschluss, „an beiden Sekundarschulstandorten gleich starke, ausgewogene Klassen zu bilden“.

Der Schulverband Nordeifel ist Träger für derzeit sechs Schulen: die Hauptschulen Hürtgenwald (in Kleinhau) und Monschau-Roetgen-Simmerath (in Monschau), die Realschulen Hürtgenwald (in Kleinhau) und Monschau sowie das St. Michael-Gymnasium Monschau und die Sekundarschule Nordeifel in Simmerath mit dem Teilstandort Kleinhau.

Die Mitglieds-Kommunen Monschau, Hürtgenwald und Simmerath entsenden je sechs politische Vertreter in die nun konstituierte Verbandsversammlung und teilen sich nach einem Schlüssel aus Einwohner- und Schülerzahlen die Verbandsumlage, also die nicht durch sonstige Erträge gedeckten Aufwendungen des Verbandes. Die Gemeinde Roetgen ist kein zahlendes Verbands-Mitglied und entsendet nur drei politische Vertreter in die Verbandsversammlung.

1818 Schüler (Stand 15. Oktober) werden aktuell an den sechs Schulen des Verbandes beschult, davon die mit Abstand meisten am St. Michael-Gymnasium in Monschau (840). Die Städtische Elwin-Christoffel-Realschule Monschau, die keine Schüler mehr aufnimmt und ebenso wie Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen-Simmerath im Jahr 2018 ausläuft, zählt derzeit noch 301 Schüler, wird aber zahlenmäßig im kommenden Schuljahr von der neuen Sekundarschule (aktuell 266 Kinder an zwei Standorten) von Platz zwei verdrängt.

180 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Realschule Hürtgenwald in Kleinhau, 102 Schüler die Hauptschule dort gleich nebenan. Auch diese beiden Eibnrichtungen laufen 2018 aus.

Die zusammengelegte Hauptschule Monschau-Roetgen-Simmerath auf der Haag kommt aktuell auf 129 Schüler und wird, so bestätigte nun der Schulverband einstimmig, bereits zum nächsten Schuljahr in das Gebäude der Realschule am Vennbad Monschau umziehen. (hes)

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