Aachen - Sekundarschule: Jetzt wird Tempo gemacht

Sekundarschule: Jetzt wird Tempo gemacht

Von: Jan Mönch
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Aachen. Nach jahrzehntelanger Diskussion muss jetzt alles ganz schnell gehen. Denn der sogenannte Schulkonsens, den SPD, Grüne und CDU am vergangenen Freitag in einer Sondersitzung des NRW-Landtags verabschiedeten, soll so schnell wie möglich Früchte tragen.

Dass die nötige Änderung von Verfassung und Schulgesetz zügig über den Tisch gehen werden, versprechen nun die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Karl Schultheis (Aachen) und Eva-Maria Voigt-Küppers (Würselen).

Gerade die Städteregion werde bei der Einführung der Sekundarschule „eine ganz ausschlaggebende Position einnehmen”, kündigt Schultheis an. Nicht zuletzt wegen der Kombination aus ländlichen und urbanen Gebieten, die unterschiedliche Entwicklungen etwa bei der Schülerzahl aufwiesen. Denn nicht nur im Süden, also der Eifel, habe man sich lange Zeit große Sorgen um den Erhalt des Schulangebots gemacht, weiß seine Parteifreundin Voigt-Küppers. Auch in ihrem eigenen Wahlkreis, insbesondere in Würselen, biete die im Oktober anstehende Gesetzesänderung endlich die „richtigen Instrumente, um die Schulandschaft zu ordnen”.

Die Kritik von FDP und Linkspartei betrachten die beiden Politiker eher als bestätigend denn als bedenkenswert. „Wenn wir uns zwischen diesen beiden Polen befinden, können wir unsere Sache so falsch nicht gemacht haben”, meint etwa Schultheis. Die Freidemokraten hatten den Konsens als Gleichmacherei gescholten, den Linken hingegen geht er nicht weit genug - dort bezichtigt man Rot-Grün gar des Wahlbetrugs.

Dass nun aus sozialdemokratischer Sicht keine reine Lehre, sondern eben „nur” ein Kompromiss erreicht wurde, verhehlen Schultheis und Voigt-Küpper auch nicht. Nach jahrzehntelanger Diskussion jedoch sei es Zeit gewesen, dass die Schulpolitik aus der „Sackgasse” (Schultheis) kommt. Man dürfe nicht vergessen, dass die Debatte gerade ihrer Dauer wegen auch „zu Lasten der Schülerinnen und Schüler” ausgetragen wurde. Damit weist Schultheis auch die Kritik des Juso-Vorsitzenden Veith Lemmen zurück. Dieser hatte die Landesregierung am Wochenende zum „Nachsitzen” aufgefordert.

Schultheis zeigt sich überzeugt, dass sich die Unsicherheit von Eltern und Lehrern mit der Zeit legen werde - und verweist in diesem Zusammenhang auf die Geschichte der Gesamtschule: „Es brauchte einen riesigen Kampf, die erste Gesamtschule in Aachen einzurichten.” In diesem Schuljahr ging dann wegen der überwältigenden Nachfrage sogar eine vierte Gesamtschule an den Start.

Wirtz: Schulkonsens trägt CDU-Handschrift

Zufrieden ist auch der Stolberger CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz, der betont: „Es ist unsere Handschrift, die dieser Schulkonsens trägt.” Wobei er hinzufügt, die zwischen CDU, SPD und Bündnisgrünen vereinbarten Ziele würden „fair umgesetzt”.

Durch die Verfassungsänderung wird laut Wirtz ein vielfältiges Schulsystem für Nordrhein-Westfalen festgeschrieben. Die neue Sekundarschule verbinde die Qualität von Haupt- und Realschule und ermögliche ein attraktives Schulangebot auch bei zurückgehenden Schülerzahlen, wobei die Verantwortung über die Schulform bei den Schulträgern vor Ort liege. Zudem gebe es nun Planungssicherheit für zwölf Jahre, betont Wirtz.

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