Sekundarschule: Das Ende der Bauzeit ist in Sicht

Von: hes
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Schön, aber wohl bald zu klein: die neue Mensa der Sekundarschule.

Simmerath. Im Moment kann man es sich noch nicht so recht vorstellen, aber mit dem letzten Tag dieses Jahres sollen tatsächlich Baufahrzeuge und Lieferwagen, Leitern, Baumaterial und Farbeimer an der Sekundarschule verschwunden sein.

So zumindest frohlockte die Simmerather Gemeindeverwaltung nun im Sachstandsbericht zur Sanierung des Gebäudes an der Walter-Bachmann-Straße, der dem Struktur- und Hochbauausschuss in der letzten Sitzung 2013 vorgelegt wurde.

Nur noch Außenarbeiten

Danach kann „die energetische und bauliche Sanierungsmaßnahme nun nach über vierjähriger Bauzeit fristgerecht zum 31. Dezember 2013 beendet werden.“ Lediglich die Außenarbeiten an der Grünanlage und zur Leitungsverlegung können aus Witterungsgründen erst zum Frühjahr abgeschlossen werden, gehören aber nicht unmittelbar zur energetischen Sanierung.

In ihrem Bericht blendete die Verwaltung insbesondere noch einmal auf die geänderte Art der Sanierung zurück,nach der das Gebäude zunächst im Passivhaus-Standard saniert werden sollte. So heißt es im Bericht: „Im Jahr 2009 erhielt die Gemeinde Simmerath den Bescheid der Bezirksregierung Köln über die Zuwendung in Höhe von 4,397 Millionen Euro für die energetische und bauliche Sanierung der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule mit Zweifach-Sporthalle.

Die Bauarbeiten an der Zweifach-Sporthalle, dem WC-Trakt und einem Teil des Schulgebäudes konnten bis Ende 2012 abgeschlossen werden. Die energetische und bauliche Sanierung der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule Simmerath mit Zweifach-Sporthalle sollte so durchgeführt werden, dass eine Zertifizierung des Schulgebäudes und der Zweifach-Sporthalle als „Qualitätsgeprüftes Passivhaus” erfolgen kann. Somit sollte das Schulgebäude als Altbau nach den gleichen Kriterien wie bei Neubauten zertifiziert werden“, so der Verwaltungsbericht – und so weit die Theorie. Doch es kam bekanntlich anders.

„Bei einem Neubau kann eine rundherum hochwärmegedämmte und wärmebrückenfreie Konstruktion realisiert werden. Im Altbau lässt sich dies jedoch nicht lückenlos umsetzen, so dass der Passivhausstandard häufig nicht mit vertretbarem Aufwand erreicht werden kann. Bei der Zweifach-Sporthalle hat sich gezeigt, dass immer wieder nachgebessert werden musste, damit die Anforderungen an Passivhäuser erfüllt werden konnten.Diese Nachbesserungen waren sehr teuer und daher sehr unwirtschaftlich“, erinnerte die Verwaltung. Deshalb habe auch die Passivhaus Dienstleistung GmbH festgestellt, „dass der Passivhausstandard für das Schulgebäude nicht sinnvoll ist bzw. wirtschaftlich nicht erreicht werden kann.“

Schließlich wurde der Sanierungsstandard zurückgefahren, wie es im Bericht weiter heißt: „Für Altbauten wurde vom Passivhausinstitut der sogenannte EnerPHit-Standard entwickelt, nach dem Altbauten, die mit Passivhaus-Komponenten modernisiert wurden, zertifiziert werden können. Dies setzt voraus, dass die Modernisierung auf Passivhausstandard aufgrund vorhandener Gebäudeeigenschaften bzw. der Bausubstanz unwirtschaftlich oder baulich nicht möglich wäre. Die energetische Sanierung des Schulgebäudes nach Passivhausstandard verursacht im Verhältnis zum EnerPHit-Standard erhebliche Mehrkosten.Der Fördergeber war damit einverstanden, die bauliche und energetische Sanierung des Schulgebäudes nach dem EnerPHit-Standard als deutschlandweites Pilotprojekt durchzuführen“, so der Verwaltungsbericht.

Das Hin und Her bei der Art der Sanierung wurde im Struktur- und Hochbauausschuss sehr unterschiedlich bewertet. Während Christoph Poschen (CDU) sich freute, dass „ein gewaltiges Vorhaben nun endlich abgeschlossen“ werden könne und man alsbald „ein tolles Gebäude für die neue Schule“ habe, ging Siegfried Peeters hart ins Gericht: „Hier haben wir viel Lehrgeld bezahlt und uns auch als Ausschuss nicht mit Ruhm bekleckert“, kritisierte der SPD-Sprecher und sah „Rat und Verwaltung vom Dienstleister „zum Narren gehalten“. Die SPD habe von Anfang an Bedenken wegen des hohen Standards gehabt, doch seien diese vom Planer harsch zurückgewiesen worden.

Siegfried Peeters dankte den Schülern und Lehrern für ihre Geduld, die sie während der mehr als vierjährigen Bauphase hätten haben müssen. „Die meisten können nun nicht mehr davon profitieren“, bedauerte Peeters mit Blick auf den Weggang der Hauptschule, sieht aber die neue Schule auf einem guten Weg: „Ich habe den Flyer gesehen, und damit kann man sich wirklich sehen lassen.“

Der Verwaltungsbericht schaute abschließend nach vorne: „Die energetische und bauliche Sanierungsmaßnahme kann nun nach über vierjähriger Bauzeit fristgerecht zum 31. Dezember 2013 beendet werden. In den nächsten drei Wochen werden die letzten Maler-, Trockenbau-, Elektro-, Isolier- und Fassadenarbeiten durchgeführt. Neben der energetischen Sanierung wurden unter anderem die sanitären Anlagen erneuert und die Barrierefreiheit hergestellt. Außerdem stand die Anpassung des baulichen Brandschutzes im Vordergrund.“

Auch die Verwaltung verweist in ihrem Report auf die Umstände der mehr als vierjährigen Arbeiten hin: „Die Baumaßnahme konnte nicht nur in unterrichtsfreier Zeit durchgeführt werden, so dass auch der Schulleitung, dem Lehrerkollegium und auch den Schülern der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule und der jetzigen Sekundarschule für ihr Verständnis und ihre Geduld verwaltungsseitig ein Wort des Dankes ausgesprochen wird.“

Nach komplettem Abschluss der Baumaßnahme ist für die erste Sitzung des Struktur- und Hochbauausschusses im Jahr 2014 übrigens eine Besichtigung des Baukörpers mit allen Ausschussmitgliedern vorgesehen.

Neue Mensa ab dem Schuljahr 2015/16 zu klein

In den Jahren 2010 bis 2011 wurde an der damaligen Gemeinschaftshauptschule Simmerath eine Mensa für rund 230.000 Euro angebaut, gefördert mit 100.000 Euro aus dem sogenannten 1000 Schulen-Programm.Diese Mensa kann mit bis zu 60 Personen besetzt werden, die gleichzeitig eine Mahlzeit zu sich nehmen. Im Zwei-Schichtbetrieb können maximal 120 Personen versorgt werden.

Mit der Sekundarschule Nordeifel fand im Sommer ein neues zukunftsweisendes Schulangebot für die Region ihren Hauptstandort in Simmerath in den Räumlichkeiten der 2010 bis 2013 energetisch und baulich sanierten ehemaligen Hauptschule.

Der dreizügige Standort in Simmerath umfasst 90 Schüler des Schuljahres 2013/14. Anhand dieser Schülerzahl wird deutlich, dass die jetzige Mensa an ihre Kapazitätsgrenze stoßen und ab dem Schuljahr 2015/16 keinesfalls mehr ausreichen wird. Geht man davon aus, dass die kommenden Schuljahre ebenfalls dreizügig sein werden, so wären in fünf Jahren mehr als 500 Schüler am Standort Simmerath. Erfahrungswerte anderer Mensen an vergleichbaren Schulen zeigen, dass ein Platzbedarf für 250 bis 300 Schüler vorgehalten werden sollte.

Die Frage ist nun, ob die bestehende Mensa erweitert werden kann oder ob es günstiger wäre, den kompletten Neubau einer Mensa für 250 Sitzplätze anzustreben. „Ein Neubau einer Mensa ließe sich möglicherweise besser und auch kostengünstiger realisieren“ verwies die Verwaltung im Strukturausschuss auf eine erste, vorsichtige Kostenschätzung (laut Architektenkammer) von 1,3 Mio. Euro für ein solches Vorhaben.

Die Verwaltung, so beschloss der Strukturausschuss, soll nun bis zur nächsten Sitzung mindestens drei Entwurfsplanungen (Konzepte) für den Neubau oder Anbau einer Mensa incl. Kostenaufstellung einholen. Mit 300.000 Euro in 2014 und einer Million Euro für 2015 soll das Projekt im Haushalt vermerkt werden.

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