Sekundarschul-Standorte klagen über trostlose Schulhöfe

Von: hes
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Die Gebäude der Sekundarschule am Kranzbruchvenn in Simmerath wurden in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und erneuert – der Schulhof aber ist nach wie vor ein reiner – und noch dazu schadhafter – Parkplatz und taugt nicht als Erholungsraum in den Pausen. Foto: Heiner Schepp
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Auf dem Schulhof des Gymnasiums in Monschau gibt es zumindest die ein oder andere grüne Insel, der Unterstufen-Schulhof wurde mit Unterstützung von Sponsoren ein wenig aufgewertet. Weite Teile des Schulhofs wirken aber nach wie vor eher wie ein Parkplatz. Foto: Archiv/Stollenwerk

Simmerath. 13,7 Millionen Euro hat die Gemeinde Simmerath in den vergangenen Jahren in den Um- und Ausbau ihres Schul- und Sportzentrums am Kranzbruchvenn investiert: 9,3 Millionen Euro Eigenmittel der Gemeinde und 4,3 Millionen Euro Fördergeld flossen in die Sanierung der damaligen Hauptschule, den Umbau und die Modernisierung zur Sekundarschule samt neuer Mensa und das große Sportpaket mit dem Neubau von Schwimmbad und Kunstrasenplatz sowie der Sporthallensanierung von Grund auf.

„Jetzt fehlt nur noch der Schulhof“, titelte unsere Zeitung unlängst, als die Mensa Eröffnung feierte, denn der fromme Wunsch nach einer attraktiveren Gestaltung der Freiräume auf dem Schulgelände klang dort mehr als nur zwischen den Zeilen heraus.

In der Versammlung des Schulverbandes Nordeifel, der seit drei Jahren auch für die beiden Sekundarschul-Standorte in Simmerath und Hürtgenwald-Kleinhau zuständig ist, wurde Schulleiterin Ursula Mertens schon deutlicher: „Die Kinder finden in der Schule samt Mensa jetzt wirklich gute Bedingungen vor; aber es ist traurig, über den Schulhof zu gehen. Und es ist traurig zu sehen, woran Kinder sich in ihren Pausen abarbeiten, wenn sie nichts anderes haben“, berichtete die Schulleiterin von abenteuerlichen (aber verbotenen) Klettertouren und Ausflügen ihrer Schüler in den Pausen.

Dabei ist der Standort Simmerath mit neun Klassen in den Jahrgängen fünf, sechs und sieben derzeit erst halb belegt – die Schülerzahl wird sich also in den kommenden drei Jahren noch verdoppeln.

Kernproblem ist wohl, dass die Schule den riesigen asphaltierten Hof zwischen Mensa und Schulgebäude – auch und besonders vor dem Hintergrund des gebundenen Ganztags – gerne als Pausen- und Erholungslandschaft gestaltet sähe. Die Gemeinde jedoch hat ein Platzproblem, wenn bei Sport- und Großveranstaltungen in Schule und Sporthalle die rund 100 ausgewiesenen Parkplätze nicht mehr für Autos zur Verfügung stünden. „Frau Mertens hat mich diesbezüglich bereits intensiv bearbeitet“, meinte Simmeraths Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Karl-Heinz Hermanns augenzwinkernd im Schulverband.

Kein Trost ist es für den Sekundarschulstandort Simmerath, dass am Nebenstandort in Kleinhau das gleiche Problem drängt. Das Schulzentrum Hürtgenwald beheimatet neben der Sekundarschulfiliale mit schon jetzt fast 170 Kindern auch die beiden auslaufenden alten Schulformen, die Hauptschule (aktuell 73 Kinder) und die Realschule (137) mit den Klassen acht bis zehn. Alle drei im Schulzentrum Kleinhau etablierten Schulen hatten kürzlich den Antrag gestellt, den Schulhof des Zentrums aufzuwerten.

Die Gemeinde aber fühlte sich für den Antrag der Schulleiter nicht zuständig: „Das ist die Sache des Schulträgers, des Schulverbandes Nordeifel“, sagte Hürtgenwalds CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Hieke in der Ratssitzung. Außerdem habe man dafür auch kein Geld. Der Antrag wurde daher an den Schulverband Nordeifel weitergereicht, wo Hürtgenwalds Bürgermeister, der auch stellvertretender Verbandsvorsteher ist, bekräftigte, dass seine Gemeinde „kein Budget für Schulhofgestaltung“ habe.

Im Schulverband wies Verbandsvorsteherin Margareta Ritter darauf hin, dass man sich nicht nur für die beiden Sekundarschulstandorte attraktivere Schulhöfe wünsche, sondern auch für das St.-Michael-Gymnasium, wie dessen Schulleiter Dr. Bernd Gotzen bestätigte: Zwar habe man mit Unterstützung des Fördervereins und durch Sponsoren in den vergangenen Jahren besonders auf dem Unterstufenschulhof „das ein oder andere gemacht“, jedoch sei auch der große Schulhof am MGM „in erster Linie ein Parkplatz“.

Abhilfe tut also in allen drei Fällen Not, will aber finanziert sein. Und wenn nicht jede Kommune für eine Aufwertung des Schulhofes auf ihrem Gebiet aufkommen kann und will, dann werden die Kosten im Verband umgelegt und von allen gezahlt – gemessen vor allem an der Zahl der Schüler.

Der Haushalt des Schulverbandes für 2016 ist bereits verabschiedet, demnach ist vor 2017 nicht mit Mitteln aus der Zweckverbandskasse zu rechnen, wie Margareta Ritter erläuterte. Das ärgerte Heidi Rogner, Leiterin der Hauptschule Kleinhau sicht- und hörbar: „Wir tragen den Wunsch nach einer Verbesserung der Situation seit Jahren an die Gemeinde Hürtgenwald heran, aber der Schulhof sieht immer noch so aus, wie er 1972 für eine Halbtagsschule gebaut wurde“, rechnete Rogner vor und ergänzte: „Das ist eine Wüste!“

Man werde, lenkte der Vorsitzende der Verbandsversammlung die Diskussion in eine optimistischere Richtung, „nun in allen drei Fällen gemeinsam mit den Schulleitern einmal planen, was notwendig und machbar ist“, sagte Karl-Heinz Hermanns. Dann werde man „im Schulverband die Köpfe zusammenstecken“ und versuchen, den Schulen zu helfen – so bald wie möglich, so Hermanns, der im Gespräch mit unserer Zeitung aber auch betonte: „Wir haben in diesem Bereich in den letzten Jahren nun wirklich viel Geld in die Hand genommen und haben auch noch andere Interessen zu berücksichtigen.“

Das verhält sich etwas anders im Falle der Kanalleitung, die quer über den Schulhof der Sekundarschule verläuft und voraussichtlich schon im kommenden Jahr mit einem Kostenaufwand von 300.000 Euro erneuert werden wird. Möglicherweise werde im Zuge dieser Arbeiten dann auch die Gestaltung des Schulhofes angepackt, sagte Hermanns, bekräftigte aber: „Die Parkmöglichkeit für rund 100 Fahrzeuge muss dabei jedoch auf jeden Fall erhalten bleiben.“

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