Seitenwechsel: Seltener „Brandeinsatz” in Simmerath

Von: CK
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Auf dem Seminar für Journalisten des DRK konnten Rettungskräfte und Reporter einmal unter Realbedingungen die Rolle des jeweils anderen kennenlernen. Hier bei einem simulierten Einsatz in einem Jugendhaus, bei dem es mehrere Verletzte gegeben hat. Foto: Carmen Krämer

Simmerath. Feuer im Jugendtreff - lodernde Möbel, brennende Vorhänge und einige verletzte Jugendliche. Glücklicherweise konnte das Feuer am Samstag schnell gelöscht werden, aber einige der Jugendlichen erlitten schwere Rauchvergiftungen und Brandverletzungen.

Zur Rettung eingetroffen waren die Simmerather Feuerwehr, Hilfskräfte vom Deutschen Roten Kreuz und - und das war das Besondere an dem Brand in Simmerath - Journalisten aus dem gesamten Nordrheingebiet.

Wo sie normalerweise nur hinkommen um Blut, kaputtes Blech oder brennende Wohnungen abzulichten, packten einige der Reporter beherzt mit an und halfen den Rettungskräften bei der Erstversorgung von Verletzten. Der DRK Landesverband hatte die Journalisten eingeladen, in der neu eingerichteten Übungshalle im Trainingszentrum für Einsatzkräfte der DRK-Landesschule in Simmerath an einer Rettungsübung teilzunehmen.

Neben zehn Journalisten aus Rundfunk, Fernsehen und Printmedien waren 50 freiwillige Helfer des Löschzugs der Simmerather Feuerwehr, der Einsatzeinheit Süd des DRK und der Realistischen Unfalldarstellung der Euregio (RUD) zugegen, um gemeinsam die Rollen der jeweils anderen Seite kennenzulernen.

Hierzu sollten die Reporter zunächst die orange Schutzkleidung anziehen, bevor sie mit drei Krankenwagen zum 30 Meter entfernten Unfallort auf dem Trainingsgelände gefahren wurden. Dort wurden die Patienten nach und nach aus dem brennenden Jugendheim herausgetragen und durch erste Hilfe versorgt.

In alter Gewohnheit starteten einige der Reporter sofort ihre Aufnahmen, einige hatten jedoch, vermutlich bedingt durch ihre Schutzkleidung, das Bedürfnis, sich nicht um blutige Aufnahmen, sondern um die Patienten selbst zu kümmern, sodass die Rollen teilweise vertauscht wurden.

„Wir möchten, dass Journalisten und Rettungshelfer ein Verständnis für die jeweils anderen Rollen bekommen. Schließlich kann es in brenzligen Situationen schon mal zu Konflikten zwischen beiden Parteien kommen”, erklärt Anja Martin, Pressesprecherin des DRK Landesverbandes ihr Anliegen.

Ein Einblick in die Rolle des anderen war an diesem Vormittag gegeben und das nicht nur durch die schauspielerischen Leistungen der Unfallopfer, sondern auch durch die Technik in der neuen Übungshalle, die am 8. Mai offiziell eingeweiht wird. Diese dient mit ihrer Nebelmaschine, den optischen und akustischen Simulationen, einem Baugerüst, einem mobilen PKW und vielem mehr als realitätsnahe Kulisse für die verschiedensten Einsatzübungen.

Über Kameras, die überall in der Halle angebracht sind, ist es den Rettungskräften möglich, ihr Verhalten nach der Übung selbst zu analysieren.

Nicht nur für die Rettungskräfte war die Übung mit den Journalisten eine neue Erfahrung. Auch die Reporter waren begeistert von dem Seminar und waren sich einig, dass das Seminar sinnvoll sei und weitergeführt werden soll.
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