Mützenich - Seit über einem Jahr liegen die Rohre am Straßenrand. Wann ist Schluss?

Seit über einem Jahr liegen die Rohre am Straßenrand. Wann ist Schluss?

Von: hes
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Seit über einem Jahr liegen die Rohre auf dem Bankett der Straße Steindriesch in Mützenich und stellen für Bürger Jürgen von den Driesch eine Verkehrsgefährdung dar. Foto: H. Schepp

Mützenich. Für die Behörden ist es letztlich nur eine Lappalie – für Bürger Jürgen von den Driesch dagegen ein Ärgernis und eine schier endlose Posse: Vor genau einem Jahr ließ die Städteregion Aachen als Untere Wasserbehörde an der Straße „Steindriesch“ in Mützenich die Grabenverrohrung auf einer Länge von knapp 20 Metern durch den Bauhof der Stadt Monschau herausnehmen.

Seither, also seit über einem Jahr, fristen die Rohre dort am Straßenrand ein oberirdisches Dasein und stellen für Jürgen von den Driesch ein Verkehrshindernis, ja sogar eine Gefährdung des Straßenverkehrs dar. Zumindest dieser Missstand soll nun bald beseitigt werden, wie unsere Zeitung auf Anfrage bei der Stadt Monschau erfuhr: „Die Stadt wird in den nächsten Tagen die Rohre beseitigen“, kündigte Franz-Karl Boden von der Stadtverwaltung nun an.

Absprache und Genehmigung

Für Jürgen von den Driesch ist die leidige Angelegenheit damit dennoch nur unbefriedigend gelöst. Denn die Beseitigung der Rohre aus dem öffentlichen Straßenraum ist das eine – die Herausnahme aus dem Graben und vor allem die Behördenreaktion auf seinen Protest das andere.

„Die Verrohrung des namenlosen Gewässers vor meinem Grundstück wurde damals, 1972, in Absprache und Genehmigung mit der Stadt Monschau auf Kosten meines Vaters hergestellt“, erinnert von den Driesch an den Anfang der 70er-Jahre, als sein Vater die Dreieckshäuser am Steindrich gebaut habe. Die Sache mit der Genehmigung sieht man bei der Stadt Monschau aber etwas anders: „Auf diesem Grundstück gibt es einige, zum Teil recht lange Verrohrungen des die Straße begleitenden namenlosen Gewässers, deren Ursprung bzw. Urheberschaft nicht immer klar ist.

Als Straßen- und Gewässerunterhaltungspflichtige ist die Stadt im vergangenen Jahr durch die Untere Wasserbehörde bei der Städteregion aufgefordert worden, die ungenehmigten und auch nicht genehmigungsfähigen Verrohrungen zu entfernen, um die Durchgängigkeit des Gewässers wenigstens teilweise wiederherzustellen. Dieser Aufforderung ist sie gefolgt“, schrieb die Stadt, und die Städteregion ließ über ihren Pressesprecher wissen: „Die Verrohrung eines Gewässers ist wasserrechtlich genehmigungspflichtig, da Durchlässe und Verrohrungen sich störend auf die Durchgängigkeit des Gewässers auswirken.

Genehmigungen für die Verrohrungen in der Straße Steindriesch liegen nicht vor, und beim Ortstermin war die Notwendigkeit der Verrohrungen auch nicht erkennbar“, so Detlef Funken. „Dann ist es aber inkonsequent, warum die Rohre nur vor meinem Grundstück herausgenommen werden mussten“, erwidert Jürgen von den Driesch.

Der Architekt, der das Haus im Steindriesch als Zweitwohnsitz angemeldet hat, sieht in der Grabenverrohrung mehr Nutzen für die Allgemeinheit als Gefahr für Fauna und Flora: „Auch wenn es nur eine kleine Anliegerstraße ist, rollt hier, vor allem an den Wochenenden, einiges an Verkehr rauf und runter. Da wäre es schon sinnvoll, wenn der seitliche Grünstreifen als Ausweichfläche überfahrbar wäre“, erläutert er. Auch für den Übertritt von seinem Grundstück und zum Schutz der Wurzel einer über 40 Jahre alten Esche hält von den Driesch die Verrohrung für sinnvoll und beantragte daher, die Rohre wieder einbauen zu lassen.

„Ignoranz und Arroganz“

Das aber lehnen beide Behörden mit der oben genannten Begründung ab, weshalb sich der Bürger von ihnen „im Stich gelassen“ fühlt. Jürgen von den Driesch: „Noch schlimmer als die Ablehnung in der Sache aber finde ich die Ignoranz und Arroganz der beteiligten Behörden, die mir bis heute nicht mal den Eingang meines Antrags bestätigt haben. So etwas ist mir in meiner 30-jährigen Arbeit als Architekt im Umgang mit Behörden noch nicht vorgekommen.“

 

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