Seine Rasenmäher machen „mäh“

Von: ag
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Die tierischen Rasenmäher von Bruno Gerhards aus Rohren laufen nicht mit Benzin oder Strom: Die Schafe brauchen Wasser und Gras. Darum müssen sich die potenziellen Mieter kümmern. Foto: A. Gabbert

Rohren. Rund 50 kleine Rasenmäher haben die Mutterschafe von Bruno Gerhards aus Rohren in diesem Frühjahr auf die Welt gebracht. Vier bis fünf Monate bleiben sie nach der Geburt bei ihren Müttern. Danach werden sie verkauft oder eben als Mietrasenmäher eingesetzt.

Vor 20 Jahren kam der Garten- und Landschaftsbauer auf die Idee, die Schafe zur Pflege seiner Weihnachtsbaumkulturen einzusetzen. „Ich hatte damals in der Fachliteratur von einer speziellen Rasse gelesen, die im Gegensatz zur Heidschnucke nicht alles kahl frisst“, erklärt Gerhards. Seitdem fressen sich seine Shropshire-Schafe durch die Weihnachtsbaumkulturen ohne durch Verbiss allzu viel Schaden an den Bäumen anzurichten. „Ein bisschen muss man darauf aber schon noch achten“, sagt Gerhards.

Der große Vorteil ist aber, dass er durch die Schafe auf den Einsatz von Herbiziden verzichten kann. Das erste Mal kommen die Schafe zum Einsatz, wenn die Bäume austreiben, das zweite Mal, wenn der Baum im Holz ausreift. „Das schmeckt ihnen dann nicht mehr so gut.“

Inzwischen hat Gerhards mehr Tiere als er für den Einsatz in den Kulturen braucht. Deshalb kam er auf die Idee, seine Schafe „an Leute, die ökologisch denken“, als Rasenmäher zu vermieten.

„Für denjenigen, der ein schwierig zu bewirtschaftendes Grundstück hat – zum Beispiel im Hang – sind die Schafe eine gute Alternative“, sagt Gerhards. Wie viele Quadratmeter die Tiere pro Tag „mähen“ können, hängt von der Höhe und der Dichte des Bewuchses ab. „Zehn Tiere schaffen am Tag 40 bis 50 Quadratmeter“, schätzt Gerhards. Sieben bis acht Stunden verbringen sie am Tag mit Fressen, der Rest besteht aus wiederkäuen, dösen und schlafen.

Falls das Grundstück nicht eingezäunt sein sollte, bringt Gerhards einen mobilen Weidezaun mit. Die Schafe werden mit Brot auf einen Anhänger gelockt und zum Einsatzort transportiert. „Das funktioniert sehr gut.“ Der Kostenfaktor ist dann von der jeweiligen Situation vor Ort abhängig. „Normalerweise reicht es aus, die Tiere zwei- bis dreimal im Jahr einzusetzen. Oder man lässt wenige Tiere das ganze Jahr auf dem Grundstück weiden“, sagt Gerhards.

Mieten sollte man mindestens zwei Schafe, weil sich die Herdentiere nur in Gesellschaft von Artgenossen wohl fühlen.

Mit Benzin oder Strom laufen die tierischen Rasenmäher nicht, aufgetankt werden müssen sie aber auch regelmäßig. Um das Wasser für die Schafe müssen sich die Mieter kümmern.

Bei Interesse ist Bruno Gerhards unter Telefon 02472/1451 beziehungsweise Telefon 0172/8121703 zu erreichen.

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