Imgenbroich - Seil auf dem Weg bringt Radfahrer zu Fall

Seil auf dem Weg bringt Radfahrer zu Fall

Von: P. St.
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Als offizieller örtlicher Wanderweg in Imgenbroich ist die „Jönstech Jaß“ ausgewiesen.

Imgenbroich. Mit einem schlimmen Sturz endete jetzt für einen Radfahrer sein Ausflug in die Eifel. Bei schönstem Feiertagswetter war der 29-Jährige aus Aachen am vergangenen Freitag mit seinem Mountainbike in der Eifel bei Imgenbroich unterwegs.

Die Fahrt führte ihn zunächst vorbei am Gewerbegebiet hinunter in Richtung Wanderparkplatz Belgenbachtal.

Er fuhr aber nicht bis ins Tal, sondern bog kurz vorher nach rechts in den Waldweg Richtung Belgenbacher Mühle ein. Den Imgenbroichern ist dieser Weg, der auch als offizieller örtlicher Rundwanderweg ausgeschildert ist, besser als „Jöntesch Jaß“ bekannt.

Aber schon nach rund 500 Metern nahm die Fahrt durch den sonnendurchfluteten Herbstwald ein jähes und schmerzhaftes Ende. Der 29-Jährige wurde wie von Geisterhand plötzlich von seinem Fahrrad gerissen und schlug mit dem Gesicht hart auf dem Weg auf. Der junge Mann wusste im ersten Moment überhaupt nicht wie ihm geschehen war. Als er sich dann wieder aufrappelte und umschaute, erkannte er rasch die Ursache seines schmerzhaften Aufpralls.

Über der gesamten Breite des Waldweges baumelte in etwa 20 Zentimeter Höhe ein Drahtseil, das er während der Fahrt glatt übersehen hatte. Das Seil war schon leicht angerostet und im diffusen Licht des Waldes in der Tat kaum auszumachen. Rechts und links des Weges waren zwei rostige Pfosten in der Erde verankert, die dazu dienten, das Seil einzuhängen.

Um diese Details aber kümmerte sich der verletzte Radfahrer erst einmal nicht, sondern suchte blutüberströmt eine ihm gut bekannte Familie in Imgenbroich auf. Diese begleitete den 29-Jährigen ins Simmerather Krankenhaus, wo er nach ambulanter Behandlung, aber mit noch großen Schmerzen entlassen werden konnte.

„Ich habe wahnsinniges Glück gehabt. Mein Gesicht ist zwar kaputt, aber es ist zum Glück nichts gebrochen“, sagt der verletzte Radfahrer. Sein erster Gedanke nach dem Sturz sei gewesen, dass hier jemand bewusst einen Fallstrick gelegt habe, um Radfahrer, Reiter oder auch andere Nutzer auf rücksichtslose Art und Weise am Weiterfahren zu hindern.

Von einer gezielten Aktion, in der Absicht, ungeliebte Wegenutzer mit Hilfe einer Seilfalle zu stoppen, geht die Polizei aber nicht aus. Noch während der Behandlung im Krankenhaus nahm die Polizei den Sachverhalt zu Protokoll und erwähnte bei dieser Gelegenheit auch, dass man über Waldwege gespannte Seile auch schon in anderen Orten der Eifel angetroffen habe. Wie Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage berichtet, hätten sich die Beamten vor Ort ein Bild gemacht und festgestellt, dass das Drahtseil wohl schon über mehrere Jahre hier befestigt sei. Darauf hätten deutlich erkennbare Abnutzungsspuren hingewiesen.

Von dieser seltsamen Form, auf eine Wegesperrung aufmerksam zu machen, zeigte sich die Polizei indes nicht sehr begeistert und kennzeichnete das über dem Boden baumelnde Seil mit Flatterband, um in aller Deutlichkeit auf die Gefahrenstelle hinzuweisen. Außerdem möchte man jetzt den Eigentümer der Waldparzelle ausfindig machen und die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme zur Diskussion stellen.

Offenbar gehe es darum, an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, dass es sich für Fahrzeuge nicht empfehle weiterzufahren, da sich der relativ breite Wege in seinem weitere Verlauf verjünge.

Auch der Geschädigte hält es für dringend erforderlich, dass das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht wird, damit es nicht noch zu weiteren folgenschweren Stürzen an dieser Stelle kommt. Nirgendwo sei erkennbar, dass man sich eventuell auf einem Privatweg befinde, sagt der 29-Jährige. Wenn dies aber der Fall sei oder Wegenutzer darauf aufmerksam gemacht werden sollten, dass aus irgendeinem Grund der Weg ab diesem Punkt nicht mehr weiter genutzt werden solle, dann gebe es sicherlich auch andere Möglichkeiten darauf hinzuweisen, anstatt ein kaum erkennbares Drahtseil über den Weg zu spannen. „Das ist keine besonders clevere Lösung.“

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