Einruhr - „Seensucht“ und „Eifel“ schippern wieder über den Obersee

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„Seensucht“ und „Eifel“ schippern wieder über den Obersee

Von: Carsten Rose
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Schiff
Bis Freitag noch an der Leine in Einruhr: die „Eifel“ (l.) und die „Seensucht“. Foto: Carsten Rose

Einruhr. Rudolf Baum ist ein bisschen spät dran. Schweißperlen oder Unruhe sieht man bei ihm aber nicht, er hat Zeit für ein Pläuschchen über die „Seensucht“ und die „Eifel“, die ab Freitag wieder ab Einruhr über den Obersee schippern.

Baum ist Obersee-Leiter und Kapitän der Rurseeschifffahrt – und „Putzmann“. Deshalb schnappt er sich Besen und Lappen für das Gröbste auf Deck. „Für die Malerarbeiten draußen ist es mir noch zu kalt“, sagt er.

Nach dem Winter starten die beiden Schiffe an diesem Wochenende in die ersten beiden Tage der Vorsaison, die danach vom 25. März (Karfreitag) bis zum 30. April weitergeht. Die Hauptsaison startet am 1. Mai. Die „Stella Maris“ und die „Aachen“ stechen parallel in den Rursee. Diese Schiffe, die jeweils um mehr als 200 Plätze größer sind, werden in Schwammenauel auf den Frühling vorbereitet.

Waltraud Heuken, die Geschäftsführerin der Rurseeschifffahrt mit Sitz in Heimbach, hat an den beiden Dieselschiffen nach den kalten Monaten keine größere Schäden zu beklagen. „Gott sei Dank nicht“, sagt sie, „es sind bei den starken Stürmen nur zwei Festmacher, also Ketten kaputtgegangen.“

Die Winterpause haben die „Seensucht“ und die „Eifel“ unter ihren Planen an der Anlegestelle Einruhr problemlos überstanden. Man hätte ja auch keinen richtigen Winter gehabt, sagt Baum trocken. Vor etwa drei Jahren, da sei das anders gewesen, als der See mal komplett zugefroren gewesen sei.

Die niedrigen Temperaturen am Morgen haben aber auch ohne dennoch einen Einfluss – nämlich auf den Arbeitsablauf. „Nach dem Start beginnt kommende Woche erst der richtige Abwasch von außen“, sagt Rudolf Baum, „bis jetzt ging das noch nicht. Gab‘ ja morgens noch Frost.“ Die Arbeiten werden einige Tage dauern; seit kurz nach Fastnacht sind Baum und ein fünfköpfiges Team mit dem Frühjahrsputz beschäftigt. „Weil Ostern so früh ist, ist das ein bisschen problematisch für uns“, sagt Kapitän Baum.

Zwölf Jahre ist der 59-Jährige Käpt‘n auf dem Obersee, angefangen hat er jedoch als Maler und Lackierer. Es sei üblich, dass Kapitäne eine handwerkliche Ausbildung in der Tasche haben – sonst wäre das Geschäft für die Rurseeschifffahrt wohl nicht mehr so rentabel. „Es würde sonst gar nicht funktionieren“, sagt Baum, „wenn man für jede kleinste Arbeit ein Unternehmen holen würde.“ Die Malerarbeiten – gerade an der Außenfassade, wo kleinere Stellen bei den Minusgraden aufgeplatzt sind – übernimmt Baum selbstverständlich selbst.

Zehn Tonnen Batterien

Mit der Elektrik der batteriebetriebenen Schiffe beschäftigt sich – logisch – ein gelernter Elektriker. Und insbesondere da hat‘s knapp vor dem Ablegen noch gehapert. Aber nicht an Bord, sondern an Land. Das Ladekabel der „Seensucht“ wurde erst Ende dieser Woche nach einem Kabelbruch repariert.

Gut zehn Tonnen wiegen die Batterien in dem größeren Schiff, sie halten bis zu neun Stunden, nach 14 Stunden am Strom sind sie wieder voll. Für genügend Energie sorgt ab dieser Saison ein zusätzlicher Zählerschrank, der nahe der Anlegestelle neben dem Hotel „Seemöwe“, installiert wurde. „Ganz Einruhr war ein bisschen knapp mit Strom“, sagt Baum.

Der Zählerschrank ist nicht das einzig Neue an der Anlegestelle. Es ist eine barrierefreie Einstiegsbrücke in Bau, die bis Mitte der Saison fertig sein sollte. „Die Treppe war für Rollstuhlfahrer ja eine Katastrophe“, sagt Baum. An der neuen Pontonbrücke können dann beide Schiffe gleichzeitig anlegen.

Während Baum weiter den Boden wischt, klingelt sein Telefon. Er erfährt, dass ein Kollege krankheitsbedingt für den knappen Endspurt bis morgen ausfällt. „Wird aber schon hinhauen, hat bisher ja immer geklappt“, sagt er seelenruhig.

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