Sechs Spechtarten in der Eifel

Von: Günter Krings
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Keine Spechtart ist in unseren Breiten so häufig anzutreffen wie der Buntspecht. Foto: imago/Chromorange

Nordeifel. In unserer Heimat kann der Naturfreund sechs verschiedene Spechtarten finden: Schwarzspecht, Grünspecht, Grauspecht, Buntspecht, Mittelspecht und Kleinspecht. Der am häufigsten vorkommende Specht ist der Buntspecht, der in allen größeren Waldgebieten vorkommt und im Winter auch Futterplätze in Waldnähe aufsucht.

Ein ähnliches Aussehen wie diese Spechtart hat der Mittelspecht. Diese Spechtart ist etwas kleiner als der Buntspecht und hat einen etwas rundlicheren Kopf und kürzeren Schnabel. Auffällig ist auch die große rote Kopfplatte ohne schwarze Einfassung. Die Kopfseiten sind hell, denn der schwarze Bartstreif endet schon unter dem Auge. Die Bauchseiten gehen von Rot langsam in Orange und schließlich in Weiß über.

Beim Buntspecht ist der schwarze Rücken mit großen, weißen Schulterflecken sehr auffällig. Die Unterseite ist grauweiß, die Unterschwanzdecken rot. Am Kopf ist der durchgehende schwarze Bartstreif ein wichtiges Kennzeichen. Das Männchen hat einen roten Nackenfleck, das Weibchen ist ohne Rot am Kopf. Während der Buntspecht sein Revier mit Trommelwirbel auf dürren Ästen markiert, ist beim Mittelspecht von März bis Mai ein auffälliges Quäken zu hören.

Mittelspechte sind recht anspruchsvoll gegenüber ihrem Lebensraum und daher weitaus seltener als der Buntspecht, der in allen größeren Wäldern und Parks vorkommt. Große Laub- und Auwälder mit Totholz, in denen vor allem kräftige Eichen mit rauen Rinden stehen, sind Voraussetzung für eine dauerhafte Ansiedlung. Sie suchen auf eine andere Art und Weise Nahrung als der Buntspecht. Mit ihrem kleineren Schnabel können sie viel weniger ausdauernd und kräftig hacken.

Deshalb stehen ihnen im Winter im Gegensatz zum kräftigeren Buntspecht Holz bewohnende Insekten kaum zur Verfügung. Sie stochern lieber in feinen Ritzen oder sammeln Kleintiere von den rauen Rinden und Ästen alter Laubbäume ab. Eine Untersuchung in der Schweiz hat ergeben, dass beim Buntspecht der Anteil der Nahrung, die durch Hacken gefunden wird, 84 Prozent beträgt, während er beim Mittelspecht gerade mal sechs Prozent beträgt. Beim Buntspecht macht das Stochern in feinen Höhlen und Ritzern nur 10 Prozent der Nahrungssuche aus, beim Mittelspecht hingegen 87 Prozent. Der Unterschied zwischen nahe verwandten Vogelarten kann also sehr groß sein.

In unserer Heimat kommen beide Spechtarten vor, wobei der Buntspecht der weitaus häufigere Vogel ist. Regelmäßige Balzrufe des Mittelspechts sind zu hören in den Wäldern im Bereich Rott-Roetgen-Zweifall, in den Eichwäldern des Kermeters und hin und wieder auch im Rurtal zwischen Hammer und Woffelsbach. In strengen Wintern streunen beide Spechtarten in Reviernähe umher und können dabei auch in den Ortschaften, die in der Nähe von Wäldern liegen, beobachtet werden.

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