Sechs Fotografen zeigen ihr „Eifelgefühl“

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Die Ausstellung „Eifelgefühl – 6 fotografische Ansichten“ ist am Wochenende 20./21. Mai im alten Kesselhaus Monschau-Dreistegen zu sehen. Die sechs Fotografen wollen gemeinsam mit den Verantwortlichen von „Eifelgefühl“ und der Band „Herr Müller und sein Chauffeur“ für kulturelle Vielfalt sorgen.
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Auf einen Blick: Zur Ausstellung „Eifelgefühl – 6 fotografische Ansichten“ ist auch ein ansprechender Katalog erschienen.

Monschau. Eifelgefühl: Was ist das eigentlich? Ist es die pure Heimatverbundenheit, das Wissen um die Einzigartigkeit dieses Landstriches, das ehrliche und selbstbewusste Bekenntnis zu dieser Region, oder ist es ein Gefühl, das nur der Eifeler kennt, aber nicht erklären kann?

Der Kölner Musikverleger Horst Hültenschmidt hat dieses Eifelgefühl bei sich entdeckt und will daraus eine Marke machen. In Prüm geboren, aber dann in jungen Jahren durch Beruf und Studium von der Heimat entfernt, hat sich in den letzten Jahren bei ihm doch wieder eine tiefe Verbundenheit zur Eifel entwickelt.

„Manchmal braucht es seine Zeit, die wahren Dinge des Lebens schätzen und lieben zu lernen“, sagt Hültenschmidt, der aus seiner Zuneigung und neu aufgelebten Begeisterung für die Region heraus auf die Idee kam, der Kultur in der Eifel einen neuen Stellenwert zu geben. Erschienen sind bereits zwei aufwendig produzierte CDs mit Musikern, die in der Eifel leben.

Persönliche Blickwinkel

Was hinter der Idee „Eifelgefühl“ noch mehr an kultureller Energie steckt, kann man am Wochenende 20./21. Mai im Rahmen einer Fotoausstellung auf sich wirken lassen. In der Kunstfabrik Arte Scienza in Monschau-Dreistegen zeigen sechs Fotografen aus der Eifel ihren sehr persönlichen Blick auf die Region – von klassischer Landschaftsfotografie bis hin zu eigenwilligen Ansichten.

Im fantasievoll gestalteten Ambiente des ehemaligen Kesselhauses am Zusammenfluss von Rur und Perlenbach mit dem markanten Ziegelbau-Schornstein wird ein außergewöhnlicher Rahmen für die knapp 30 Fotografien vorgehalten. Die Vernissage ist am Samstag, 20. Mai, ab 13 Uhr.

Die Ausstellung „Eifelgefühl – 6 fotografische Ansichten“ zeigt individuelle Auseinandersetzungen von Fotografen, die sich seit Jahren in ihren Arbeiten professionell mit der Eifel beschäftigt haben. Mal steht die Magie der Landschaften im Vordergrund, manchmal die Menschen, die in ihr leben. Unauffälliges, Zufälliges und Spektakuläres bestehen eindrucksvoll nebeneinander.

Die Fotografen

Andreas Gabbert lebt in Konzen in der Nordeifel und widmet sich gerne der Landschafts- und der Porträtfotografie.„Die Fotografie hat mich gelehrt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Sie hat mich zu Plätzen geführt, die ich sonst nie betreten hätte“, sagt der 39-jährige Journalist über seine Arbeit, und weiter: „Ich habe Menschen kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte. Sie hat mir Türen geöffnet, die sonst für immer verschlossen geblieben wären. Ich möchte sie nicht mehr missen und bin gespannt darauf, welche Überraschungen sie noch für mich bereit hält.“

Der Journalist, Autor und Fotograf Bert van Londen lebt in Nideggen-Schmidt. Der 1960 in Duisburg geborene Künstler will die Betrachter seiner Landschaftsfotografien dazu animieren, diese einmalige Landschaft besser kennen und schätzen zu lernen. Er thematisiert bei der Ausstellung das Hohe Venn: „Dabei interessiert mich besonders das Zusammenspiel von Erde und Wasser sowie der Blick in den dazugehörenden Mikrokosmos.“

Eddi Meier ist aufgewachsen in Berlingen bei Gerolstein und fotografiert seit seiner Kindheit. „Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, Bilder zu machen, eine ernsthafte Leidenschaft, die ihren Ursprung in den geheimsten Winkeln meiner Seele hat. Wenn die Dinge sich fügen, dann entsteht diese gewisse Feierlichkeit, ein Gefühl tiefster innerer Befriedigung und Zufriedenheit mit mir selbst und allem um mich herum“, beschreibt der Fotograf seinen speziellen Blick auf die Landschaft.

Rudolf „Rolf“ Simmerer ist Architekt, Fotograf und Wahleifeler aus Passion. Beide Betätigungsfelder ließen für ihn Architektur und Fotografie immer mehr zusammenrücken. „Landschaftsfotografie wird nie langweilig, sondern im Gegenteil, man entdeckt unendlich viele Nuancen, es wird immer spannender“, sagt Simmerer, der die Fotografie als „visuelle Meditation“ erfährt.

Peter Stollenwerk, 1954 in Steckenborn geboren, ist Journalist und seit Ende der 1970er Jahre fotografisch im Monschauer Heckenland zu Hause. Sein jüngstes Projekt widmet sich der Höckerlinie des Westwalls zwischen Monschau und Aachen, über das er sagt: „Bei der Höckerlinie hat mich weniger der zweifelhafte militärische Nutzen interessiert als vielmehr die Wirkung des seit 80 Jahren als selbstverständlich hingenommenen Betonbauwerks, das für mich eine skurrile Skulptur in der Landschaft darstellt.“

Peter Sußner aus Monschau ist freischaffender Künstler, Metallgestalter und Restaurator. Mit der „Arte-Scienza-Kunstfabrik“, in der er lebt und arbeitet, hat sich der 54-Jährige einen Traum verwirklicht. „Kunst mache ich aus allem, was ich finde, was andere wegwerfen“, sagt er. In seinen jetzt gezeigten Fotografien sucht er die Auseinandersetzung mit abstrakten Formen.

Auch für einen nicht alltäglichen musikalischen Rahmen ist bei der Vernissage gesorgt: Die vierköpfige Songwriter-Band „Herr Müller und Chauffeur“, die aus dem Moseltal stammt, will mit poetischen Texten, unterstützt von einem groovendem Rhythmus, ebenfalls für ein etwas anderes „Eifelgefühl“ sorgen. Die Texte entstammen alle der eigenen Feder, sind sehr persönlich und authentisch, dazu eingängig, doch nie vordergründig.

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