Schwimmhalle Simmerath vor der Schließung?

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Noch deutet nichts auf eine mögliche Schließung der Schwimmhalle Simmerath hin. Die Kinder der Grundschule Lammersdorf (Foto) und andere werden aber zumindest in der nächsten Woche auf den Schwimmunterricht verzichten müssen, weil dann im Becken Betonkernbohrungen vorgenommen werden. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Gäste, die am kommenden Wochenende die Schwimmhalle in Simmerath besuchen, möglicherweise für immer die letzten Besucher sein werden.

Was in Monschau bereits Realität ist, droht jetzt auch in Simmerath: Die Schließung der Schwimmhalle aus Gründen der Standsicherheit könnte ganz schnell Wirklichkeit werden.

Wie Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns jetzt mitteilte, haben jüngste Untersuchungen ergeben, dass sich die Schäden am Bauwerk vergrößert haben, nachdem bereits im vergangenen Jahr im Kellerbereich vorsichtshalber eine Stützvorrichtung montiert wurde.

Jetzt steht eine Verlängerung der Betriebserlaubnis auf dem Prüfstand. Wie ernst es um die Bauschäden bestellt wird, werden Kernbohrungen ergeben, die ab kommenden Montag durchgeführt werden.

Aus diesem Grund wird die Schwimmhalle für eine Woche bis einschließlich 1. Mai geschlossen, weil die Bohrungen auch vom Beckeninnern her angesetzt werden müssen.

Jede nachdem wie Betonkernuntersuchungen ausfallen bzw. das Urteil der Statiker, kann ab 2. Mai weiter geschwommen werden oder es droht die sofortige Schließung.

Da der Gemeinde die kritische Situation schon länger bekannt ist, käme das Szenario einer sofortigen Schließung nicht vollkommen überraschend. Für diesen Fall sollen die Schwimmstunden der Schulen in das Lehrschwimmbecken Lammersdorf verlegt werden, und auch die Schwimmabteilung der Hansa Simmerath soll hier ein Ausweichquartier finden.

Die Überlegungen der Verwaltung gehen aber schon weiter. Nachdem der Sanierungsbedarf der in den Jahren 1963/64 errichteten Schwimmhalle voriges Jahr offensichtlich wurde, wurde eine Planvariante erarbeitet, die ein Becken mit 25 Meter-Bahnen (derzeit sind es 8x20 Meter) sowie Schwimm- und Turnhalle im Passivhaus-Standard zu sanieren. Damals wie heute aber wurde schon deutlich, dass der zu erwartende Sanierungsbedarf von 6,5 Millionen Euro von der Gemeinde auf keinen Fall nicht zu finanzieren ist, selbst wenn die maximal zu erwartende Fördersumme von 2,2 Millionen Euro eintreffen würde. Daraufhin hat man in der Verwaltung „sämtliche Denkverbote” beiseite geschoben und Alternativen aufgezeigt.

Heiß diskutiert wird die Variante, die komplette Josef-Jansen-Sportstätte mit Schwimm- und Turnhalle sowie Sportplatz aufzugeben und im Bereich der Hauptschule eine neue Schwimmhalle plus Kunstrasenplatz zu errichten. Möglicherweise könnte auf den Neubau einer Turnhalle ganz verzichtet werden vor allem im Hinblick auf die konkreten Pläne des TSV Kesternich, eine neue Turnhalle zu bauen, die eventuell auch der Allgemeinheit der Verfügung gestellt werden könnte.

Das Gelände der jetzigen Josef-Jansen-Sportstätte mit einer Gesamtgröße von 33000 Quadratmeter könnte dann in Bauland umgewandelt werden, wobei die Veräußerung einen Nettoertrag von 1,5 bis 2,0 Millionen Euro erbringen würde.

Am alternativen Standort Hauptschule würde eine neue Schwimmhalle in Modulbauweise etwa 3,1 Millionen Euro kosten. Vorteilhaft wäre eine Anschlussmöglichkeit an die Nahwärmeversorgung, wobei die durch die Sanierung der Hauptschule eingesparte Energie für die neue Schwimmhalle verwendet werden könnte. Diese aufgezeigten Möglichkeiten wurden inzwischen bereits im Kreise der Fraktionsvorsitzenden vertieft.

Vom Tisch sein dürften damit Gedankenspiele einer gemeinsamen Schwimmhalle für Simmerath und Monschau, selbst wenn Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und alle fünf Fraktionsvorsitzenden die Gesprächsbereitschaft der Gemeinde Simmerath jetzt noch einmal bekräftigt haben. Als möglichen zentralen Standort für eine gemeinsame Schwimmhalle sieht man dabei nicht nur den Bereich Imgenbroich/Am Gericht sondern auch die Hauptschule Simmerath.
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