Schwimmen im Rursee nur an wenigen Stellen erlaubt

Von: Andreas Gabbert
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Massenandrang auf der Badeinsel im Eiserbachsee: Wenn die Temperatur steigt, versprechen die Freibäder am Rursee eine erfrischende Abkühlung. Damit niemand zu Schaden kommt, hat die DLRG ein wachsames Auge auf die Badegäste. Foto: Archiv / P. Stollenwerk
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Sie sind in dieser Woche für die Sicherheit am Eiserbachsee in Rurberg mitverantwortlich: die jungen Wachgänger der Würselener DLRG. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne vom Himmel lacht, ist eine Abkühlung gerne willkommen und die Menschen zieht es ans Wasser. Das ist nicht immer ungefährlich – jeden Sommer kommt es zu einer Reihe von Badeunfällen.

Allein am vergangenen Wochenende gab es in deutschen Gewässern 19 Badetote. Gerade im Sommer ist der Rursee wohl eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Geschwommen werden darf dort aber nur an wenigen Stellen. Der Obersee zwischen Rurberg und Einruhr ist für Schwimmer komplett gesperrt (bis auf das Freibad Einruhr), da er der Trinkwassergewinnung dient.

Gefahr durch Schiffe und Boote

Offiziell erlaubt ist das Schwimmen lediglich am Sonnenstrand in Eschauel bei Schmidt und im Eiserbachsee in Rurberg. „Das Problem ist, dass der See von Schiffen und Booten befahren wird. Da Schwimmer oft nicht gut zu sehen sind, besteht die Gefahr, dass sie überfahren werden“, erklärt Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur, der die Talsperren betreibt. Da verschiedene Interessen in Einklang gebracht werden müssen, habe man die genannten Stellen für Schwimmer ausgewiesen. Wer die Hinweisschilder missachtet begibt sich auf eigene Verantwortung in Lebensgefahr. „Wir wissen, dass bei hohen Temperaturen trotzdem überall im See geschwommen wird, aber man kann ja nicht den ganzen See rund um die Uhr bewachen oder einzäunen“, sagt Seiler.

Am Rursee wacht die DLRG über die Sicherheit der Erholungssuchenden. Dabei gehört die Beobachtung von Wasserflächen ebenso zu den Aufgaben wie die Absicherung von Wassersportveranstaltungen. Den Wasserrettungsdienst leisten sechs Wachmannschaften aus den Ortsgruppen im Bezirk Aachen im Wechsel. In dieser Woche ist die Ortsgruppe aus Würselen am Rursee im Einsatz.

In Woffelsbach ist die Hauptunterkunft, weitere Außenstationen gibt es in Eschauel am Strandbad und am Eiserbachsee in Rurberg. In den Sommerferien und an den Wochenenden ist die Station am neu gestalteten Naturfreibad im Eiserbachsee mit drei Wachgängern, einem Wachleiter und zwei Rettungsschwimmern besetzt. Ob eine Badeaufsicht vor Ort können Besucher an einem Fahnenmast erkennen, entsprechende Schilder weisen daraufhin. Wenn die Wasserretter im Dienst sind, hängt unter der Fahne der DLRG eine rot-gelbe. Wenn das Baden nur für geübte Schwimmer erlaubt ist, kommt noch eine gelbe Fahne hinzu. Bei einem kompletten Badeverbot hängt unter der rot-gelben Fahne eine rote. Sollte keine Flagge gehisst sein, dann erfolgt das Schwimmen auf eigene Gefahr.

Zu den Wachgängern am Eiserbachsee gehören in dieser Woche der 18-jährige Peter Wirtz (unteres Bild, 3. von links), der 21-jährige Kevin Kunic (1.v.l.) und die 22-jährige Kira Wischmann (4.v.l.). „Meine Eltern waren hier schon tätig, ich bin in diese Aufgabe quasi herein geboren worden“, sagt Kira Wischmann über ihre Motivation. Für die jungen Männer machen die Geselligkeit und Kameradschaft in der DLRG-Gruppe einen großen Teil des Reizes aus. Den Tag verbringen sie zusammen am Wasser und abends stehen dann oft gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm. Nach Hause fahren die Ehrenamtler während ihrer Dienstwoche am Rursee nämlich nicht.

Die Wachstation in Woffelsbach dient den Mannschaften als Unterkunft. Dort haben 30 Personen Platz zum Übernachten. Eine Selbstversorgerküche dient den Wachgängern zum Kochen. Für Ausbildungen und das gemütliche Beisammensein gibt es einen kleinen Aufenthaltsraum und einen Kombi-Raum für Seminare und zum Aufenthalt. Zur Aufbewahrung des ganzen Materials und der Boote steht eine große Garage bereit. Im vorderen Bereich der Garage integriert ist ein Erste-Hilfe-Raum. Hier finden die Retter alle nötigen Utensilien zur patientengerechten Versorgung. Zur Ausrüstung gehören unter anderem eine Patientenliege, Vakuummatratze- und Schienen, Schaufeltrage, Sauerstofftasche, Kindernotfalltasche und natürlich Verbandsmaterial für kleinere Erste-Hilfe-Fälle.

Außerdem gibt es direkt an der Wachstation in Woffelsbach am Ufer gelegen einen Wachturm, um die Aufgaben am Rursee gut koordinieren zu können. Dieser ist mit moderner Funk- und Telekommunikationstechnik ausgestattet. Die Wachstation in Woffelsbach ist jährlich von April bis Oktober an den Wochenende, sowie Feiertagen und den Sommerferien NRW besetzt. Die Außenstationen in Eschauel und am Eiserbachsee sind vom 15. Mai bis 15. September ebenfalls jedes Wochenende und in den Sommerferien NRW in der Zeit von 11 Uhr bis 19 Uhr besetzt.

Laut Statistik haben die Mitglieder der DLRG im Jahr 2012 am Rursee insgesamt 16.575 Wachstunden geleistet. 156 Mal mussten die Retter Erste Hilfe leisten, 123 Mal technische Hilfe, 14 Mal waren sie als Ersthelfer vor Ort, 349 Mal erbrachten sie sonstige Hilfeleistungen. Nur in einem Fall mussten sie ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen: der Lebensrettung.

Wespenstiche und Hitzekollaps

„Oft kommen die Leute mit Wespen- oder Zeckenstichen zu uns. Wir dürfen die Leute zwar nicht selbst verarzten, aber wir geben ihnen dann ein Kühlpack oder eine Pinzette“, sagt Peter Wirtz. Was ebenfalls häufiger vorkomme sei, dass die Badegäste einen Hitzekollaps erleiden, wenn sie den ganzen Tag in der Sonne schmoren. Größere Unfälle seien nur sehr schwer abzuschätzen, „deshalb sind wir möglichst präsent“, sagt Wirtz.

Wenn heute in Rurberg und Woffelsbach wieder „Rursee in Flammen“ gefeiert wird, bedeutet das für die DLRG den Ausnahmezustand. Dann sind knapp 40 Helfer aus dem Bezirk Aachen im Einsatz. Hinzu kommen Kräfte aus Düren, Leverkusen und dem Saarland.

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