Schwimmbad Roetgen: Spießiger Charme verschwindet bald

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. „Vor der Hacke ist es dunkel!” Dieser Spruch aus dem Bergbau besagt, dass man nie genau weiß, was auf einen zukommt, wenn man weiterklopft. Das gilt für die Altbausanierung der Grundschule in Roetgen, und bei der „Kernsanierung” des Lehrschwimmbeckens, das zur Grundschule gehört, ist es nicht anders.

Ursprünglich, erinnert sich Michael Schlamann vom Bauamt der Gemeinde, sollte nur das etwa 7x12 Meter große Becken für die Schwimmanfänger, zwischen 90 und 120 Zentimeter tief, saniert werden, weil das Chlorwasser die Stahl-Beton-Konstruktion aus den 1960er Jahren angegriffen hatte und es außerdem einige undichte Stellen gab. Eine ursprünglich geplante Reparatur fiel buchstäblich ins Wasser.

Den enormen Dachschaden konnte vorher niemand erahnen und auch die Decke der Umkleiden machte bei genauem Hinsehen keinen Vertrauen erweckenden Eindruck mehr. „Die Kinder waren nie in Gefahr”, versichert Michael Schlamann, der regelmäßig seine Kontrollgänge machte und anschließend „immer ziemlich beruhigt” war. Aber alles lief auf eine Kernsanierung hinaus.

„Wenn man im Bestand saniert, ist man nicht vor Überraschungen sicher”, betont Dirk Meyer, stellvertretender Leiter des Bauamtes. Im Herbst 2010 stellte die Politik 837.000 Euro für die Sanierung zur Verfügung. Inzwischen, so Meyer, steuert man wegen einiger Unwägbarkeiten auf die Millionengrenze zu, auch wenn es noch keine Aufträge in dieser Dimension gibt. 260.000 Euro davon kommen aus Mitteln des Konjunkturpakets II.

„Sponsoren gibt es leider keine”, bedauert Schlamann, so dass die Gemeinde tief in ihre Schatulle greifen muss, damit das neue Plansch- und Anfängerbecken aus Edelstahl zu Beginn des nächsten Schuljahres und damit früher als der Schulaltbau saniert ist. Dann soll auch der etwas spießig wirkende Charme der früheren Jahrzehnte einem zeitgemäßen Ambiente gewichen sein.

„Gebäude, die in den 1950er bis 1970er Jahren errichtet worden sind, werden irgendwann sanierungsbedürftig. Da muss man dann eventuell viel Geld in die Hand nehmen”, erläutert Michael Schlamann. Eine Sanierung hat es bereits in den 1980er Jahren gegeben.

Es gebe inzwischen neue Normen und Vorschriften im Baurecht für die Sicherheit der Kinder, „und das ist auch gut so”. Aber es seien auf der baulichen Seite seinerzeit auch manche Dinge „mit vergraben worden, nach der Devise: Hauptsache fertig!”

Inzwischen liegt nach einer längeren Phase des Zögerns und Zauderns ein Vorschlag der Verwaltung auf dem Tisch, das Lehrschwimmbecken, wie berichtet, außerschulisch zu nutzen. Darüber wird der Bauausschuss in seiner Juni-Sitzung beraten. Der große finanzielle Reibach ist nicht zu erwarten, aber es könnte zumindest leise im Gemeindesäckel klingeln.

Dabei ist die Idee offensichtlich so neu nicht. Denn, so Michael Schlamann, nach ihm vorliegenden Akten sei das Lehrschwimmbecken vormals wohl einmal ein öffentliches Bad gewesen. Er wisse auch von einigen Leuten, die „früher da regelmäßig hingegangen sind”.
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