Schwester Daisy Maria verlässt Monschauer Maria-Hilf-Stift

Von: mon
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Mit Blumen und vielen Geschenken wurde die Schwester Oberin Daisy Maria bedacht, die bald Monschau nach 31 Jahren wohltätiger Arbeit verlässt. Links: Frank Schade, rechts: Schwester Oberin Anjana. Foto: V. Monterey

Monschau. „Ich freue mich, meine Familie wiederzusehen“, sagte Schwester Oberin Daisy Maria, Leiterin des Maria-Hilf-Stifts während der offiziellen Feier zu ihrer Verabschiedung, doch nicht ohne Wehmut in der Stimme. Nach 31 Jahren, genau am dritten Januar 2014 wird die engagierte Schwester der Holy Family Deutschland verlassen und in ihre Heimat Kerala in Südindien in ihr Mutterhaus zurückkehren.

Zur Abschiedsfeier kamen über 50 Gäste, darunter, im Namen der Stadt, der Ortsvorsteher Georg Kaulen, viele Monschauer, Privatpersonen und Geschäftsleute, und viele Schwestern, darunter auch Schwestern aus anderen Gemeinden rund um Monschau.

Der Flug gehe von Düsseldorf über Dubai nach Kochi, berichtete Daisy Maria, und anschließender eineinhalbstündiger Fahrt mit dem Auto. Doch vorerst, bevor Daisy Maria ihren neuen Lebensweg einschlägt, wird sie nach Hause fahren, zu Mutter und sechs Geschwistern. Welche Aufgabe sie dann erwartet weiß die Schwester noch nicht, „vielleicht Obdachlose pflegen“. Sicher ist hingegen, sie möchte solange arbeiten, „wie die Gesundheit es erlaubt“.

Nachfolgerin ist Schwester Anjana, die am vergangenen ersten Oktober ihr Amt als Leiterin angetreten hat. „Schwester Daisy Maria hat mich sehr gut eingearbeitet“, beteuerte die Nachfolgerin, dennoch vermisse sie diese schon jetzt. „Unsere Hauptaufgabe ist, die Menschen zu betreuen und ihnen ein Zuhause zu geben“, so Schwester Anjana, und eben darauf würde sie sich konzentrieren. Und sie wünscht sich für die Zukunft, es möge „so schön weiterlaufen, wie bisher“.

Dass es nicht immer so einfach war, berichtete Leiter Frank Schade in seiner Rede vor den gesammelten Gästen. Insbesondere im Jahre 2001 ging es dem Stift nicht sehr gut, in eben dem Jahr als Schwester Daisy Maria die Leitung übernahm. Die Bausubstanz des Stifts war veraltet, das Dienstleistungsangebot ebenfalls. So auch das pflegerische und hauswirtschaftliche Konzept des Hauses. Einen sozialen Dienst gab es gar nicht. „So machte sich Schwester Daisy Maria an die Arbeit“, so Schade, und was daraus geworden sei, sähe „ein jeder selbst“.

Heute ist das Maria-Hilf-Stift ein modern ausgestattetes Seniorenheim mit einem schönen Ambiente, ausgezeichnetem Konzept und Pflegepersonal. „Es ist schade, dass diese wärmeliebende Frau weggeht“, meinte auch Ortsvorsteher Georg Kaulen, „aber ich bin davon überzeugt, in der Schwester Anjana eine gute Nachfolgerin gefunden zu haben“.

Mit gemischten Gefühlen und „ein bisschen traurig“ dankte Schwester Daisy Maria den anwesenden Gästen „für die Verbundenheit“. „Es war eine besondere Zeit“, bestätigte sie, „gestärkt durch das Miteinander“, stets „durch Rat und Tat unterstützt“. Damit schließt die mutige Schwester einen weiteren, ganz besonderen und interessanten Lebensabschnitt ab.

Am 13. Oktober 1957 wurde Daisy Maria Kannukaden in Kerala geboren und wuchs als Älteste von sechs Geschwistern, drei Brüdern und drei Schwestern auf. In der ländlichen subtropischen Umgebung, in einer von Männer dominierten Gesellschaft wuchs sie heran und verbrachte viel Zeit bei ihrer Tante, einer Lehrerin.

Geprägt wurde sie vom starken Zusammenhalt der Familie und von der Religion, einem Leben in der das „Füreinander“ Alltag war. Mit 19 Jahren entschied sie, gegen den Wunsch des Vaters in den Orden der Holy Family Congregation, damals noch eine kleine Gemeinschaft, einzutreten und sich für ein Leben mit Gott zu entscheiden. „Vorbild und Inspiration war Mutter Mariam Theresia“, (geb. 1876 , Gründerin und erstes Mitglied der Kongretation der heiligen Familie in Indien) berichtete Schade.

Im Jahre 1982 kam Daisy Maria nach Monschau, lernte eine neue Sprache, eine ganz andere Mentalität kennen, andere Lebensgewohnheiten und begann ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Maria-Hilf-Stift. Dann, im Jahre 1996, wurde sie nach Kerala berufen und studierte an einem College Psychologie.

Mit dem Auftrag die Leitung des Stifts zu übernehmen kehrte sie ein Jahr später nach Monschau zurück. „Auf eigenen Wunsch absolvierte sie eine Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung, dann zur Pflegedienstleitung und später zur Qualitätsmanagementbeauftragten, um dieser großen Aufgabe gewachsen zu sein“, berichtete Schade, dankbar, die letzten 12 Jahre an der Seite dieser „mutigen Frau“ gearbeitet zu haben, die tiefe Spuren in Monschau hinterlässt.

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