Schwedens Mountainbike-Asse auf Eifelkurs

Von: Peter Stollenwerk
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Guter Dinge und gut im Training in der Eifel: Das schwedische Mountainbike-Nationalteam hat für sein Trainingscamp das ehemalige Pfarrheim in Eicherscheid bezogen. Foto: P. Stollenwerk

Eicherscheid. Die Farben blau und gelb dominieren derzeit die Ortsmitte von Eicherscheid. Das liegt aber nicht an den Frühlingsblumen sondern an Gästen aus dem hohen Norden: Das schwedische Nationalteam der Mountainbiker hat für vier Tage im mehrfach prämierten Golddorf Eicherscheid sein Trainingscamp aufgeschlagen.

Sieben Fahrer, zwischen 18 und 25 Jahre alt, sowie zwei Betreuer des Drei Kronen-Teams bereiten sich in der Nordeifel auf die sportlichen Herausforderungen der noch jungen Saison vor. Zwischen einem Rennen in den Niederlanden und dem hochrangig besetzten Weltcup-Rennen in Albstadt (Baden-Württemberg) zu Pfingsten wurden vier trainingsintensive Tage in der Nordeifel ein geschoben.

Ihr Domizil hat Schwedens Mountainbike-Elite im ehemaligen Pfarrhaus gefunden, das inzwischen aus Ferienwohnungen besteht. Die Wahl fiel nicht etwa zufällig auf Eicherscheid: Anders Ljungberg, der heutige Nationalcoach, lebte in den Jahren 2009/10 in Imgenbroich.

Damals ging er für das Eifelteam „Firebike“ an den Start und ist auf diese Weise der Region verbunden geblieben. Seine Mannschaftskollegen sind zum ersten Mal in der Eifel unterwegs. Das Team hat auch deshalb Deutschland als Vorbereitungsort ausgewählt, weil hier der Mountainbikesport einen viel höheren Stellenwert als in ihrem Heimatland besitzt.

Einige der schwedischen Nationalfahrer sind Profis, anderen besuchen in ihrer Heimat das sogenannte Radgymnasium. Die Herausforderungen auf der Strecke beim Eifel-Training können nicht hoch genug sein. Die schwedischen Fahrer schwärmen von den strammen Anstiegen vom Grünental hinauf oder auch vom Hohen Venn, wo man im kalten Eifelwind richtig Tempo machen kann.

Die Trainingskilometer spielen keine Rolle, „wir zählen die Stunden“, beschreibt Anders Ljungberg die Konzeption. Das augenblicklich eher mäßige Maiwetter in der Eifel ist für die Truppe kein großes Thema: „Es ist zwar ein bisschen kalt hier, aber das sind wir in Schweden gewöhnt“, lacht der Nationalcoach.

Mountainbikefahren, erläutert er, sei ein überaus trainingsintensiver Sport, der 100-prozentiges Können auf dem Rad verlange. Ob Kondition, Geschicklichkeit, Risikobereitschaft oder Kraft: „Man muss alles beherrschen.“

Beim MTB-Weltcup-Auftakt in Albstadt gilt es für das schwedische Team darum, eine vorzeigbares Mannschafts-Resulat vorzulegen. Die gesamte Welt-Elite ist hier am Start. Rund 600 Teilnehmer haben in den unterschiedlichen Klassen gemeldet und entlang der Strecke werden rund 20.000 Zuschauer erwartet.

Gute Chance bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitzureden, rechnet sich Matthais Wengelin aus. Er ist der erfolgreichste Fahrer des Schweden-Teams und kann bereits mehrere Weltcup-Siege verzeichnen. Zudem ist er amtierender schwedischer Sprint-Meister.

Am Donnerstag reist das Team wieder aus Eicherscheid ab, aber schon jetzt schwärmen die Teilnehmer von der perfekten Vorbereitung auf den Weltcup, und der Entschluss steht bereits fest, dass man auch im kommenden Jahr wieder ein Trainingscamp, möglichst in Eicherscheid, veranstalten möchte.

Bei allem sportlichen Ernst und Ehrgeiz blieb dem Team aber auch noch genügend Zeit, um die Region von der anderen Seite kennenzulernen. Ein Besuch im Aachener Dom gehörte ebenso zum Pflichtprogramm wie auch ein Trip in die Monschauer Altstadt.

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