Schwarzkehlchen in der Eifel im Aufwind

Von: Günter Krings
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Das Schwarzkehlchen: Die Verbr
Das Schwarzkehlchen: Die Verbreitung des Vogels hat in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Es wurden sogar neue Brutgebiete besiedelt. Foto: imago/McPHOTO

Nordeifel. Zwei nahe verwandte Singvögel, nämlich Braunkehlchen und Schwarzkehlchen, sind Brutvögel in unserer Heimat. Braunkehlchen benötigen als Lebensraum feuchtes Wiesen- und Weidengelände mit niedrigem Gebüsch, Schwarzkehlchen sind weniger anspruchsvoll und brüten in offenem Gelände mit niedrigem und lockerem Bewuchs und Büschen wie Heidekraut und Ginster.

Vor 40 Jahren gab es in unserer Region mehr als dreißig Brutpaare der Braunkehlchen, heute sind es weniger als fünf. Im Jahre 1978 wurde am Schüttelpuhl bei Lammersdorf das erste Schwarzkehlchen in unserer Region registriert. Bis 1987 wurden keine weiteren Vögel dieser Art notiert. Dann aber nahm die Anzahl der Brutpaare stetig zu: 1987 in Witzerath, 1989 im Struffelt bei Rott, 1993 im Wollscheider Venn, 1994 am Grenzweg im Hatzevenn bei Konzen.

Neue Brutgebiete

In den Jahren 2000 bis 2009 wurden während der Brutzeit in folgenden Bereichen Schwarzkehlchen gefunden: Tiefenbachtal bei Rollesbroich, im Bereich Fringshaus - Lammersdorf, am Schüttelpuhl, im Kranzbruch bei Simmerath, im Hochscheider Venn, im oberen Kalltal, am alten Modellflugplatz bei Simmerath, in den Feuchtwiesen am Schweizer Hof, im Bereich Ruitzhof, im Fuhrtsbachtal, im Ellerbruch bei Konzen, in den Ausgleichsflächen am Windpark Strauch, in der Gisges Harth bei Konzen.

Im Jahre 2011 gab es drei bis vier Reviere im Roten Venn bei Mützenich, drei bis vier Reviere im Kranzbruch, je ein Revier am Lenzbach bei Paustenbach, im Fuhrtsbachtal, am Straucher Windpark, in den Kallbenden bei Simmerath, am Angelpark bei Strauch, und Auf den Kempen bei Simmerath.

Im Jahre 2011 wurden im oberen Kalltal acht Reviere gezählt, drei Reviere im Roten Venn, je ein Revier im Fuhrtsbachtal, bei Kalterherberg und am Windpark Strauch.

Ganz im Gegensatz zum Braunkehlchen haben Schwarzkehlchen nicht nur bei uns, sondern auch in vielen Gebieten Mitteleuropas in den letzten Jahrzehnten zugenommen und sogar neue Brutgebiete besiedelt.

Birkhühner verschwunden

Wenn man sich die heutigen Brutgebiete in unserer Region ansieht, kommt man sehr schnell auf die Hintergründe dieser Zunahme. Nehmen wir den Kranzbruch bei Simmerath. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde dieses Venngebiet vollständig mit Fichten bepflanzt, so dass hier die Brutplätze für Birkhühner verschwanden. Ob vorher hier Schwarzkehlchen gebrütet hatten, ist nicht bekannt.

Im vergangenen Jahrzehnt wurden alle Fichten entfernt, worauf sich in diesen Kahlflächen Schwarzkehlchen ansiedeln konnten. Ähnliches gilt für das Rote Venn bei Mützenich. Wenn allerdings hier wieder Birken oder andere Weichhölzer zu zusammenhängenden Baumbeständen aufwachsen, werden mit der Zeit die Schwarzkehlchen wieder verschwinden.

Schwarzkehlchen erweisen sich in den Ansprüchen an ihren Lebensraum vielseitiger als Braunkehlchen. Sie nehmen als Brutplätze traditionelle Kulturlandschaften wie auch zeitweilige Lebensräume an, die durch Rodung, Abholzung oder Windbrüche entstehen.
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