Schwarze Zahlen im Stadtwald

Von: hes
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Entlang der B258 zwischen Schwimmhalle und Dreistegen werden Ende Februar größere Bestände zur „Verbesserung des Lichtraumprofils” gefällt. Diese Maßnahme gehört zum Forstwirtschaftsplan 2010. Foto: H. Schepp

Monschau. Der Stadtwald bleibt für Monschau ein Gewinn - nicht nur weil er die Landschaft verschönert, die Luft reinigt und Raum für Erholung bietet, sondern auch aus der Sicht des Kämmerers.

Zwar wird das Plus im Forstwirtschaftsplan 2010 etwas geringer ausfallen als in den Vorjahren, doch freute sich Bürgermeisterin Margareta Ritter jetzt im Umweltausschuss über eine „kosteneffiziente, ertragreiche und nachhaltige Waldbewirtschaftung” durch die städtischen Forstarbeiter.

Deren Spitze mit Forstoberinspektor Felix Meyer und Forstwirtschaftsmeister Klaus-Jürgen Schmitz stellte die Pläne für das kommende Jahr dem Umweltausschuss in öffentlicher Sitzung vor.

In 22 Jahren von 1978 bis zum Jahr 2001 hatte der Monschauer Stadtwald 19 Jahre mit einem Minus abgeschlossen, das 1990 nach dem Orkan „Wiebke” mit 360.000 Euro Verlust seinen Tiefpunkt fand.

Seit 2002 aber erfolgt die Waldbewirtschaftung mit schwarzen Zahlen im Rechnungsergebnis, dass sich seit 2007, als man fast eine Viertelmillion Gewinn mit dem Wald machte, wieder etwas nach unten bewegt.

2008 betrug das Plus noch 158.841 Euro, der Haushaltsansatz für das laufende jahr ging von 78.837 Euro Gewinn aus, wird aber wohl etwas höher ausfallen, sprach die Bürgermeisterin von 95.000 Euro nach derzeitiger Prognose.

Vorsichtige Planung

„Herr Meyer plant vorsichtig”, meinte Ritter mt Blick auf das Ansatzergebnis von 30.366 Euro für 2010, das sich vor allem dann noch um 10.000 bis 20.000 Euro steigern könnte, wenn sich der zusammengebrochene Preis auf dem Papierholzmarkt erholen sollte.

Die Kalkulation sieht Erträge von 513.466 Euro vor, wobei alleine die Holzeinschläge mit 405.000 Euro veranschlagt sind. Gut 90.000 Euro bringen Jagdpachteinnahmen, 10.000 Euro erwartet man an Landeszuweisungen und jeweils gut 3500 Euro bringen die Vermietung des Jagdhauses Rothe Kreuz und die Erstattung von Schälschäden.

Bei den Aufwendungen über insgesamt 483.100 Euro schlagen die „persönlichen Ausgaben”, sprich Löhne und Gehälter der Forstverwalter und Waldarbeiter, mit 380.000 Euro naturgemäß am stärksten zu Buche.

Die Steigerung gegenüber 2009 begründet sich in der allgemeinen Tariferhöhung. Auch der Jahresbeitrag für die Berufsgenossenschaft (17.000 Euro) hängt mit dem Waldpersonal zusammen.

Wegebau forcieren

Ansonsten gliedert sich die Ausgabenseite in viele kleine Posten. Der größte darunter ist der Wegebau, den man vor allem im Bereich Höfen und Kalterherberg forcieren möchte.

Da es erst bei einer bestimmten Investitionshöhe 5000 Euro vom Land dazu gibt, hat man den Ansatz mit 18000 Euro recht hoch angesetzt, wie Felix Meyer erläuterte.

Gleiches gilt für die Bestandesbegründung, zu der das Land nur dann etwas zuschießt, wenn auch die Stadt fleißig in Neukulturen und Nachbesserungen investiert.

Und so sieht der Forstwirtschaftsplan 2010 die Pflanzung von 27400 Buchen, je 1500 Vogelkirschen und Wildapfelbäumen, 300 Eichen und auch 12.000 Douglasien vor.

„Unser Brotbaum bleibt die Fichte, aber die Douglasie erfreut sich als Nadelholz wachsender Beliebtheit”, wusste Felix Meyer und kommentierte Kritik, bei der „Douglas” handele es sich nicht wirklich um einen Eifeler Baum: „Die Douglasie ist zwar erst 1850 aus den USA wieder zu uns gekommen, war in der Eifel aber vor 60 Millionen Jahren schon einmal heimisch.”

Bei den Fraktionen stieß die Planung auf breite Zustimmung. Erwin Jansen (SPD) sprach von „hervorragender Arbeit in unserem Forst” und Waltraud Haake dankte Meyer, Schmitz und der Waldmannschaft für die kompetente und dazu erträgliche Bewirtschaftung des Monschauer Forstes.

Im Stadtwald waren im zu Ende gehenden Jahr vorrangig die Windwürfe von „Kyrill” und Kollegen aus 2007 und 2008 aufzuarbeiten; 2010 möchte man zum „Normalgeschäft” übergehen - wenn denn kein neuer Orkan kommt.
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