„Schwarz-weiße Stadt“: Studien zur Zukunft Simmeraths vorgestellt

Von: ho
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Rushhour in Simmerath an der Kreuzung Hauptstraße/ Kammerbruchstraße. Bis hin zum Gewerbegebiet in Richtung Humboldstraße soll im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung ein zusammenhängendes Bau- und Gestaltungskonzept umgesetzt werden. Foto: Hoffmann

Simmerath. Überaus interessiert und aufmerksam lauschte man im Planungsausschuss den Ausführungen von Professor Peter Jahnen, der dort noch einmal seine beiden Studien (Handbuch Wohnen und Gestaltungshandbuch für die Ortslage Simmerath) in Kurzform erläuterte.

Dabei stellte Jahnen auch klar, dass es in Simmerath keinen Wohnungsleerstand gebe. Neben der städtebaulichen Entwicklung des Zentralortes, wo die derzeit nicht zusammenhängenden Bereiche vom Bushof über die Hauptstraße, Kammerbruchstraße bis hin zur Humboldstraße zur „neuen Mitte“ zusammenwachsen sollen, wird auch die Weiterentwicklung der anderen Orte erfolgen.

Zentralort als Motor

Hierzu hielt Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns fest: „Es ist wichtig, dass wir die Entwicklung aller Orte im Blick behalten, aber der Zentralort auch weiterhin in dieser Sache der Motor bleibt.“ In diesen Tenor stimmten die Vertreter aller Fraktionen ein, wobei Manfred Sawallich (SPD) sich vor allem mit der rund um den Kernbereich laufenden Ringstraße anfreunden konnte.

Von Professor Jahnen wurde auch eine Neugestaltung des Bereichs um den Bushof nebst Versetzung der Johanneskapelle vorgestellt. Diese soll wieder einen historisch verankerten und städtebaulich prominenten Platz erhalten. Jahnen bevorzugt zudem aus verkehrlicher Sicht die Erweiterung des bestehenden Kreisverkehrs am Bushof zu einer gestreckten Verkehrsinsel. Ende September soll das gesamte Konzept dann der Öffentlichkeit in einer Bürger-Info vorgestellt werden. Verwaltung und Planungsausschuss erhalten vorab noch eine 3D-Präsentation, um sich so noch ein besseres Bild machen zu können.

Wie aus der Studie von Professor Jahnen hervorgeht, sind im Laufe der Zeit im eingangs erwähnten Bereich Einzelhandelsangebote entstanden, die derzeit städteräumlich kaum miteinander verbunden sind. Dieser zentrale Bereich um das Rathaus soll nun mit Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten nachverdichtet werden und so die Funktion einer neuen Mitte des Zentralortes erhalten. Dabei soll der Bereich rund um das Rathaus möglichst frei von Verkehren bleiben, um hier Fußgängern Vorrang einzuräumen. Haupt-, Witzerather-, Humbold- und Kammerbruchstraße würden dann einen umgebenden Straßenring bilden.

Arkaden und Passagen

Bei der Ausrichtung von Frühjahrs- und Herbstmarkt soll zudem eine Verlagerung dahingehend erfolgen, dass der Bushof (ZOB) nicht mehr in das Marktgeschehen eingebunden ist, so dass dessen Funktion auch an den Markttagen erhalten bleibt. Wie Jahnen weiter ausführte, sollen in der neuen Mitte zudem witterungsunabhängige Angebote geschaffen werden. Die Errichtung von Arkaden und Passagen soll auch bei Regen ein angenehmes Shoppen möglich machen.

Ziel der gesamten architektonischen Gestaltung innerhalb der neuen Mitte ist, eine Vielzahl unterschiedlicher Architekturen in erkennbaren Quartieren zu schaffen. Die soziale Infrastruktur soll durch Gastronomie, Dienstleistungs- und Gewerbeangebote einen vielfältigen und lebendigen Wohnstandort entstehen lassen. „Wohnraum für Alle“ soll dabei das Motto des Standards sein.

Auch wenn Stadthäuser und Loftwohnungen zum städtebaulichen Charakter dazu gehören, sollen Fachwerkfassaden mit ihrem schwarzen Fachwerk und weißen Gefachen ebenso das Bild von Simmerath prägen wie quasi deren Weiterentwicklung, die sich in weißen Gebäuden mit dunklen Dächern zeigt.

Im Handbuch Wohnen ist dazu in der gestalterischen Formulierung von der „schwarz-weißen Stadt Simmerath“ die Rede. Im Kernbereich soll zudem die Gebäudehöhe auf maximal vier Vollgeschosse zuzüglich einem Staffelgeschoss begrenzt werden. Weiterhin ist angedacht, den ruhenden Verkehr überwiegend in Tiefgaragen zu verlagern.

Wie Professor Jahnen am Ende den Ausschussmitgliedern erläuterte, lassen die geplanten städtebaulichen Veränderungen, welche die Attraktivität Simmeraths als Wohn-, Geschäfts- und Gewerbestandort steigern sollen, schon zum jetzigen Zeitpunkt überregional aufhorchen. Beispielsweise frage man schon in Köln: „Was tut sich in Simmerath?“. Allein diese Reaktion zeige, welches Potential in dieser Sache stecke.

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