Schwarz-Grün will keine gemeinsame Tonne für den Müll

Von: ess
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Roetgen. Wenn man allein nicht genug Müll produziert, warum sollte man ihn dann nicht gemeinsam mit jemand anderem in die Tonne kloppen? Gedanken wie dieser haben vor etwa zwei Jahren in Roetgen eine Diskussion angestoßen, als die Gemeinde zur Regio-Entsorgung wechselte und die Müllgefäße damit größer wurden.

Der Begriff der Entsorgungsgemeinschaften war geboren. Allerdings werden die etwa 50 Antragsteller in der kleinen Gemeinde noch eine Weile auf diese Entsorgungsgemeinschaften warten müssen, denn die schwarz-grüne Ratsmehrheit will zum jetzigen Zeitpunkt nichts davon wissen.

Das Prozedere ist im Prinzip einfach. Ein Grundstückseigentümer kann bei der Regio-Entsorgung eine Entsorgungsgemeinschaft innerhalb eines Grundstücks oder für benachbarte, aneinander grenzende Grundstücke beantragen. Diese Regelung war nicht strittig. Die Probleme begannen mit der so genannten Definition der Müllmenge.

Die Gemeindeverwaltung hatte dabei 15 Liter Müll pro Person und Woche ermittelt. Dieses Volumen könnte bis auf 7,5 Liter halbiert werden, wenn der Abfallerzeuger nachweisen kann, dass er durch Kompostierung und andere Vermeidungsstrategien weniger Müll produziert.

Wie Heinz Mertens, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, unserer Zeitung auf Anfrage erklärte, ist diese Regelung vom Verwaltungsgericht Aachen akzeptiert und damit gerichtsfest.

Das hat CDU und Grüne im Gemeinderat indes nicht gehindert, das Vorhaben abzulehnen. Laut Mertens gab es innerhalb der beiden Mehrheitsfraktionen „eine andere Auffassung von spezifischen Abfallverhalten in der Gemeinde”, will sagen: 15 Liter pro Person und Woche erschien der Union und den Grünen zu hoch.

Die Verwaltung erhielt den Auftrag, bis zur Festlegung der Gebühren für 2010 im Herbst verschiedene Modelle auszurechnen. Heinz Mertens ist da eher skeptisch: „Ob wir das können, weiß ich nicht, denn es gibt für Roetgen keine spezifischen Mülldaten.”

Aktuell jedenfalls ist das Thema vom Tisch. Entsorgungsgemeinschaften wird es vorerst nicht geben. Mertens: „Wir müssen die Antragsteller weiter vertrösten.”
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