Schwartz-Gruppe: Weltmarktführer auf Wachstumskurs

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
14251059.jpg
Bis zu 60 Meter lang sind die Wärmebehandlungsanlagen, die bei der Schwartz-Gruppe mit Hauptsitz im Gewerbegebiet Rollesbroich produziert werden. Geschäftsführer Alexander Wilden (l.) erläutert dem Landtagsabgeordneten Axel Wirtz und den Gästen der CDU Simmerath die Philosophie des Unternehmens. Foto: P. Stollenwerk

Rollesbroich. Schritt um Schritt hat sich die im Gewerbegebiet Rollesbroich ansässige Schwartz-Gruppe in den zurückliegenden Jahren zu einem der größten Arbeitgeber in der Gemeinde Simmerath entwickelt.

Und so ganz nebenbei ist der Spezialist für innovative Wärmebehandlungsanlagen inzwischen auch noch zum Weltmarktführer in seiner Branche aufgestiegen.

Die erstaunliche Entwicklung vom Ein-Mann-Betrieb zum weltweit operierenden Unternehmen innerhalb von gut 30 Jahren interessierte jetzt auch den Landtagsabgeordneten Axel Wirtz, der gemeinsam mit einigen Parteifreunden vom CDU-Ortsverband Simmerath den Betrieb in der Edison-straße besuchte. Das Unternehmen wurde dabei auch als Beispiel für die erfolgreiche Ansiedlungspolitik in der Gemeinde Simmerath herausgestellt.

Trotz eines klaren Bekenntnisses der Unternehmensleitung zum Standort Simmerath kamen aber auch die damit verbundenen Standortnachteile offen zur Sprache. Die Vorlage dafür gab der Landtagsabgeordnete mit seiner generellen Kritik an der rot-grünen Landespolitik, deren starke Fokussierung auf die Ballungsräume zu einer Vernachlässigung des ländliches Raume geführt habe. Dies reiche von „restriktiven Vorschriften“ bei der Neuansiedlung von Gewerbebetrieben bis hin zu einer beklagenswerten infrastrukturellen Ausstattung.

Autobahnanbindung „desaströs“

Die Anbindung an die Autobahn bezeichnete Alexander Wilden, geschäftsführender Gesellschafter der Schwartz-Gruppe, als „desaströs“. Gleiches gelte auch für den Breitbandausbau, wo die Region ebenfalls hinterher hinke.

Für diese Mangelsituation machte Axel Wirtz allein die politischen Handelnden in Düsseldorf verantwortlich. Obwohl der Landesbetrieb Straßenbau unabhängig von der übergeordneten Ausbauplanung die Möglichkeit habe, allein zu entscheiden, habe sich beim Dauerthema des Ausbaus der B258 zwischen der Eifel und Aachen bislang außer „großen Plänen“ nichts bewegt. Auch beim Breitbandausbau werde der ländliche Raum vernachlässigt. Hier sei NRW bundesweit Schlusslicht bei der Versorgung.

Unabhängig von dieser Situation aber hat die Schwartz-Gruppe sich weltweit positioniert, wie Alexander Wilden, seit 2017 alleiniger Geschäftsführer der Gruppe, in einer imponierenden Bilanz erläuterte. 1984 von Rolf Schwartz in Gevelsberg gegründet, war das Unternehmen schon nach kurzer Zeit bei der Fertigung und Konstruktion von Wärmebehandlungsanlagen für Stahl, Aluminium und andere Metalle eine feste Größe auf dem Markt.

1998 wurde der Firmensitz nach Simmerath verlegt. Fünf Jahre später wurden am Standort Rollesbroich erstmalig Aufträge der Volkswagen AG erledigt. Inzwischen verfügt die Schwartz-Gruppe über 21000 Quadratmeter Hallenfläche an sieben Standorten weltweit. Weitere 3500 Quadratmeter bilden die Bürofläche. Unter anderem ist das Unternehmen in China und den USA vertreten.

Über 200 Mitarbeiter sind inzwischen beschäftigt, davon allein 140 am Hauptsitz in Simmerath. Darunter befinden sich auch elf Auszubildende. Fünf davon absolvieren gerade ein duales Studium. Daher ist auch die enge Kooperation mit der Fachhochschule Aachen eine wichtige Säule der betrieblichen Weiterbildung.

Bislang wurden über 1000 Wärmebehandlungsanlagen (Kostenpunkt je Anlage zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro) in alle Welt geliefert. Im Bereich Presshärten darf sich die Schwartz GmbH als Weltmarktführer mit 80 Prozent Anteil bezeichnen. Eine kontinuierliche Steigerung erfuhr auch der Umsatz, der im Jahr 2011 noch bei 28 Millionen Euro lag. Für Ende 2017 sind 72 Millionen Euro prognostiziert.

2015 war ein besonders Jahr für das Unternehmen. Die Schwartz-Gruppe rückte in den Kreis der 500 wachstumsstärksten Unternehmen in Deutschland auf, und im gleichen Jahr erhielt die Firma für die Neuentwicklung im Bereich Wärmebehandlungsanlagen für das Presshärten den Innovationspreis der Städteregion Aachen.

Auch in diesem Jahr stehen die Zeichen auf Wachstum. Mitte vorigen Jahres wurde die Hütte GmbH Düren erworben, um die Fertigungskapazitäten zu erweitern. Aktuell erfolgt die die Verlagerung dieses Standortes nach Aachen-Schleckheim ins ehemalige Schumag-Gebäude. Hier werden dann weitere 14.000 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung stehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert