Schulz fordert Bestandsgarantie für ländliche Kliniken

Von: ale
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Interessierte Besucher in der Eifelklinik Simmerath: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und SPD-Landtagskandidat Stefan Kämmerling (Mi.) Foto: Anneliese Lauscher

Simmerath. Im Krankenhaus Simmerath, der Eifelklinik St. Brigida, wurde hoher Besuch empfangen: Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments, kam zusammen mit Stefan Kämmerling, dem Landtagskandidaten der SPD, nach Simmerath, um sich vor Ort über das Krankenhaus zu informieren.

Die beiden Politiker wurden begleitet von Karl-Heinz Hermanns, dem Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, der auch Vorsitzender des Krankenhaus-Beirates ist, von Gregor Harzheim, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im Simmerather Rat und von Siegfried Peeters, dem Vorsitzenden der SPD Simmerath. Herzlich hieß sie Dr. Ulrich Mauerer, der Geschäftsführer der Eifelklinik, willkommen, ihn begleitete die Vorsitzende des Betriebsrates, Simone Werker-Schwartz.

Dr. Mauerer stellte die Artemed-Gruppe vor, die vor zwei Jahren das Krankenhaus übernommen hat, und erinnerte an die Ereignisse vor der Übernahme, als das Krankenhaus schlecht belegt war, die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten nicht gut funktionierte und das Vertrauen gesunken war. „Wir konnten das Vertrauen wieder gewinnen”, berichtete Dr. Mauerer.

Er zeigte die wesentlichen Neuerungen auf, die Investitionen in Stationen und den neuen Kreißsaalbereich. Laut einer Untersuchung der Techniker-Krankenkasse, die 2000 deutsche Krankenhäuser nach verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtete, steht die Eifelklinik ganz oben in der Bewertung durch Patienten, „viermal auf dem Siegertreppchen und zweimal auf Platz 2”. Dies führt Dr. Mauerer darauf zurück, „dass die Patienten hier besondere Zuwendung erfahren und sich gut aufgehoben fühlen”.

Gregor Harzheim erinnerte an die unruhige Zeit der Besorgnis, als die Bevölkerung für den Erhalt „ihres” Krankenhauses auf die Straße ging. Mit offensichtlicher Bewunderung sagte Martin Schulz: „Ich habe noch nie gehört, dass sich eine Bürgerinitiative gründet zum Erhalt eines Krankenhauses.” Es sei „interessant und faszinierend, welchen Optimierungsprozess hier ein privatwirtschaftliches Unternehmen in Gang gesetzt hat”.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der auch als Vorsitzender des Krankenhaus-Beirates sprach, hielt den Gästen vor Augen, dass das Krankenhaus mit 235 Beschäftigten der zweitgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde sei. Sorgen macht ihm der Landeskrankenhausplan, wonach die Eifelklinik über 75 anerkannte Betten verfügt, aber einen deutlich höheren Bedarf angemeldet habe.

„Egal ob schwarz, rot oder gelb oder grün, hier muss parteiübergreifend Einigkeit bestehen”, forderte Karl-Heinz Hermanns. Er richtete an Stefan Kämmerling den Appell, dass er sich für das Krankenhaus einsetzen möge, falls er in den Landtag gewählt werde.

Dieser pflichtete ihm bei und versicherte, er sei sensibilisiert für dieses Anliegen „Ich möchte ein Freund dieser Klinik werden”, sagte Stefan Kämmerling. Martin Schulz fügte hinzu: „Ich weiß nicht, wie lange es noch gutgeht mit dem Druck der Durchökonomisierung. Krankenhäuser wie dieses hier im ländlichen Raum, die einen Sicherstellungsauftrag haben, müssten unabhängig von der Ökonomisierung in ihrer Existenz gesichert sein. Das muss man auf Landesebene diskutieren.”

Nach einer kleinen Besichtigungsrunde hätte der Präsident des EU-Parlaments gerne eine Kerze in der Kapelle angezündet - für den 1. FC Köln. Das ging leider nicht, denn er wollte die dortige Andacht nicht stören. Und wie man inzwischen weiß, hätten wohl selbst 1000 Kerzen nichts genützt.
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