Schulweg-Kontrolle: Meistens mit einem Lächeln verabschiedet

Von: P. St.
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Wer einen gelben Smiley erhielt, hatte gut lachen und sich außerdem an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten. Auch vor der Grundschule Kesternich wurde am Dienstag gemessen. Gemeinsam mit den Schulkindern suchte die Polizei (unser Bild zeigt den Simmerather Bezirksbeamten Jochen Jansen (li.) und Verkehrssicherheitsberater Udo Scholten) Das Gespräch mit den Autofahrern. Foto: P. Stollenwerk
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Roter oder gelber Smiley? Das hing allein vom Tempo der kontrollierten Autofahrer ab.

Kesternich/Mützenich. Am Dienstag war in der Eifel nicht der Tag der Raser. In der Nacht hatte es mal wieder ein Schneegewitter gegeben und viele Straßen waren am Morgen noch vereist. Außerdem wirkt es ohnehin wie eine psychologische Bremse auf die Autofahrer, wenn am Straßenrand noch Schnee liegt, der klar erkennen lässt, dass die Straßenverhältnisse trotz des begonnenen meteorologischen Frühlings insgesamt noch winterlich sind.

Vor diesem Hintergrund gaben daher die am Dienstag vormittag in der Nordeifel vorgenommenen Schulweg-Kontrollen der Polizei auch vielleicht ein nicht ganz realistisches Bild des Verhaltens von Autofahrern in Tempo 30-Zonen vor Schulen ab. Doch die große Aktion vor insgesamt 10 Grundschulen in der Städteregion Aachen war von langer Hand geplant, und so machten sich die Fachdienststellen der Polizei in großer Personalstärke auf den Weg, um den Verkehrstag zur Bekämpfung von Kinderunfällen erfolgreich zu gestalten. Nun ist es nicht unbedingt als Erfolgserlebnis zu werten, wenn möglichst viele Autofahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung missachten, vielmehr zielte die Aktion darauf ab, in Sinne eines effektiven Erziehungseffektes Wirkung zu erzielen.

Die Aktion in Nordeifel fand für jeweils gut zwei Stunden auf der Bundesstraße in Kesternich in Höhe der Schulstraße und in Mützenich auf der Eupener Straße, ebenfalls direkt vor dem Gelände der Grundschule statt. Alle Grundschulen in der Nordeifel waren zuvor angeschrieben und über die Aktion informiert worden. Zwei Schulen zeigten sich interessiert, in die Aktion eingebunden zu werden.

„Die Autofahrer fahren heute schon etwas verhaltener“, stellte am Dienstag auch Verkehrssicherheitsberater Udo Scholten fest. Die beiden Messstellen an den Ortsdurchfahrten waren andererseits auch nicht zu übersehen. Rund ein halbes Dutzend Polizeibeamte hatte sich eingefunden, darunter auch Jochen Jansen, seit 1. Februar 2015 neuer Bezirksbeamter bei der Polizeidienststelle Simmerath. Auch am Start waren die Kinder vierten Schuljahres, die bei der Kontrollaktion eine tragende Rolle spielten. Es ging wie gesagt vorrangig nicht darum, die Autofahrer eines Vergehens zu überführen sondern um Verständnis dafür zu werben, dass Tempo 30-Zonen vor Schulen ernstzunehmen sind, auch wenn es in der Unfall-Statistik der Nordeifel weder besorgniserregende Zahlen bei den Kinderunfällen gibt noch Unfallhäufungspunkte auszumachen sind.

Bereits früh startete die Polizei ihre Aktion in Kesternich. Etwa in in Höhe der Kirche wurden die Autofahrer mit einer Videokamera gemessen und dann an den Fahrbahnrand gewunken, unabhängig davon, ob Tempo 24 oder Tempo 44 gemessen wurde. Dann schritten die Kinder gemeinsam mit Udo Scholten zur Tat, um mit den Autofahrern das Gespräch zu suchen. Der Polizeibeamte stellte sich kurz vor, ehe dann die Kinder das Wort hatten, und vorbereitete „Smileys“ aus Pappe in den Farben rot und gelb verteilten. Für alle Autofahrer, die Tempo 36 nicht überschritten, gab es den freundlich lächelnden gelben Smiley, denn auch bei der Schulweg-Kontrolle galt der bei Geschwindigkeitsmessungen handelsübliche Toleranzabzug. Verbunden wurde die Überreichung des gelben Smileys mit freundlichen Worten und einem Lob für rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr.

Etwas ernster wurde der Tonfall dann schon, wenn bei klarer Überschreitung der Tempogrenze den Fahrern ein roter Smiley mit grimmigen Gesichtsausdruck in die Hand gedrückt wurde.

Udo Scholten: „Es geht darum, bei den Autofahrern durch die direkte Ansprache der Kinder einen erzieherischen Effekt zu erzielen“.

Dies war zum Beispiel erforderlich bei einem Autofahrer, der mit Tempo 44 gemessen wurde. Es handelte sich um einen Vertreter für Baustoffe, der es womöglich eilig hatte, um pünktlich zu seiner Kundschaft zu gelangen. Er wird, wie mancher andere auch einen Bescheid über ein Verwarngeld erhalten.

Die Schüler wiesen mit Unterstützung der Polizei freundlich aber bestimmt auf das Fehlverhalten hin und wahrscheinlich hat das Gespräch Wirkung wie einer der Schüler anschließend berichtete: „Er hat sich dafür entschuldigt, dass er zu schnell gefahren ist. Ansonsten würde er sich nämlich immer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, ganz besonders vor Schulen und Kindergärten.“

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