Schulterschluss beim Strom für einen besseren Preis?

Von: hes
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Der Vertrag im Bereich der elektrischen Energie umfasst neben dem Konzessionsvertrag und der Versorgung der einzelnen Stromabnahmestellen auch die Versorgung mit Straßenbeleuchtung. Wer künftig nachts in Monschau für beleuchtete Straßen sorgen wird, das muss nun neu verhandelt werden. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Wer ein E-Mail-Postfach besitzt, wird fast täglich von mehr oder minder dubiosen Anbietern genervt, schnellstmöglich den Stromanbieter zu wechseln und damit viel Geld zu sparen. Weitaus seriöser werden da die Überlegungen der Stadt Monschau sein, die zum 1. Januar 2013 ihre Verträge über die Belieferung mit elektrischer Energie im Stadtgebiet neu ordnen muss.

Gab es bei der letzten Vergabe vor 20 Jahren noch eine Monopol-Situation durch den RWE-Konzern, so ergeben sich heute auf dem liberalisierten Strommarkt nicht nur für Privatkunden, sondern auch für die Kommunen ganz neue Möglichkeiten.

Neben der Vergabe der Konzession für die Stromlieferung an verschiedene Netzbetreiber sieht das Energiewirtschaftsgesetz seit 2005 auch die Möglichkeit vor, die Energieversorgung in Eigenregie zu betreiben. Dazu könnte die Stadt Monschau den Schulterschluss mit den Nachbargemeinden Simmerath und Roetgen üben, was nun auch in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden soll.

„Die Vertragssituation im Bereich der Stromversorgung gliedert sich in drei Bestandteile”, erläuterte Hauptamtsleiter Franz-Karl Boden am Dienstag im Monschauer Hauptausschuss. Geregelt wird darin die Versorgung der Einzelabnahmestellen, der Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet und die so genannte Konzessionsabgabe, die der Stadt als Gegenleistung für das eingeräumte Recht, Leitungen durch öffentliche Verkehrswege zu legen, jährlich eine halbe Million Euro in die marode Kasse spült.

Das Auslaufen der alten Verträge eröffnet der Stadt nun ein Zeitfenster für die Entscheidung, wer das Energieverteilungsnetz künftig betreiben soll. „In Betracht kommen grundsätzlich die Vergabe der Konzession an den bisherigen Vertragspartner, an einen anderen Netzbetreiber und die Übernahme des Energieverteilungsnetzes in eigener Regie”, sagte Boden.

Vorteile einer so genannten Re-Kommunalisierung - auch im Wege einer Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden - wären die vollständige Kontrolle des örtlichen Netzbetriebs und eine gute Position beim Abschluss neuer Konzessionsverträge. Nachteile und Risiken wären, dass die Kommune(n) zunächst das Netz übernehmen (kaufen) und die Strompreise selbst regulieren müssten.
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