Schulschließung auch bei CDU das beherrschende Thema

Von: ale
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Der neue Vorstand des CDU-Ortsverbands Kesternich (v. li.): Josef Claßen, Bernd Goffart als Gemeindeverbandsvorsitzender, Ulrich Offermann, Jürgen Bruckmann, Wolfgang Jaschkewitz, Manfred Schmitz, Bernd Mommertz, der neue Vorsitzende Sascha Schmitz und Stefan Weber. Foto: Anneliese Lauscher

Kesternich. Wie sich die Schullandschaft zum Nachteil der hiesigen Kinder verändert, das war auch wieder ein heiß diskutiertes Thema bei der Versammlung des Kesternicher CDU-Ortsverbands. In der Gaststätte Jousten hatten sich die Parteifreunde versammelt, um sich über die aktuelle kommunalpolitische Lage zu informieren und einen neuen Vorstand zu wählen.

Ulrich Offermann begrüßte als Vorsitzender die erschienenen Mitglieder, er freute sich, auch den Bürgermeister, Karl-Heinz Hermanns, den stellvertretenden Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck und den Vorsitzenden des Gemeindeverbands der CDU, Bernd Goffart, begrüßen zu können.

Man dürfe heute keine großen Berichte erwarten, sagte der Ortsverbandsvorsitzende. „Ich war in 2014 etwas aus der Bahn geworfen und danke für das Verständnis, wenn ich nicht in der Lage war, Parteiarbeit zu leisten.“ Jeder in Kesternich weiß von dem Schicksalsschlag, der Ulrich Offermann im vorigen Jahr traf, als seine Frau gewaltsam zu Tode kam.

Bernd Goffart übernahm es, die politische Lage in Kesternich zu schildern: Er wies darauf hin, dass man nun im Ort hervorragende Internetverbindungen habe; die sei nur zu bewerkstelligen gewesen, weil die Gemeinde nicht im Nothaushalt sei. Zum Beschluss, die Kesternicher Grundschule zu schließen, und zu den Angriffen, die er seitdem erlebt, erklärte er: „Der ganze komplexe Sachverhalt lässt sich nicht auf zwei Blättern erläutern. Es gibt keine Lösung, die machbar wäre. Um die erforderlichen Zahlen zu erreichen, hätten wir Kinder, die für Steckenborn vorgesehen waren, hierher bekommen müssen. Das macht freiwillig keiner. Ich kann nur betonen: Wenn es eine objektive Alternative gegeben hätte, hätten wir sie aufgegriffen.“

Manche Äußerungen und abfällige Bemerkungen, die ihn seit der Beschlussfassung erreichen, gehen ihm offensichtlich unter die Haut. „Ich habe kein dickes Fell in der Sache. Wenn man mir unterstellt, ich hätte mich nicht hundertprozentig eingesetzt, das tut mir weh“, sagte Bernd Goffart. Ulrich Offermann fügte hinzu: „Meine Geschwister und ich, meine Kinder und meine Enkel sind in diese Schule gegangen; diese Entscheidung hat mich sehr berührt. Aber die Vernunft muss gelten. Ich war im Grunde froh, dass ich nicht mit abstimmen musste.“

Auf die Frage von Manfred Hoch, ob man nicht schon zu dem Zeitpunkt, als die Schule saniert wurde, diese Entwicklung absehen konnte, antwortete der Vorsitzende, dies sei über vier Jahre her, da habe es noch feste Schulbezirke gegeben. Auch der Bürgermeister machte noch einmal deutlich: „Man kann das Thema nicht ausklammern, es bewegt alle im Ort. Tatsache ist, dass wir in den nächsten vier Jahren eine einstellige Anzahl Kinder aus Kesternich einschulen können, zweimal acht und zweimal neun. Auch mit den Kindern aus Hirschrott, Einruhr und Erkensruhr sind es immer noch zu wenig.“

Auf das Heftigste wehrte sich Karl-Heinz Hermanns gegen Vermutungen, die Schule sei aus finanziellen Gründen geschlossen worden: „Was mit dem Schulgebäude passieren wird, weiß jetzt noch keiner. Wir werden gut überlegen, was wir damit machen“, sagte er. Ein Parteifreund meinte, es sei taktisch klüger gewesen, wenn Bernd Goffart mit Nein gestimmt hätte. „Ich wollte es nicht so machen wie die Opposition“, antwortete Goffart, „die sagt beispielsweise Nein zum Haushalt und kann es auch nicht besser.“

Aus der Städteregion berichtete Hans-Josef Hilsenbeck; der Haushalt sei ja nun beschlossen, es sei nichts Neues, dass man auf Entlastung von außen hoffe, also vom Land und vom Bund, damit die sozialen Lasten getragen werden könnten. „Wir werden versuchen, das Berufskolleg weiter zu stärken, die Kinderbetreuung weiter aufrechtzuerhalten und uns für Tourismusförderung einsetzen“, versprach er.

Sascha Schmitz ist Vorsitzender

Als es um die neue Besetzung des Vorstands ging, war der Ortsverband sich rasch einig: Ulrich Offermann, der sich allmählich aus der Kommunalpolitik zurückziehen möchte, schlug Sascha Schmitz als seinen Nachfolger vor. Dieser wurde einstimmig gewählt, Ulrich Offermann bleibt sein Stellvertreter. Manfred Schmitz wurde wieder zum Geschäftsführer gewählt, und als Beisitzer fungieren Wolfgang Jaschkewitz, Bernd Mommertz, Josef Claßen, Stefan Weber und Jürgen Bruckmann. Für den Gemeindeverbandsvorstand schlagen die Kesternicher Parteifreunde Bernd Goffart vor und als Beisitzer Jürgen Bruckmann. Für den Kreisparteitag wurden Sascha Schmitz und Manfred Schmitz vorgeschlagen, als Ersatzkandidaten Bernd Mommertz und Jürgen Bruckmann.

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