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Schulsanierung: Jetzt fehlen 490.000 Euro

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Für den 17. November werden die Politiker zur einer zusätzlichen Sitzung des Gemeinrates zusammengetrommelt, denn es ist genau der Fall eingetreten, den die UWG vor Monaten skizziert hatte.

Für Umbau und Sanierung des Altbaus der Grundschule reicht das Geld immer noch nicht. Erst vor wenigen Monaten hatte der Rat 392.000 Euro nachgelegt. Die CDU verstand seinerzeit die ganze Aufregung nicht, man komme sogar mit 100.000 Euro aus. Die CDU vielleicht, nicht aber der Architekt, dem reichen 100.000 Euro nicht und auch nicht 392.000 Euro. Die Geldkanone soll diesmal mit satten 490.000 Euro nachgeladen werden.

Bereits Mitte September hatte der neue Projektsteuerer herausgefunden, dass rund 119.000 Euro zu wenig zur Verfügung standen. Inzwischen steht fest, so Bürgermeister Manfred Eis in seiner Vorlage für den Bauausschuss am 8. November, dass die Bauleistungen „Schreiner-/Tischlerarbeiten”, „Trockenbau” und „Metall-/Schlosserarbeiten” deutlich über den kalkulierten Summen liegen. Der bei jedem Gewerk eingerechnete Risikopuffer sei bereits ausgeschöpft. Dann wird die Vorlage wenig konkret: Einsparpotenzial sei „hier und da” vorhanden und werde auch umgesetzt. Unter anderem seien durch „Nutzerwünsche” sowie die Ausgaben für Mobiliar und Vorhänge Mehrkosten entstanden. In der Addition kommen Architekt und Projektsteuerer auf die knappe halbe Million.

Damit erhöht sich das einstmals bei sechs Millionen Euro gedeckelte Budget auf nunmehr sieben Millionen, und es gibt etliche Politiker, die davon ausgehen, dass das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist. Nicht auszuschließen, dass Bürgermeister Eis mit seiner Prognose vor Jahren richtig liegt, dieses Projekt werde die Gemeinde Roetgen rund zehn Millionen Euro kosten.

Ein Fass ohne Boden ist es bereits jetzt, und immer unverhohlener wird in die Runde gefragt, ob da jemand bei der Kalkulation der Baumaßnahme Probleme mit den vier Grundrechenarten hatte. Unmengen von Geld seien ausgegeben worden. Dafür habe man bisher „zwar viel Luxus, aber viel zu wenig Schule bekommen”.

Genau das ist der Knackpunkt: Rat und Verwaltung stehen bei der Schule im Wort, für eine zügige und funktionale Abwicklung der Baustelle zu sorgen. Es werde wohl nichts Anderers übrig bleiben, als den finanziellen Nachschlag durchzuwinken. Allerdings gebe es bereits Überlegungen, die damalige Jamaika-Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP diesen Beschluss alleine fassen zu lassen, um noch einmal die Urheberschaft für diese Misere deutlich zu machen. Mit ihrer Enthaltung würden SPD und UWG den Fortgang der Arbeiten nicht gefährden, allerdings ein starkes politisches Signal in Richtung der damaligen Ratsmehrheit und des Archiktekten setzen, der mittlerweile in Roetgen einigen Kredit verspielt hat.

Nachdem man vor der ersten Budgeterhöhung noch kompromissbereit war und alle Fraktionen nachdrücklich das gemeinsame Ziel betonten, werden wohl diesmal die Fetzen fliegen.
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