Roetgen - Schulleiterin mit Fragen bedrängt

Schulleiterin mit Fragen bedrängt

Von: ess
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Roetgen. Es hätte ein ruhiger Abend im Roetgener Ausschuss für Bildung, Jugend, Soziales und Sport werden können, wenn Ausschussvorsitzender Ronald Borning (CDU) nicht ein Fass aufgemacht und die Leiterin der Grundschule, Elisabeth Gerhards-Eckert, öffentlich bloßgestellt hätte.

Die Attacke des Christdemokraten war so heftig, dass Bürgermeister Manfred Eis sich schützend vor die Schulleiterin stellte, die wenig später völlig konsterniert den Sitzungssaal verließ.

Zum wiederholten Male hatte Wilfried Conventz, Leiter der gleichnamigen Roetgener Privatschule, beklagt, dass er es bedauere, keinen Kontakt zur Leitung der Grundschule aufbauen zu können, weil die Schulleiterin für ihn nicht zu erreichen sei. In unfreundlichem Ton forderte Borning die Schulleiterin auf, sich dazu zu äußern.

Elisabeth Gerhards-Eckert zeigte sich „befremdet” über dieses Ansinnen und erklärte: „Wer mich erreichen will, der erreicht mich auch!” Wenn es unter Schulleitern einer Absprache bedürfe oder ein Problem zu lösen gebe, dann, so Gerhards-Eckert, greife man zum Telefonhörer oder schicke eine E-Mail. „Da ich kein Problem mit Herrn Conventz zu lösen habe, habe ich auch keine Veranlassung, ihn anzurufen.” Außerdem lasse ihr der überquellende Terminkalender keine Zeit, bei Kaffee und Kuchen Nachbarschaft zu pflegen. „Haben Sie das notiert?” fragte Borning die Protokollführerin.

Borning legte nach. Er habe gehört, die Schulleiterin habe ihrem Schulchor untersagt, an einer Veranstaltung in der Privatschule teilzunehmen. „Stimmt das?” Elisabeth Gerhards-Eckert fühlte sich erneut in die Enge getrieben, wollte die Begründung ihrer Entscheidung indes nicht in öffentlicher Sitzung breittreten. Auch das kam ins Protokoll.

Bürgermeister Eis wurde es dann zu bunt. „Das geht so nicht! Einer sagt etwas und der andere soll sich hier rechtfertigen”, sprang er der Schulleiterin bei und bot an, vermittelnd tätig zu werden.

Es wurde auch noch über den Stand der Bauarbeiten an der Grundschule gesprochen. Finanziell ist alles im grünen Bereich, so die Verwaltung, im Zeitplan hinkt man wegen des langen und harten Winters allerdings rund zweieinhalb Monate hinterher. Dennoch, so Bürgermeister Eis, habe man im Rathaus weiterhin den „ehrgeizigen Plan” den Neubau bis Dezember fertigzustellen. Der Chancen stehen gut, denn der Rohbau ist weitgehend fertig und der Kran wird in den nächsten Tagen abgebaut. Die Heizungs- und Sanitärinstallateure sind bereits zu Gange, ebenfalls die Dachdecker.

Viele Detailfragen kamen aus dem Ausschuss, und die Antworten werden die Politiker ihrer jeweiligen Klientel überbringen. Dabei ging es auch um die Nutzung der Container für Schulklassen und den Wunsch, im Winter möglichst darauf verzichten zu können.
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