Nordeifel - Schulleiter begrüßen G9: „Mehr Zeit zum Lernen“

Schulleiter begrüßen G9: „Mehr Zeit zum Lernen“

Von: hes
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Viele Schulleiter begrüßen die Entscheidung zur Zurrück zu G9. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa

Nordeifel. Die Schulleiter Dr. Bernd Gotzen (St. Michael-Gymnasium Monschau) und Arthur Bierganz (Inda-Gymnasium Kornelimünster) haben die von der neuen Landesregierung angekündigte, flächendeckende Rückkehr der NRW-Gymnasien zu G9 grundsätzlich begrüßt.

Beide Direktoren gehen davon aus, dass die Schulkonferenzen an ihren Einrichtungen nicht den auch weiterhin möglichen Verbleib beim „Turbo-Abi“ beschließen werden.

„Wir saßen gestern Abend zufällig in der Schulpflegschaftssitzung beisammen und da hat diese Nachricht bei den Eltern durch die Bank Freude und Zustimmung ausgelöst“, berichtete Arthur Bierganz am Donnerstag. Der Schulleiter des „Inda“, das traditionell auch von vielen Kindern aus der Gemeinde Roetgen besucht wird, wertete die Ankündigung von CDU und FDP auch persönlich „als richtige Entscheidung“, da sie „mehr Zeit zum Lernen, entspannteres Arbeiten und tiefergehende Behandlung von Unterrichtsstoff“ ermögliche.

Die Eltern der jetzigen Schüler hätten gar bedauert, dass es sie nicht mehr betreffe. Gleichwohl müssten die Entscheidung zwischen der Rückkehr zu G9 oder dem Verbleib bei G8 nun Eltern, Schüler und Lehrer treffen, die die verkürzte Gymnasialzeit mit ihren Vor- und Nachteilen erlebt hätten und sich ein Urteil darüber haben bilden können.

Verständnis für die Ankündigung der Koalition, G9 grundsätzlich wieder einzuführen, zeigte Dr. Bernd Gotzen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Alle anderen Varianten hätten dem neuen Schulministerium Probleme bereitet“, glaubt der Leiter des St. Michael-Gymnasiums. Er begrüße auch persönlich die Grundsatzentscheidung, wobei der Beschluss über einen Verbleib bei oder Weggang von G8 nicht die Schulleitung, sondern die Schulkonferenz treffen müsse. „So wie Eltern, Schüler und die Bevölkerung das Thema zuletzt diskutiert haben, kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, dass es eine Entscheidung gegen das Abitur nach neun Jahren geben wird“, sagt Dr. Gotzen.

Wann das Thema in der Schulkonferenz thematisiert wird, steht für den Leiter des MGM noch nicht fest. „Das wird erst dann geschehen, wenn es seitens der Bezirksregierung klare Vorgaben gibt.“ Zunächst einmal liege nur die Pressemeldung von der grundsätzlichen Rückkehr zu G9 auf dem Tisch. Dr. Gotzen: „Es bleiben aber noch Fragen wie: Bedeutet das eine Rückkehr zum alten G9? Wird das Abitur dann so wie jetzt an der Gesamtschule abgelegt? Was ist mit der zweiten Fremdsprache?“ Wichtig sei auch, dass nicht zu viel in G9 gepackt wird, also eine dann wieder erhöhte Stoffmenge.

Spannend wird für den Schulleiter auch die Frage, wie das Aufstocken der Jahrgänge schulorganisatorisch umgesetzt werden wird. „Man muss davon ausgehen, dass die Schülerzahl um 80 bis 100 steigt und entsprechend auch das Lehrerkollegium wächst“, sagt Dr. Gotzen, der raumtechnisch dagegen keine großen Probleme für seine Schule sieht.

Der Monschauer Schulleiter wie auch sein in Imgenbroich wohnender Kollege vom Inda-Gymnasium weist bei aller Freude über die Ankündigung darauf hin, dass diese erst zum Schuljahr 2019/2020 greife und dann auch erst mit der Jahrgangsstufe fünf beginne. Kurios: 2028 werde es dann wohl ein Jahr ohne Abiturientia geben. Arthur Bierganz: „Wir sind sehr gespannt, wie das alles umgesetzt werden wird.“

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