Schulkind durch Hund verletzt: Diskussion über Anleinpflicht

Von: hes
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An dieser Stelle unweit der Grillhütte in Paustenbach im Bereich Kopperweg/Augasse hatte der siebenjährige Lukas am vergangenen Freitag die unliebsame Begegnung mit einem großen Hund. Das nicht angeleinte Tier biss zwar gottseidank nicht zu, berührte und bedrängte das Kind aber derart, dass es stürzte und sich Verletzungen zuzog. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Ein siebenjähriger Junge aus Simmerath ist bei einem von der Grundschule organisierten Familienfest an der Grillhütte in Bickerath vom Hund einer Passantin verletzt worden. Der Vorfall wurde dem Ordnungsamt der Gemeinde Simmerath gemeldet, jedoch nicht zur Anzeige gebracht.

Vielmehr möchte die Familie des verletzten Kindes den Vorfall zum Anlass nehmen, eine Diskussion „über die derzeit in der Nordeifel gelebte Anleinpflicht“ anzustoßen. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Freitag gegen 17.15 Uhr, wie der Vater des Jungen berichtet: „Während des Grillfestes befand sich mein Sohn Lukas auf dem Weg (Kopperweg/Augasse), als eine Frau mit nicht angeleintem Hund dort auftauchte.

Sie gehörte nicht zum Grillfest, sondern kam vermutlich vom Spielplatz hoch. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt einige Meter höher auf dem Trampelpfad zur Grillhüte. Als der Hund Lukas sah, lief er unvermittelt auf diesen zu und bellte ihn an. Der Hund war sehr groß und voluminös. Lukas erschrak sich und lief einige Meter zurück. Der Hund aber ließ nicht ab und Lukas kam zu Fall.

Schürfwunden und Nasenbluten

Der riesige Hund sprang um und über das am Boden liegende Kind, schubste Lukas mehrfach an und drückte ihn mit dem Gesicht in den Schotter. Die Folge waren mehrere Beulen und Schürfwunden an der Stirn, Schürfwunden an der Nase und Nasenbluten. Der Hund hat zum Glück nicht gebissen. Mein Sohn hatte aber panische Angst und hat fürchterlich geschriehen“, schildert der Vater den Fall.

Man sei später mit dem Kind nach Simmerath zur Notfallpraxis gefahren, wo die Verletzungen behandelt, dokumentiert und an die Kinderärztin übermittelt worden seien.

Begleitet wurde der nicht angeleinte Hund, nach Recherchen der Familie möglicherweise ein schwarzer Neufundländer, von einer Frau, die aber nach eigener Aussage nicht die Halterin des Tieres ist. „Sowohl sie als auch ich waren zu weit entfernt, um früh genug eingreifen zu können. Der Hund war zunächst außer Kontrolle, bis die Frau den Hund erreichte“, berichtet der Vater und bedauert: „Es kam zu einer unfreundlichen, verbalen Auseinandersetzung mit der Frau.

„Diskussion überfällig“

Trotz Drohung mit der Polizei hat sie sich geweigert, ihren Namen zu nennen. Deshalb werde nun insbesondere der Name des Hundehalters gesucht, so der Vater.

Für den Vater ist spätestens nach diesem Vorfall „eine Diskussion über die derzeit in der Nordeifel gelebte Anleinpflicht“ überfällig. „Anlass ist jetzt vielleicht dieser Vorfall. Aber zahlreiche andere Erlebnisse und auch Gespräche im Bekanntenkreis zeigen, dass das ein Thema ist, welches viele Leute beschäftigt, wo aber niemand konkret etwas unternimmt.“

Bei den Vorfällen gebe es eine riesige Dunkelziffer, sagt Lukas‘ Vater und unterstreicht: „Es geht dabei nicht um eine Offensive gegen Hunde, aber die aktuelle Gesetzesregelung zur Anleinpflicht muss infrage gestellt werden. Viele Leute haben Angst vor Hunden. Das konsequente Anleinen der Hunde würde viele Probleme lösen.“

Die äußeren Wunden sind bei Lukas mittlerweile gut verheilt, nur eine kleine Beule zeugt noch von dem Vorfall letzte Woche. Der psychische Schaden aber ist nicht abschätzbar.

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