Eifel - Schulfach Sozialwissenschaft: Festanstellung und Mindestlohn sind Themen

Schulfach Sozialwissenschaft: Festanstellung und Mindestlohn sind Themen

Von: von Julia Bäumler
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Zum ersten Mal ins Wahllokal: Für die Erstwähler des St.-Michael-Gymnasiums haben die Aussagen auf den Wahlplakaten keinen Einfluss auf ihre Entscheidung bei der Bundestagswahl 2013. Foto: P. Stollenwerk

Eifel. Endlich 18 – ein Alter auf das so viele Jugendliche warten. Auto fahren dürfen, selbstständig werden und alleine Entscheidungen treffen können, das ist der Reiz an dieser Altersgrenze. In diesem Jahr kommt jedoch noch etwas Neues hinzu, denn mit 18 dürfen auch sie an der Bundestagswahl 2013 teilnehmen. So ist es auch bei acht Schülern des St.-Michael-Gymnasiums in Monschau.

Gehe ich wählen? Wen wähle ich? – Fragen, mit denen sich die jungen Leute nun auseinandersetzen müssen. Doch in einem Punkt scheinen alle acht einer Meinung zu sein: Sie alle möchten am kommenden Sonntag ihre Stimme abgeben - und das nicht ganz unvorbereitet.

Besonders im Fach Sozialwissenschaften bekommen die Jungwähler ein besseres Gespür für die politische Lage. Und auch wenn die Zeit wegen der Sommerferien und der einwöchigen Stufenfahrt der Stufe Q2 (ehemals 12) nicht ausgereicht habe, um viel vorzubereiten, und zudem geschätzt um die 85 Prozent der Stufe auch noch nicht volljährig sind, weiß Lehrer Peter Tambornino dennoch, dass der Politikunterricht eine gute Basis zur Meinungsbildung ist: „Wir bereiten zwar nicht konkret auf die Bundestagswahl vor. Wir hoffen aber, dass sich die Schüler auf der Grundlage des Unterrichts eine Meinung bilden können“, erklärt er.

Denn über Themen wie beispielsweise den demografischen Wandel oder Mindestlöhne sei natürlich diskutiert worden.

Ein Teil der Schülerschaft probierte im Grundkurs Sozialwissenschaften auch den „Wahl-O-Mat“ aus. Das Ergebnis sei größtenteils wie erwartet gewesen, berichtet ein Schüler des Kurses. Im Unterricht mache es sich jedoch auch bemerkbar, dass durch die G8-Regelung nur sehr wenige wahlberechtigt seien: „Klar merkt man, dass nicht alle wählen gehen dürfen. Jemand der nicht wählen gehen darf, interessiert sich auch im Unterricht nicht dafür“, weiß Thomas Prümmer.

Das Interesse unter den Erstwählern der Schule scheint allerdings geweckt zu sein: „Man redet dann auch schon mal in den Pausen mit seinen Freunden über die Wahl“, erzählt Kai Mertens. Die Schüler wissen längst, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen. Nur Eva Reinecke ist sich noch nicht ganz sicher, weitere Infos hole sie sich im Gespräch mit Freunden, sagt sie.

TV-Duell nicht nachhaltig

Informiert haben sich die Schüler auf verschiedene Weise – ob im Internet wie Julia Hermanns, oder übers Fernsehen wie Annika Brandenburg. Auch das im Vorfeld übersteigerte TV-Duell Merkel/Steinbrück ist den Schülern ein Begriff. Viele von ihnen haben mal reingeschaut oder es auch verfolgt.

Begeisterung kommt bei ihnen aber nicht auf. „Das TV-Duell fand ich generell nichtssagend. Das sind leere Versprechungen. Es wurde das gesagt, was die Leute hören wollen“, so die Meinung eines Schülers. Hier bezieht er sich zum Beispiel auf den Mindestlohn.

Vom Verlauf des Wahlkampfs sind die Acht nicht gerade begeistert. Es sei übertrieben, manchmal eine Allee voller Plakate zu sehen, sagt Eva Reinecke. Auch Sylvia Kohl zeigt sich nicht angetan. Auf sie wirkt es schon fast käuflich, wenn man von den einzelnen Parteien Blumen, Kulis oder Küchenmesser geschenkt bekommt. Die Schüler sind sich zudem einig, dass die Wahlplakate keinen Einfluss auf ihre Meinungsbildung haben.

Ihr Meinungsbild unterscheidet sich allerdings, wenn es darum geht, ob 18 das geeignete Alter ist, um erstmals wählen zu gehen. Einerseits glaubt ein Schüler, dass viele aus Spaß und Freude ihre zwei Kreuzchen unüberlegt machen würden.

Andererseits wird dagegen gehalten, dass kein gravierenden Unterschied zwischen 17- und 18-jährigen Schülern erkennbar sei. Dem schließt sich Lehrer Peter Tambornino an. Seiner Meinung nach sollte die Altersgrenze sogar auf 16 Jahre herunter gesetzt werden. Das sei schließlich auch bei der Kommunalwahl so. „Warum gibt es da einen Unterschied? Das müsste mir wirklich mal jemand erklären.“

Jedenfalls betreten die acht Schüler am Sonntag zum ersten Mal ein Wahllokal, und die Kriterien, nach denen sie entscheiden, welcher Partei sie ihre Stimme geben, stehen fest: Förderung beim Studium, Mindestlohn, wirtschaftliche Stabilität und ein gutes Bildungssystem, sowie Festanstellungen sind die Themen die, die den Nordeifeler Erstwählern am Herzen liegen.

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