Schule Roetgen: Auch Dr. Thomas wirft hin

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Beim Richtfest für den Neubau
Beim Richtfest für den Neubau an der Grundschule in Roetgen war auch für Dr. Axel Thomas (3.v.r.) die Welt noch in Ordnung. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Nach RGEG-Geschäftsführer Hubert Pauls ist auch Dr. Axel Thomas nicht mehr im Boot. Wie der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) der Städteregion gegenüber dieser Zeitung bestätigte, hat er sich vom Thema Schulsanierung wegen unüberbrückbarer Differenzen mit sofortiger Wirkung verabschiedet.

Er hat den Beratungsvertrag mit der Roetgener Gemeinde-Entwicklungs-Gesellschaft, der RGEG, gekündigt. Damit ist Thomas wahrscheinlich SPD und UWG zuvor gekommen, die es nicht ausgeschlossen hatten, ihm den Stuhl vor die Tür zu setzen.

Dass es gestern in der Sitzung der RGEG so weit nicht gekommen ist, lag auch daran, dass diese Sitzung nicht stattgefunden hat. CDU, Grüne und FDP haben sie platzen lassen.

Einerseits um zu verhindern, dass der Sparbeschluss von SPD und UWG zementiert wird, andererseits aus Protest, weil die Ratsmehrheit sich kategorisch geweigert hat, Architekt Gerhard Wittfeld und Axel Thomas von der WFG anzuhören.

„Scherbenhaufen”

CDU-Fraktionschef Michael Seidel und Parteivorsitzender Stephan Speitkamp bezeichneten dieses Verhalten gestern als „unmöglich” und „traurig für die gesamte Politik in Roetgen”. Die CDU bedauere nicht nur den Rückzug von Hubert Pauls als Geschäftsführer, sondern auch die Schulkinder, denn, so Speitkamp, „sie sind die Leidtragenden”.

Mit dem Sparbeschluss vom 12. April hätten SPD, UWG und Bürgermeister Manfred Eis der Schule einen „Scherbenhaufen hinterlassen”, so Michael Seidel, denn anstatt das Budget zu erhöhen, um zeitlich und funktional das Bestmögliche für die Kinder und die Lehrer herauszuholen, spare man an der völlig falschen Stelle.

Unter Verkürzung der Ladungsfrist wollten SPD und UWG nunmehr versuchen, in der Sitzung am kommenden Dienstag ihre Sparvariante festzuzurren. Unabhängig von der Zahl der Anwesenden ist diese Versammlung nämlich beschlussfähig.

Als „traurig” bezeichneten es die Christdemokraten, dass Architekt Gerhard Wittfeld und Dr. Axel Thomas, die beide zur Verfügung gestanden hätten, von SPD und UWG „förmlich ausgeladen” worden seien. Stephan Speitkamp: „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!”

Die CDU, betonte ihr Vorsitzender, fordere alle politischen Kräfte in Roetgen auf, „zur Sachlichkeit zurückzukehren” und für die Schule eine vernünftige Lösung zu finden. „Wir wollen keine Schlammschlacht und wir werden uns auch nicht an einer Schlammschlacht beteiligen.”

Erwartungsgemäß anders bewerten SPD und UWG die Sachlage. In einer gemeinsamen Presserklärung werfen die Fraktionsvorsitzenden Silvia Bourceau (UWG) und Klaus-Jörg Onasch (SPD) der Jamaika-Opposition vor, eine „für den zügigen Weiterbau der Schule unabdinbare Sitzung boykottiert” zu haben.

Kritik zurückgewiesen

Die Kritik, der Architekt und die WFG hätten unter einem gemeinsamen Briefkopf firmiert, hat Dr. Axel Thomas unterdessen zurückgewiesen. In der Tat aber hätten die WFG und der Architekt der RGEG gemeinsam einen Brief geschrieben und ihre Bedenken gegen den Sparbeschluss zum Ausdruck gebracht.

Er habe als Berater der RGEG sowohlauf die Kosten als auch auf die Qualität der Arbeit achten müssen, so Thomas, der sich nicht als „Projektsteuerer” sieht: „Ich bin kein Wadenbeißer und auch nicht der natürliche Feind des Architekten!” Städteregionsrat Helmut Etschenberg sieht als Vorsitzender des WFG-Aufsichtsrates keine Veranlassung, Arbeit und Vorgehensweise des Geschäftsführers öffentlich zu kommentieren oder gar zu kritisieren. „Ich mische mich nicht ins operative Geschäft ein. Dafür gibt es schließlich einen Geschäftsführer.”

Allerdings liest Etschenberg der Politik ist Roetgen die Leviten, wenn auch in seiner bekannt moderaten Art. Er stelle immer wieder fest, dass es bei größeren Projekten immer wieder „besonders schwer- wiegende Probleme” gebe. „Das kenne ich von anderen Kommunen nicht.” Es sei deshalb ratsam, wenn die Politik sich einmal mit sich selbst beschäftige. „Dann findet man vielleicht die Ursache für viele dieser Probleme.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert