Schulbustraining: Kindern eindrucksvoll die Gefahren aufgezeigt

Von: P. St.
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Busfahren in der Praxis: RVE und Polizei waren am Donnerstag zum Schulbustraining an der Grundschule Roetgen zu Gast. In der nächsten Woche geht die Reise weiter zu den weiterführenden Schulen. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Ein bisschen Spektakel darf nicht fehlen: Das Schulbustraining des Regionalverkehrs Euregio Maas-Rhein GmbH (RVE) dient selbstverständlich in erster Linie dazu, den Schulkindern ein paar handfeste Tipps mit auf den Weg zu geben, was das Verhalten im und am Bus betrifft. Aber was wäre die ganze Schulung ohne Udo? Udo ist eine Stoffpuppe, die stets auf der letzten Bank im Bus Platz nimmt.

Wenn der Bus dann plötzlich bremst, startet Udo zu seiner Flugshow. Er hebt von seinem Sitz ab und landet im Mittelgang. Für Kinder ist kaum eindrucksvoller darzustellen, wie wichtig es ist, dass man sich immer einen festen Halt im Bus sucht.

Anfangs konnten die Kinder Udos Flugstunde noch live im Inneren des Busses erleben, aber seitdem nicht nur Udo, sondern auch ein kleiner Fahrgast einmal unsanfte Erfahrungen beim Bremstest gemacht hat, schauen sich die Kinder jetzt die Vorführung von außen an, aber ein kleines Spektakel gibt es dennoch.

Denn ersatzweise rammt der Busfahrer mit gemäßigtem Tempo jetzt eine blaue Tonne, die dann meterweise übers Straßenpflaster scheppert. So kann es aussehen, wenn ein Kind ohne auf den Verkehrs zu achten über die Straße läuft, um noch schnell den Bus zu erwischen.

Nun ist also die fliegende Tonne zur Hauptattraktion beim Schulbustraining geworden, und die nachhaltige Wirkung dürfte bei dieser lautstarken Demonstration nicht viel anders als bei Udos Flugeinlage ausfallen.

Am Donnerstag war der RVE-Team im Rahmen seiner Nordeifel-Tour gemeinsam mit dem Verkehrssicherheitsdienst der Polizei an der Grundschule Roetgen zu Gast. Das erste und zweite Schuljahr trat auf dem Wervicq-Platz zum Schulbus-Training an, auch wenn es bei vielen Roetgener Schulkindern in der Praxis so aussieht, dass sie gar nicht mit dem Bus zur Schule gebracht werden.

Verkehrssicherheitsberaterin Nicole Ramjoué, die im Oktober 2015 ihrem langjährigen Vorgänger Udo Scholten folgte, ist bei den Roetgener Grundschülerin schon bestens bekannt, nachdem sie mit den Kindern bereits ein Bordstein-Training absolviert hat.

Die Kinder stellten sich zunächst in einer Reihe auf, und Nicole Ramjoué stoppte die Zeit, bis alle 53 Kinder im Bus Platz genommen hatten. Zwei Minuten dauerte diese Aktion. „Das war ein bisschen lang“, meinte die Polizeibeamtin und lieferte auch gleich die Begründung dafür: „Viele von Euch wollten gleichzeitig in den Bus drängen, und dann dauert es eben länger. Besser ist es, sich hintereinander aufzustellen.“ Als am Ende der Trainingsstunden die Kinder noch einmal einstiegen, war das Ergebnis schon viel besser.

Das Problem des toten Winkels und des fehlenden Abstandes der Kinder an der Bordsteinkante wenn der Bus ankommt, sind immer wiederkehrende Themen beim Training, die aber nicht oft genug wiederholt werden können. Eindrucksvoll wurde den Roetgener Grundschulkindern auch vermittelt, dass sie keine Angst haben müssen, von der Automatiktür des Busses eingequetscht zu werden.

Dass die Vorführungen bei den Kindern Wirkung hinterließen, ist auch der Verdienst von Klaus Hamacher. Der erfahrene Busfahrer hofft nun wie auch die Polizei, dass das Gelernte auch über den Tag hinaus anhält. Hamacher kennt viele der beim Training demonstrierten Szenen aus dem Alltag, und die kritischen Punkte beim Busfahren sind seit und Jahr und Tag die gleichen, nur eines hat sich aus seiner Sicht verändert: „Es gibt immer mehr Tempo 30-Zonen, Fahrbahnverschwenkungen, Blumenkübel oder andere Hindernisse im Straßenraum.“ Da könne man als Busfahrer kaum noch den Fahrplan einhalten.

Bei allen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sollten die Entscheidungsträger daher auch die Situation des öffentlichen Nahverkehrs berücksichtigen, sagt Hamacher.

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