Roetgen - Schul-Detektive verteilen Lob und Tadel

Schul-Detektive verteilen Lob und Tadel

Von: heg
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Stolz präsentierten die Erstklässler ihre Schulweg-Detektiv-Ausweise, bevor sie sich aufmachten, um die Sicherheit ihres Schulweges auszukundschaften. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Statt Lesen, Schreiben und Rechnen stand am Mittwochmorgen für die Klassen 1c und 4c der Roetgener Grundschule mit ihren Klassenlehrerinnen Susanne Derksen-Onasch und Andrea Koppert „Mobilitätserziehung“ auf dem Stundenplan.

Nachdem die Gemeinde Roetgen kürzlich Mitglied im Netzwerk „Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen“ geworden war, das sich unter anderem die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Schulwegen auf die Fahnen geschrieben hat, nahmen die Jungen und Mädchen jetzt ihre Schulwege genauer unter die Lupe.

„Wir haben das Thema schon im September am Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ behandelt, greifen es jetzt aber gern noch mal auf“, berichtet Susanne Derksen-Onasch, die wie ihre Kollegin Andrea Koppert auch Mobilitätsbeauftragte der Schule ist.

Herausforderung im Dunkeln

Zurzeit seien die Kinder morgens im Dunkeln unterwegs, was wieder eine neue Herausforderung gerade für die Jüngsten sei. Immerhin zwei Drittel ihrer 25 Erstklässler legen den Schulweg oder zumindest den Weg zur Bushaltestelle allein zu Fuß zurück. „Dabei ist auch die ständige Unterstützung der Eltern sehr wichtig, um auf sich ändernde Verkehrssituationen zu reagieren“, erläutert Susanne Derksen-Onasch.

Eine neue Baustelle zum Beispiel könne schnell zum Hindernis und damit zu einem unerwarteten Unsicherheitsfaktor auf dem eingeübten Schulweg werden. „Besonderes Highlight für die Kleinen sind die tollen Ausweise aus der Schulweg-Detektivkiste“, weiß Susanne Derksen-Onasch, bevor sie sich mit ihnen auf den Weg macht, um auf der Hauptstraße den Verkehr zu beobachten und zu zählen.

Die Kinder konnten ausprobieren, dass der gerade Weg über die Straße kürzer und damit gefahrloser ist als das „schräge“ Überqueren und sie durften auch, obwohl das Wetter für diese Aktion nicht optimal war, mit gelber Sprühfarbe die Fußspuren erneuern, die an der Rosentalstraße eine sichere Stelle zum Überqueren markieren. Die Kinder des vierten Schuljahrs hatten schon im Vorfeld ihre Schulwege auf Roetgen-Karten eingezeichnet und dabei die aus ihrer Sicht gefährlichen oder unübersichtlichen Stellen gekennzeichnet.

Hier kommt auch die Gemeinde mit ins Spiel, die nach Möglichkeit für Abhilfe sorgen soll, etwa bei nicht geschnittenen Hecken, die die Sicht behindern und den Bürgersteig blockieren. Jetzt besuchten die Jungen und Mädchen verschiedene Stationen, um das Verhalten der Verkehrsteilnehmer genau zu beobachten, um dadurch Situationen besser einschätzen zu können. So wurde an der Ampel oder am Zebrastreifen mit der Stoppuhr nachgemessen, wie lange es unter Umständen dauern kann, bis man gefahrlos die Straße überqueren kann. Auf der Rosentalstraße im Bereich der Grundschule, wo seit einigen Tagen eine Anzeigetafel daran erinnert, dass sich hier eine 30er-Zone befindet, gab es Lob und Tadel für die Autofahrer.

Ihnen wurden für ihr korrektes Verhalten grüne „Dank“-Karten überreicht, mit roten „Denk“-Karten wurden sie daran erinnert, an die Sicherheit der Schulkinder zu denken. Begleitet wurden die Aktionen vor Ort auch von den Polizeibeamten Anton Krüffen und Heinz Klos, die allen Kindern, die die Hauptstraße überqueren müssen, schon von ihrem täglichen Einsatz vor Schulbeginn vertraut sind. Im Frühjahr wird das Projekt erneut aufgegriffen, dann sollen sich alle Klassen der Grundschule beteiligen. Das Netzwerk „Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen“ ist eine Initiative des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Gemeinde Roetgen ist seit dem 30. Oktober das 67. Mitglied des Netzwerks, das im Regierungsbezirk Köln im Wesentlichen vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) getragen wird. Unter anderem stellen sie den beteiligten Schulen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, mit denen das Thema Mobilitätserziehung bearbeitet werden kann. Dazu gehören auch die Schulweg-Detektivkisten, die von A wie Ausweis über die gelben Westen bis Z wie Zollstock alles enthalten, was die Kinder bei ihren Erkundungen vor Ort benötigen.

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