Aachen - Schülerticket belastet die Etats der Städte

Schülerticket belastet die Etats der Städte

Von: Jutta Geese
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Busfahren soll attraktiv bleiben: CDU und Grüne widersetzen sich daher dem Vorschlag des AVV, den Preis für die Schüler-Tickets um rund 20 Prozent zu erhöhen. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Preiserhöhungen sind immer ein unangenehmes Thema”, sagte Roland Jahn, Ratsherr in Aachen und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, am Freitag. Insbesondere dann, wenn es um den Öffentlichen Personennahverkehr geht.

Man könne allerdings auch nicht die Augen davor verschließen, dass die Busunternehmen erhebliche Kostensteigerungen - vor allem bei den Kraftstoffen - verkraften müssen. Deshalb werden CDU und Grüne in der Stadt Aachen und in der Städteregion auch den Vorschlägen des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) folgen, die Ticketpreise zum 1. April um durchschnittlich drei bis vier Prozent - das entspricht fünf bis 20 Cent bei Einzeltickets - zu erhöhen.

Nur in einem Punkt werden sie ein Veto einlegen: „Der geplanten Preiserhöhung für Schülertickets um 19 Prozent werden wir auf keinen Fall zustimmen”, stellte Klaus Dieter Wolf, Fraktionschef der CDU im Städteregionstag klar.

Kommunen tragen Defizit

Ginge es nach dem AVV, müssten Eltern ab April 25 Euro für ein Schülerticket berappen, derzeit sind es 21 Euro. Vier Euro mehr sind nach Auffassung von CDU und Grünen entschieden zuviel, einen Aufschlag von einem Euro wollen sie allenfalls akzeptieren. Und das auch nur mit Blick auf die ohnehin klammen Kommunen. Denn die müssen für die Defizite im ÖPNV aufkommen, erläuterte CDU-Landtagsabgeordneter Axel Wirtz. Deshalb halte er es für „eine gerechte Lösung”, wenn die Nutzer des Schülertickets einen Teil der vom AVV kalkulierten Mehrkosten übernehmen. Für den Rest müssten allerdings die Kommunen aufkommen, bedauerte sein Landtagskollege Reimund Billmann (CDU). Und das sind immerhin rund 300000 Euro jährlich für die Stadt Aachen und 182000 Euro für die neun Kommunen im früheren Kreisgebiet. Doch diese Mehrbelastung halten CDU und Grüne für vertretbar.

Dabei haben Klaus Dieter Wolf und Elisabeth Paul, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Städteregionstag, auch die im Kooperationsvertrag vereinbarten Ziele im Blick, die Städteregion zu einer Modellregion in Sachen Klimaschutz zu entwickeln und zudem eine familienfreundliche Politik zu betreiben. Dazu gehöre, den ÖPNV zu stärken und junge Leute so früh wie möglich an den ÖPNV zu binden. Eine Preiserhöhung für das Schülerticket um 19 Prozent würde das „konterkarieren”, sagte Paul, die zudem „soziale Ungerechtigkeiten” bei den Schülertickets ausmacht. Denn für Schüler, die mehr als 3,5 bzw. fünf Kilometer von ihrer Schule entfernt wohnen, ist der Ticketpreis gesetzlich auf zwölf Euro fürs erste und sechs fürs zweite Kind einer Familie festgelegt. „Das bedeutet, dass die Besserverdienenden, die am Stadtrand wohnen, weniger zahlen als Geringverdiener, die meist zentrumsnäher wohnen.”

Ein-Euro-Ticket bleibt

Entschieden wird über die Preiserhöhungen letztlich in der AVV-Verbandsversammlung Anfang März, über Empfehlungen an diese werden die Beiräte in Aachen und in der Städteregion Ende Januar beraten. Eine geplante Preiserhöhung hat die schwarz-grüne Kooperation schon im Vorfeld verhindern können, betonte Gaby Breuer, CDU-Ratsfrau in Aachen: Eigentlich wollte der AVV das erst im Oktober eingeführte City-XL-Ticket für die Aachener Innenstadt drastisch verteuern - von einem Euro auf 1,40 Euro. „Das kommt auf keinen Fall zum 1. April. Es bleibt beim Ein-Euro-Ticket.”
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