Schülerinnen der Mädchenrealschule feierlich verabschiedet

Von: peo
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Für 73 Schülerinnen der bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula aus Monschau beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Nach dem Gottesdienst gab es das traditionelle Abschlussfoto bevor die Veranstaltung in der Tenne Eicherscheid mit Familien, Lehrern und Freunden fortgeführt wurde und mit der Zeugnisübergabe als Höhepunkt endete. Foto: P. Offermann
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Im Rahmen der Abschlussfeier wurde Schulleiter Franz-Peter Müsch durch Schülersprecherin Johanna Kreitz (l.) und Jana Lenzen (m) gewürdigt. Foto: P. Offermann

Monschau. 73 Schülerinnen der bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula sind jetzt feierlich verabschiedet worden. 44 von ihnen wechseln zum Gymnasium.

„Mit jedem Jahr kam ein Traum, das Ziel stets gegenüber. Die Zeit nimmt ihren Lauf, sechs Jahre gehen vorüber. Wir haben lange darauf gewartet, haben gehofft, dass es ihn gibt. Haben den Glauben nie verloren, dass es gut zu Ende geht. Jetzt kommt er langsam auf uns zu, den Abschluss haben wir in der Hand, sehen die Zeit hier wie ein Film, wir können nicht glauben das wir gehen! Das ist der perfekte Abschluss, das ist der perfekte Tag, lasst uns heute einfach feiern, denkt am besten gar nicht nach!“ Besser, als es die Schülerinnen der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula aus Monschau am Mittwoch in der Tenne Eicherscheid sangen, kann man es nicht ausdrücken.

Mit dieser, in Zusammenarbeit aller drei Abschlussklassen entstandenen, eigenen Textinterpretation zu Julis Tophit „Perfekte Welle“ erinnerten die Zehnerabschlussklassen an die vergangenen sechs Jahre an der Monschauer Mädchenrealschule und feierten in einem festlichen Rahmen ihren Abschluss.

Auftakt in der Pfarrkirche

Den Auftakt des Abends gab die Abschlussmesse in der Pfarrkirche St. Lucia Eicherscheid, die unter Leitung der Abteilung für Erziehung und Schule des bischöflichen Generalvikariats in Aachen, Dr. Thomas Ervens, stattfand. „Mut Neues zu wagen“ lautete das Motto der Messfeier. Ein Motto, was man nicht besser hätte wählen können. Mut, Entscheidungen zu treffen, Fehler zu begehen – denn die Schülerinnen verlassen nun das sichere Boot St. Ursula.

Im Anschluss an eine schöne, festlich sowie jugendlich gestaltete Messe fanden sich Eltern, Lehrer, Verwandte, Freunde und die wichtigsten Personen des Abends, die Absolventinnen, in der Tenne Eicherscheid ein um den Festakt der Verabschiedung zu begehen. Hier begrüßte Schulleiter Franz-Peter Müsch alle Anwesenden und hieß insbesondere die Vertreter der Rathäuser Bernd Goffart (Simmerath), Bürgermeisterin Margareta Ritter (Monschau) und Bürgermeister Manfred Eis (Roetgen) herzlich willkommen, bevor er mit seiner traditionellen Abschiedsrede zum letzten Mal das Wort an seine Schülerinnen richtete.

Hier hob Müsch die Vorzüge aber auch die Nachteile hervor, mit denen die „Generation Y“ oder die „Digital Natives“ zu kämpfen haben. Es sei eine leistungswillige Generation, um die die Unternehmen buhlen, für die laut Statistiken nicht mehr materielle Dinge, sondern Selbstverwirklichung und Freiheit im Vordergrund stehen würden. Eine Generation, die aber auch der „Folter durch das Smartphone“ unterliege und teilweise zu viel von sich preis gebe, was früher dem unter Verschluss stehenden Tagebuch vorbehalten blieb.

Ein durchtechnisierter Alltag, der von den jungen Schülerinnen eine Verhaltenskomplexität erwarte, wie sie früher nur Topmanager zu bewältigen hatten. Mit dem Unterschied, dass diese ein ganzes Team von Assistenten und Mitarbeitern um sich haben. Die Schüler von heute müssten das selber leisten. Sie seien Manager einer Ich-AG! Es war eine treffsichere und schöne Rede, die der Schulleiter mit den Worten schloss: „Euch wünsche ich, dass Ihr – zumindest jetzt – (ab morgen!!!) eine Ruhepause habt bis zum 1. bzw. bis zum 12. August und danach weitere Ruheinseln findet und Euch nicht durch Euer Leben, Eure Zukunft, für die die Vorzeichen hervorragend sind, jagen zu lassen.“

Es folgte das Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Monschau. Auch Ritter wünschte den Schülerinnen alles Gute und hob die Einmaligkeit und den Stolz der Stadt Monschau auf die seit 300 Jahren geleistete gute Arbeit der Schule hervor. Ihr besonderer Dank galt Schulleiter Müsch, der am 22. Juni „nach immer hervorragender und akribischer Arbeit in den Ruhestand verabschiedet wird“. Das sei schmerzlich für Monschau, jedoch, so ist sich die erste Frau der Stadt sicher, wird sich St. Ursula auch weiterhin in guten Händen befinden.

Anschließend dankten die Klassensprecherinnen der drei Abschlussklassen ihren Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen sowie dem gesamten Lehrerkollegium. Gewitzt erinnerten sie an manchen „Zickenkrieg“, bei dem der eine oder andere Lehrer auch schon mal fluchtartig die Klasse verlassen haben soll. Aber auch das gute Verhältnis zu den Lehrkräften wurde in den frischen und zum Schmunzeln anregenden Vorträgen ausdrücklich erwähnt. Ebenso dankten die Schülerinnen ihren Lehrern für „die stets perfekte Organisation“.

Als Schülersprecherin Johanna Kreitz das Wort ergriff, wurde es emotional. In einer erfrischenden Rede erinnerte sie an die Anfänge auf St. Ursula. Die Schule, die anfänglich ein Irrgarten gewesen sei, wurde im Laufe der Zeit zu einem zweiten Zuhause für die Schülerinnen. Aus Unbekannten wurde eine Familie. Es falle nicht leicht, St. Ursula hinter sich zu lassen, „denn in der Stufe war man niemals allein, sondern immer gemeinsam – ein Ganzes“.

Ein besonderes Lob schickte sie an alle Lehrkräfte, die allesamt für ihre Geduld und ihre Leistung einen Orden verdient hätten. Denn diese hätten die Schülerinnen stets begleitet und dabei unterstützt, ihren eigenen Weg zu finden. Sie schloss eine hervorragende Beschreibung der gemeinsamen Zeit auf St. Ursula mit den Worten: „Ist doch nur Schule, ist ein Satz der einem Schüler manchmal viel zu schnell über die Lippen geht. Mir nicht mehr! Das habe ich den wundervollen Menschen zu verdanken, die ich an dieser Schule kennenlernen durfte, und ich hoffe Euch allen geht es genauso.“

Höhepunkt des Tages

Es folgte der Höhepunkt des Abends. Die Ausgabe der Abschlusszeugnisse. 73 Schülerinnen haben in diesem Jahr erfolgreich den Mittleren Schulabschluss erreicht. 44 Schülerinnen werden die Schule in Richtung Gymnasium verlassen. 24 besuchen Fachoberschulen oder die Höhere Handelsschule. Fünf starten direkt ins Berufsleben. „Leider fühlen sich immer weniger Schülerinnen alt genug dafür, eine Schulausbildung zu beginnen“, sagte Franz-Peter Müsch. Zum Abschluss verabschiedeten sich die Schülerinnen mit dem Lied „Zeit zu gehen“ von Unheilig.

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