Monschau - Schülerinnen der Mädchenrealschule besuchen regelmäßig Senioren

Schülerinnen der Mädchenrealschule besuchen regelmäßig Senioren

Von: Sarah Maria Berners
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Zwischen Unterricht und Prüfu
Zwischen Unterricht und Prüfungsvorbereitung nehmen sich Jacqueline, Michellè, Alina (vorne, v.l.), Lynn und Anna-Lena (2. Reihe, v.l.) Zeit für Senioren. Unterstützt werden sie von (v.r.) Petra und Cosimo Schiller, Andrea Felske (Maria-Hilf-Stift), Lehrer Wolfgang Ophoven und Schulleiter Franz-Peter Müsch. Foto: S.M.Berners

Monschau. Wenn Menschen im Alter dement werden, kehrt sich vieles um. Dann sind es die Omas und Opas, die die Hilfe ihrer Kinder und Enkel brauchen. Und wie es in der Jugend schön ist, einen Paten zu haben, so ist es auch für ältere Leute schön, jemanden zu haben, der sich zusätzlich um sie kümmert.

Alina, Michellè, Lynn, Jacqueline, Anna-Lena und Kathrin sind solche Paten. Ihre „Patenkinder” sind Senioren aus dem Monschauer Maria-Hilf-Stift. Zweimal im Monat machen sich die Mädchen von St. Ursula auf zum Altenheim. „Ich würde auch gerne häufiger dorthin gehen”, sagt Jaqueline. Aber zwischen Prüfungen und Schule bleibe da nicht noch mehr Zeit.

Abwechslung für die Senioren

„Das Besondere an den Besuchen ist, dass dort Menschen sind, die uns kaum kennen, und die sich trotzdem so sehr freuen, wenn sie uns sehen und wenn wir etwas mit ihnen unternehmen. Das ist wirklich sehr wertvoll.”

Ihre Schulkameradin Anna-Lena ergänzt: „Die Menschen im Altenheim haben nicht so viel Abwechslung, wir können ihnen welche bieten. Und dafür sind sie auch dankbar.”

Entstanden ist die AG „Patenschaften Jung und Alt” aus einem Altenheimbesuch zur 300-Jahr-Feier der Schule. Petra Schiller hat sie ins Leben gerufen. Sie findet es wichtig, dass Kinder in Kontakt mit alten Menschen kommen, dass sie die Krankheit Demenz, an der immer mehr Menschen leiden, verstehen und wissen, wie sie mit dementen Menschen umgehen sollen. „Das kann auch in der eigenen Familie irgendwann hilfreich sein”, sagt sie.

Keine Berührungsängste

Bei den ersten Begegnungen waren die Hemmungen noch groß, mittlerweile gibt es keine Berührungsängste mehr. Wie sich die Krankheit Demenz äußern kann, wurde den Mädchen gleich beim ersten Besuch deutlich. Da fragte eine Dame den Lehrer Wolfgang Ophoven gleich sechs Mal in zwanzig Minuten, ob er denn der Lehrer sei und sagte gleich im Anschluss ein langes Gedicht, das sie in ihrer Kindheit gelernt hatte, auf.

„Und als wir applaudieren, wusste sie schon nicht mehr warum”, beschreibt Petra Schiller. Mittlerweile wissen die Mädchen, wie sie sich verhalten sollen und wie sich die dementen Menschen verhalten können. Unterstützt werden sie im Stift von Andrea Felske. „Die Vor- und Nachbereitung ist sehr wichtig, damit die Mädchen Sicherheit im Umgang mit den Menschen gewinnen.”

Für die Mädchen, die die Klassen 9 und 10 besuchen, hat das Engagement aber auch noch einen schönen Nebeneffekt. „In Bewerbungsgesprächen werden solche ehrenamtlichen Tätigkeiten immer wichtiger”, sagt Lehrer Wolfgang Opphoven „Das kann bei der Entscheidung für einen Bewerber auch mal einer Vier in Mathe wett machen.” Wenn man die Mädchen von ihren Erlebnissen erzählen hört, merkt man aber, dass das nicht ihr Antrieb ist.
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