Schüler sollen ins Seniorenzentrum ziehen

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
14113375.jpg
Der Direktor der Privatschule Conventz, Wilfried Conventz (links), und der geschäftsführende Gesellschafter der Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH & CoKG, Dr. Christoph M. Kösters, vor dem Seniorenzentrum an der Bundesstraße: Das Haus erfüllt nicht mehr die gesetzlichen Voraussetzungen für die Altenpflege, dafür soll an der Jennepeterstraße Ersatz geschaffen werden. Die Schule will das Gebäude dann als Internat nutzen. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Die Erweiterung des Seniorenzentrums an der Jennepeterstraße in Roetgen rückt näher. Die Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH & Co KG strebt die Erweiterung an, da das zweite Haus an der Bundesstraße nicht mehr die neuen gesetzlichen Voraussetzungen für die Altenpflege erfüllt und daher aufgegeben werden soll.

Bauherr ist eine Immobiliengesellschaft, mit der die Itertalklinik einen langfristigen Mietvertrag abschließen will. Die Privatschule Conventz in Roetgen hat schon ihr Interesse an dem Gebäude an der Bundesstraße bekundet und plant, Schüler dort internatsmäßig unterzubringen. Auch ein Fahrradhotel sei schon im Gespräch gewesen, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Itertalklinik, Dr. Christoph M. Kösters.

Einige Fragen noch zu klären

Er rechnet damit, dass das Seniorenheim an der Bundesstraße, das Platz für 40 Bewohner bietet, Mitte Sommer 2017 geschlossen wird. Bis dahin seien mit Blick auf den Erweiterungsbau an der Jennepeterstraße noch einige Fragen zu klären, etwa mit Blick auf die Zufahrten. In der Vergangenheit hatte der Bauausschuss der Gemeinde in drei Sitzungen heftig über das Projekt diskutiert und hatte die ursprüngliche Planung im Umfang reduziert. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Anwohner gegen die Planung und die darin vorgesehenen wuchtigen Baukörper Sturm gelaufen waren. Im September 2016 kamen die Nachbarn und der Bauherr dann im Rahmen einer Anliegerversammlung zusammen und einige Bedenken konnten relativiert werden.

Bis zum nächsten Schritt werde es noch eine Weile dauern, es müssten noch Gutachten erstellt und Dinge aus bereits vorhandenen Gutachten abgearbeitet werden. Anschließend müsse der Gemeinderat eine Entscheidung fällen, danach gebe es eine erneute Offenlage, erläutert der Leiter des Bauamtes der Gemeinde Roetgen, Dirk Meyer.

Zurzeit leben 62 Bewohner in dem Wohnheim an der Jennepeterstraße, später sollen es einmal 80 sein. Außerdem sei eine Wohngruppe für zwölf Personen geplant. Dabei handele es sich um ein in Nordrhein-Westfalen neues Modell, erläutert Kösters. „Wir wollen das mal probieren“, sagt er. Dabei sei man aber „nicht so blind“, dass später keine andere Nutzung möglich sei. Zusätzlich sollen zwei Häuser für betreutes Wohnen mit 42 Wohnungen entstehen, die über einen Glasgang mit dem Bestandsgebäude verbunden werden sollen. Auch über ein Tagespflegeangebot im Haus an der Jennepeterstraße denke man nach. „Das sind Pflegeformen, die noch zu wenig genutzt werden“, sagt Kösters.

„Da entsteht kein Notfall“

Insgesamt würden in Roetgen dann insgesamt 22 Betreuungsplätze für Senioren wegfallen; sollte die Wohngruppe wie geplant realisiert werden, wären es noch zehn. „Wir werden aber dafür sorgen, dass bis zur endgültigen Schließung des Wohnheims an der Bundesstraße für die Bewohner vorzugsweise ein Pflegeplatz an der Jennepeterstraße gefunden wird. Da entsteht kein Notfall“, betont Kösters.

Die Privatschule Conventz mit rund 140 Schülern habe ein großes Einzugsgebiet, das bis Herzogenrath, Schleiden, in den Selfkant und in den Kreis Düren reiche, und die Nachfrage sei hoch, erklärt Wilfried Conventz, der Direktor der Schule. Bisher verfüge die Schule über kein Internat, in einigen wenigen Fällen habe man aber eine Unterbringung in Familien vermittelt. „Das ist der Grund, warum wir über eine Internatsunterbringung nachgedacht und uns entschlossen haben, ein Internat anzubinden. Da bot sich dieses Haus rechtzeitig an“, sagt der Direktor.

In Zukunft solle dort eine ähnliche Personenzahl wie bisher untergebracht werden. Vielleicht könne die Zahl auch etwas höher sein, da die Schüler auch zu zweit auf einem Zimmer untergebracht werden könnten. Wert lege man darauf, dass die Schüler im Internat von hervorragendem Personal betreut werden. Der Start für das neue Internat solle möglichst zu Beginn des neuen Schuljahres erfolgen, sagt Conventz.

„Wir arbeiten mit Menschen und nicht mit Maschinen, da gibt es eine Reihe von Herausforderungen. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Elternhäusern“, sagt der Direktor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert