Schüler im Netz: „Das Internet ist Fluch und Segen zugleich“

Von: Lisa Winkel
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Kinder und Jugendliche müssen den Umgang mit moderner Informationstechnik und mit dem Internet zunächst erlernen und an neue Medien herangeführt werden, damit sie sich später nicht unkontrolliert in den Weiten des Netzes verlieren. Foto: Imago/Stock

Nordeifel. „Das Internet ist meiner Meinung nach Fluch und Segen zu gleich. Wir können es zum Vermitteln wichtiger Nachrichten, aber auch als Waffe verwenden“, sagt Reinhard Palm, Lehrer am Franziskus Gymnasium in Vossenack. Der 58-Jährige unterrichtet an der Privaten Schule in der Gemeinde Hürtgenwald unter anderem Medienkunde und weiß, wovon er spricht.

Er selbst nutzt das Internet höchstens eine Stunde am Tag, „weil es mir Zeit ersparen soll und nicht rauben“, sagt der Pädagoge, stellt aber auch fest: „In meinem Beruf als Lehrer ist das Internet mir eine große Hilfe.“

„Im Vergleich zur Welt ohne Handys und Co. haben die Schüler heutzutage weniger Ausdauer beim Lernen, da sie durch Google gewohnt sind, innerhalb einer Sekunde eine Antwort zu bekommen“, hat Palm festgestellt. Außerdem seien die Schüler heute oberflächlicher bei ihrem Handeln, da sie ständig abgelenkt würden, glaubt der Pädagoge.

Doch am weltweiten Netz führt kein Weg vorbei. Heutzutage ist das Internet ein besonderer Bestandteil unseres Alltages. Wissen wir etwas nicht direkt, denken wir nicht mehr lange darüber nach, sondern schalten Handy, Laptop oder Computer ein und suchen direkt im Internet nach einer Lösung. Doch nimmt dies überhand? Ist das Internet ein guter Fortschritt oder schadet es uns?

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung steigt die Anzahl der onlinesüchtigen Jugendlichen immer mehr. Fast 300 000 Jugendliche sind mittlerweile internetsüchtig. Vor vier Jahren war diese Zahl noch fast halb so groß. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass Mädchen anfälliger sind als Jungs.

Aus einer ARD/ZDF-Langzeitstudie zum Thema Massenkommunikation kann man entnehmen, dass Jugendliche und Erwachsene von vierzehn bis neunundzwanzig Jahren im Jahr 2015 187 Minuten, also ungefähr drei Stunden pro Tag, im Internet verbrachten.

Die Jugendlichen können sich, wenn das Handy beim Lernen neben ihnen liegt und alle fünf Minuten wegen einer neuen „Whatsapp“-Nachricht oder eines neuen Posts bei „Twitter“ aufblinkt, nicht mehr gut auf ihren Lernstoff konzentrieren.

Auch bei Erwachsenen kommt dies auf dem Arbeitsplatz vor. Wenn man am Schreibtisch sitzt, sich ständig das E-Mail Konto bemerkbar macht und wir abgelenkt sind, kann der IQ-Wert bei der Arbeit um bis zu 10 Punkte sinken. Das ist in Etwa genau so viel wie beim Rauchen eines Joints.

Durch die ständige Ablenkung und Störung der Konzentration fällt es uns Menschen immer und immer schwerer eine feste Konzentration aufzubauen und uns gedanklich nur auf eine Sache zu konzentrieren, zum Beispiel können sich viele beim Lesen eines Buches nicht mehr richtig konzentrieren, sondern lesen etwas und fragen sich am Ende der Seite, was der Inhalt der Seite eigentlich hergegeben hat.

Das Internet bietet uns zwar etliche Kommunikationswege, jedoch fühlen sich manche im Internet stärker und verstecken sich hinter ihrem Internetprofil, um andere runterzumachen oder gar zu mobben.

Da jeder im Internet veröffentlichen kann, was er will, sind auch viele Fehlinformationen dort vorzufinden.

Doch das Internet hat natürlich keineswegs nur negative Auswirkungen. Dadurch, dass das Internet beinahe allwissend ist und wir nur einen Mausklick betätigen müssen, um das Internet auf unseren Geräten zu öffnen, haben wir auch eine gewisse Macht über dieses Wissen. Wenn wir beispielsweise das Thema Demenz googeln, bekommen wir sofort Millionen von Seiten vorgeschlagen, die sich mit diesem Thema beschäftigen – die Krankheit vorstellen und erklären. So müssen wir keinen großen Aufwand mehr betreiben, um dieses Wissen zu erlangen. Dies ist besonders für Schüler, zum Beispiel bei Hausarbeiten, vorteilhaft.

Das Internet ist eines der wichtigsten Nachrichtenüberbringer in der heutigen Zeit. Vor allem Jugendliche, die die Handhabung mit Handys, Laptops, etc. meist makellos beherrschen, können sofort auf eine der unzähligen Nachrichtenseiten gehen und schauen, was momentan in der Welt passiert.

Abgesehen davon ist das Internet ein schneller und weltweiter Kommunikationsweg. Sind die Eltern mal im Urlaub und lassen die Kinder alleine zu Hause, braucht es nur einen Klick um zu schauen, ob Zuhause alles in Ordnung ist.

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