Höfen/ Kalterherberg/ Aachen - Schüler der Heckenlandschule zeigen Kunststücke in Couven-Museum

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Schüler der Heckenlandschule zeigen Kunststücke in Couven-Museum

Letzte Aktualisierung:
Akrobatik im Couven-Museum: Sc
Akrobatik im Couven-Museum: Schüler der Heckenlandschule zeigten im Rahmen der Vernissage des Kunstprojektes „Innenleben” eine gekonnte Vorführung. Dafür hatten sie im Sportunterricht fleißig trainiert. Foto: Grundschule

Höfen/ Kalterherberg/ Aachen. Schweißperlen dürften den Museumswächtern auf der Stirn gestanden haben, als die Viertklässler der Heckenlandschule im Innenhof des Couven-Museums zwischen kostbaren chinesischen Vasen zur Zirkusmusik ihre Akrobatikkunststücke vorführten. Grund war die Vernissage des Kunstprojektes „Innenleben” des Kunstprofessors und Bildhauers Wolfgang Nestler.

Doch wo ist der Zusammenhang zwischen Akrobatik, Couven-Museum und Kunst? „Wolfgang Nestler warf einen Stein ins Wasser und nahm mit den sich bildenden Kreisen seine Mitmenschen mit”, beschreibt Gisela Schäffer, die Kuratorin des Museums, seine Arbeit. Seine prozessorientierten Kunstprojekte kennen wir in Monschau beispielsweise durch „100 Bilder für Monschau” oder „100 Bilder am Arbeitsplatz”. Auch diesmal sollte Kunst sich im Wechselspiel mit beteiligten Menschen entwickeln. Ergebnisoffen startete er das Projekt mit Fotografien im Couven-Museum. Er konzentrierte sich dabei auf Details wie Gesichter, Tiere aus Landschaftsbildern, einzelne Fliesen aus der umfangreichen Fliesensammlung des Museums.

Seine Fotos betrachteten die Kinder der Klasse 3 und ihre Lehrerinnen Olympia Skorpel, Katja Theißen, Sabine Hammerschmidt und Stefanie Unland. Auf den Fliesen entdeckten sie alte Darstellungen von Akrobaten. So entwickelte sich die Idee, im Sportunterricht eine Akrobatenvorführung einzustudieren.

Im Kunstunterricht entstanden beeindruckende Aquarelle zu diesen Übungen. Im Sachunterricht konzentrierte sich die Gruppe auf die bekannte Apotheke des Couven-Museums. Heilkräuter wurden gezogen, gepflegt und in vielfältigen Rezepten verarbeitet. Viel lernten die Kinder über ihre oft vergessene Heilwirkung. Im Religionsunterricht beschäftigten sich die Kinder mit den Engeldarstellungen des Museums. „Was bedeutet ein Engel für mich?”, fragten sich die Kinder. „Mein Engel hält Licht in den Händen”, lautete eine von vielen Antworten. Für die neuen Erstklässler sägten und gestalteten die Kinder Schutzengel. Zu Nestlers Fotos wurde sehr viel geschrieben. Es entstanden Gedichte, Geschichten und Interviews mit Großeltern.

Der Prozess im Klassenzimmer dauerte ein halbes Jahr und wurde von Wolfgang Nestler fotografisch begleitet. Ihre Texte lasen die Kinder für seine Tonaufnahmen. Aus Bild und Ton konstruierte der Künstler ein multimediales Gesamtkunstwerk. Er griff die Idee der Guckkästen des 18. Jahrhunderts auf. Damals konnte man durch sie dreidimensionale Darstellungen von besonderen Bauwerken oder Ereignissen bewundern. Nestler ließ von dem Leiter des Werkkurses der Heckenlandschule, Erich Braun, verschiedene Guckkästen anfertigen, die alle an ihrer Rückwand digitale Bilderrahmen mit integrierten Lautsprechern halten. Hier ist zu den verschiedenen Themen des jeweiligen Ausstellungsraumes ein Mix aus Museumsbildern und Fotos der Gegenwart zu sehen. Dazu hört man die Geschichten der Kinder. Im Treppenhaus wird die Ausstellung durch bearbeitete oder überlagerte Fotografien ergänzt. Ein alter Kleiderschrank wird zu einem überdimensionalen Guckkasten, der einen Film zeigt.

Die sehr gut besuchte Vernissage wurde durch die Aktionen der Kinder außergewöhnlich lebendig. Nach der Akrobatikvorstellung reichten die Heckenlandschüler Lavendelzweige zur Beruhigung, Cracker mit selbst gemachtem Kräuterquark für den kleinen Hunger und „Drachenblut” zur Erfrischung. Einen freien Kopf konnte man durch die selbstgenähten Kräutersäckchen der Viertklässler bekommen. Wer die Rezepte nachkochen will, nahm sich ein Rezeptheft mit. Viele Eltern sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Auch nachdem die Kinder das Haus wieder verlassen haben, bleiben ihre Stimmen zurück. „Innenleben weckt das Museum. Die Stimmen der Kinder, die aus den Guckkästen hallen, ziehen die Besucher in die Räume,” beschreibt Museumsleiterin Dr. Dagmar Preising den Effekt der Ausstellung, die im Rahmen der Kunstroute bis zum 21. Oktober zu erleben ist.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert