Schrottauto: Aachener Firma droht eine Diebstahlsanzeige

Von: Ernst Schneiders
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Ein Schandfleck verschwindet von der B258: Die belgische Polizei reagierte verärgert, weil sie nichts von der Aktion eines Aachener Unternehmens wusste. Foto: Ralf Huppertz

Fringshaus. Ein Trost vorweg: Der Aachener Metallverwerter, der am Montag das Schrottauto vom belgischen Teil der B258 zwischen Konzen und Fringshaus weggeholt hat, muss die Karosse nicht zurückstellen bis er eine Abschleppgenehmigung der belgischen Behörden hat.

So weit geht die Bürokratie denn doch nicht. Allerdings ist der Aachener Unternehmer noch nicht raus aus der Nummer.

Abhängig ist das vom Pkw-Halter, der sich immer noch nicht bei der Polizei gemeldet hat und nach dem die belgischen Ordnungshüter jetzt verstärkt fahnden. Die Polizei hat keine Erlaubnis erteilt, das Auto wegzuholen, und sollte der Halter nicht den Auftrag dazu erteilt haben, dann hat der Aachener Unternehmer das Fahrzeug im juristischen Sinne gestohlen, und dann muss er mit einer Strafanzeige rechnen. So jedenfalls sieht Philippe Cormann, zuständiger Sachbearbeiter beim Kommissariat in Raeren, die Sachlage.

Cormann war auch vor Ort, als der Wagen anfangs an der B258 stand, fahrtauglich war und aussah, als sei mit einer Panne dort abgestellt worden. Ein Halter aus Baesweiler sei seinerzeit festgestellt worden, glaubt Cormann sich zu erinnern. Wer allerdings den Wagen in der Folgezeit so zugerichtet hat, dass er nur noch „ein Haufen Alteisen” war, wie Ralph Egyptien, stellvertretender Leiter der Raerener Dienststelle, dieser Tage anmerkte, weiß auch Philippe Cormann nicht: „Das Auto hat nicht immer so ausgesehen wie zuletzt.”

Dass da jemand handfest nachgeholfen hat, war auch vielen Passanten aufgefallen, die sich in den vergangenen Tagen gemeldet haben. Dort habe jemand „nachgeholfen”, möglicherweise, um Spuren zu verwischen, wurde gemutmaßt. Gerüchte schossen ins Kraut.

Baesweiler oder Imgenbroich?

Was den Halter angeht, gibt es möglicherweise neue Erkenntnisse. Sollten die sich bestätigen, dann käme der Halter nicht aus Baesweiler, sondern aus Imgenbroich. Denn von dort sei der Auftrag gekommen, den Wagen wegzuholen, so Thomas Witt, Chef der Schrott- und Metallverwertung, eines Unternehmens, das in Aachen bereits seit 47 Jahren existiert und das er in zweiter Generation führt. Der Auftraggeber habe erklärt: „Die Papiere bringe ich Ihnen dann vorbei.” Das lasse auf den Halter schließen, doch sicher sei er sich noch nicht, so Witt.

Die nonchalante Handhabung solcher Dinge sei in der Branche üblich, versichert der Unternehmer. Oft erhalte er einen Anruf, dass irgendwo ein Auto abzuholen sei, Schlüssel und Papiere steckten hinter der Sonnenblende oder lägen unter der Fußmatte. Witt: „Das geht so und das funktioniert auch. Nicht immer hat jemand Zeit, vor Ort zu sein, wenn wir kommen.”

Keiner Schuld bewusst

Dass die Polizei möglicherweise bei ihm auftaucht, davor ist ihm nicht bange, denn Thomas Witt ist sich keiner Schuld bewusst. Der Ford Scorpio stehe auf dem Betriebsgelände, so wie er von der B258 weggeholt worden sei. Da sei nichts verändert worden. Der Halter könne es jederzeit wieder in Besitz nehmen. Verschrotten könne er das Auto ohnehin erst, wenn es abgemeldet sei, und dazu benötige er die Fahrzeugpapiere.

Es wäre also hilfreich, wenn der Halter des Wagens aus der Deckung käme und für klare Verhältnisse sorgen würde, sonst droht dem Aachener Unternehmer aus Belgien möglicherweise reichlich Ungemach.
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