Monschau - Schon 19.000 Brote für hilfsbedürftige Familien

Schon 19.000 Brote für hilfsbedürftige Familien

Von: rpa
Letzte Aktualisierung:
4569652.jpg
Johannes Schumacher (links) unterstützt mit seinem Unternehmen „Leo“ den Verein „Antoniusbrot“ sehr großzügig. Und Erich Breuer (3. von links) kümmert sich engagiert um die Antonius-Kapelle im Monschauer Stadtpark. Dafür galt beiden Dank und Anerkennung des Vorstandes, von links: Vorsitzender Georg Weiss, Angela Schünemann, Alexander Lenders und Felix Theißen.

Monschau. Kein Kind wird ausgeschlossen: Wenn es um den Mittagstisch in den Monschauer Schulen und Kindergärten geht, können alle Kinder am gemeinsamen Mittagstisch teilnehmen – dafür sorgt der Verein „Antoniusbrot“. Der Verein unterstützt derzeit 45 Kinder und gibt dafür im Monat mehr als 1300 Euro aus.

Diese Zahlen gehören mit zur Jahresbilanz 2012 des Monschauer Vereins „Antoniusbrot“. Geschäftsführer Alexander Lenders berichtete nun auf der Mitgliederversammlung über die Arbeit und die Hilfen des Vereins.

Die Grundidee des Vereins ist es, Brot an bedürftige Familien zu verteilen. Dies geschieht über die Ausgabe von Brotmarken. Zur Zeit verteilt der Verein pro Woche 63 Brotmarken an ärmere Menschen in 40 Familien. Dabei bekommt jede hilfsbedürftige Person jede Woche ein halbes Brot. Seit der Vereinsgründung im Jahr 2003 hat der Verein über 19000 Brote (und andere Backwaren) verteilt. Dies geschieht anonym und diskret. Geschäftsführer Lenders: „Man nennt uns die Namen der Familien, die dann Brotgutscheine erhalten“. Die Gutscheine können in der Imgenbroicher Leo- Bäckerei-Filiale diskret eingelöst werden.

Alexander Lenders richtete auf der Mitgliederversammlung im Forum des Hauses Weiss in Imgenbroich einen besonderen Gruß an Johannes Schumacher, der mit seinem Unternehmen „Leo“ den Verein großzügig unterstützt, er habe „noch nie eine Rechnung an den Verein geschickt“.

Wer „Brot-Hilfe“ braucht, kann sich direkt an den Verein „Antoniusbrot“ in Monschau, Hargardsgasse 12, wenden, oder an eines der katholischen Pfarrämter der Region. Über Mail ist der Verein unter hilfe@antoniusbrot.de zu erreichen. Ein anderer Weg führt über die Monschauer Tafel“, erläuterte Alexander Lenders. Über die „Tafel“ in Imgenbroich werden dem Verein Namen von Hilfsbedürftigen übermittelt, „denen wir direkt unsere Hilfe zukommen lassen.“

Wohl niemand hätte sich vor Jahren träumen lassen, dass Einrichtungen wie „Antoniusbrot“ und „Monschauer Tafel“ auch in der „heilen Welt“ der Nordeifel einmal nötig sein würden, sagte Alexander Lenders, der weiter berichtete: Zu Festen wie Ostern und Weihnachten erhalten die Kinder der bedürftigen Familien besondere Pakete, die ebenfalls ganz diskret zugestellt werden.

Eine besondere Aufgabe für den Verein „Antoniusbrot“ ist es, Kindern aus bedürftigen Familien die Teilnahme am Mittagstisch in den Schulen und Kindergärten zu ermöglichen. „Es wäre geradezu unchristlich, wenn Kinder aus sozialschwachen Familien nicht am gemeinsamen Essen teilnehmen könnten“. Doch dies sei die Situation gewesen, die man vorgefunden habe“.

So unterstützt der Verein 14 Kinder in den Kindergärten Monschau und Kalterherberg sowie 25 Kinder in den Grundschulen Mützenich, Höfen und Konzen/Imgenbroich.

Insgesamt ermöglicht „Antoniusbrot“ 45 Kindern die Teilnahme am Mittagstisch – auch dies geschieht diskret und anonym. Allerdings wird auch stets überprüft, ob der Anspruch auf Hilfe berechtigt ist. Geschäftsführer Lenders: „Alle Kinder im Bereich der Stadt Monschau nehmen am Essen teil, auf diese Leistung (mehr als 1300 Euro im Monat) können wir stolz sein.“ Es werde aber immer schwerer, diese Leistung zu erhalten, sagte Lenders.

Gleichwohl, dies wurde während der Diskussion auf der Mitgliederversammlung deutlich, soll die Satzung des Vereins geändert werden, um in Notfällen bedürftigen und bedrängten Familien helfen zu können, um in weiteren Bereichen sozial aktiv werden zu können. Der Vorstand unter dem Vorsitz von Georg Weiss wird einen Entwurf dazu ausarbeiten. Allerdings, dies wurde auf der Versammlung deutlich: Neue Projekte sollen nur dann begonnen werden, wenn sie auch längerfristig finanziert werden können.

Der Verein „Antoniusbrot“ braucht also selber Hilfe, um auch künftig helfen zu können. Wer als Mitglied den Verein unterstützen will, ist dazu eingeladen, der Jahresbeitrag kostet 12 Euro, mehr wird gerne genommen. Derzeit hat der Verein rund 170 Mitglieder. Eine große Hilfe sind auch Spenden wie die von Frau Hilgers aus Monschau, die auf persönliche Geschenke zu ihrem runden Geburtstag verzichtet und stattdessen „Antoniusbrot“ unterstützt hat. Noch aber habe der Verein „Reserven für schlechten Zeiten, die hoffentlich nie kommen werden“, sagte Schatzmeister Felix Theißen, dem eine überaus korrekte Buch- und Kassenführung bescheinigt wurde. Als Kassenprüfer wurden Martina Schmitz und Rolf Fast von der Versammlung bestätigt.

Initiator des Vereins ist der Unternehmer Hans-Georg Weiss gemeinsam mit seiner Frau Mathilde (Weiss-Druck+Verlag), sie hatten die Idee zu diesem Verein und zu dieser Art Hilfe aus Oostende mitgebracht hat. In einem kleinen Geschäft dort, so erzählte er damals bei der Gründungsversammlung, habe er eine kleine Antonius-Figur entdeckt, im Gespräch mit dem Ladenbesitzer erfuhren sie, dass eine ältere Frau Brot zu armen Familien bringt und dass das Brot aus Spenden bezahlt wird. Geschäftsführer Lenders dankte Georg Weiss, dass er den Verein im Sinne seiner Eltern fortführt und ihm als Vorsitzender vorsteht.

Kapelle läutet täglich

Der Verein „Antoniusbrot“ noch eine andere Aufgabe: Die Pflege und der Unterhalt der „Antoniuskapelle“ im Monschauer Stadtpark an der Rur. Sie ist längst ist für viele Menschen zu einer neuen Gebetsstätte geworden, wie die vielen Kerzen zeigen. Die Eheleute Mathilde und Hans-Georg Weiss haben die Kapelle errichten lassen, Mitte Juni 2003 wurde sie eingeweiht. Täglich um 12 Uhr läutet die Kapellenglocke zum „Engel des Herrn“. Gewidmet und geweiht ist die Kapelle dem Heiligen Antonius von Padua. Um die Kapelle kümmern sich Mitarbeiter des Hauses Weiss und Erich Breuer, der zuverlässig dafür sorgt, dass immer ausreichend Opferkerzen vorhanden sind.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert